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    Immer mehr Luxushotels in Moskau - zum Nachteil für den Massentourismus

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    MOSKAU, 04. Juli (Olga Sobolewskaja, Kommentatorin der RIA Nowosti). Luxushotel-Netze breiten sich immer aktiver in Moskau aus.

     2006 wird die russische Metropole ein Ritz-Carlton-Hotel bekommen, das anstelle des demontierten Hotels Intourist an der Twerskaja-Straße entstehen soll.

    2007 wird dort, wo früher das Hotel Moskwa stand, ein Fünf-Sterne-Hotel Four Seasons emporragen. Das Unternehmen Conrad, das zur Hotelfamilie Hilton gehört, bereitet sein eigenes Projekt vor. Mariott, Kempinsky und andere noble Hotelketten sind bereits präsent.

    Wo es eine Nachfrage gibt, da muss es auch ein Angebot geben. Geschäftsreisen nach Russland werden immer intensiver. Die Luxus-Hotels sind vor allem in den Großstädten, insbesondere in Moskau und Sankt Petersburg gefragt. Sie sind meist zu 70 bis 80 Prozent, zur Spitzenzeit auch stärker ausgelastet. Damit sich aber der internationale Massentourismus sowie der Inlandstourismus entwickelt, braucht Russland viel mehr Zwei- und Drei-Sterne-Hotels. Gerade an diesen mangelt es dem Land besonders. Dabei hat sich Moskau das Ziel gesetzt, 2010 fünf Millionen Besucher empfangen zu können.

    Die Hotels aus der Sowjetepoche, die in den 50er bis 80er Jahren gebaut wurden und der Zwei- bis Drei-Sterne-Kategorie entsprechen, sind moralisch und physisch veraltet. Von den 2,9 Millionen Ausländern, die Moskau im vergangenen Jahr besuchten, waren bestimmt viele von ihrer Unterbringung nicht gerade begeistert.

    150 Moskauer Hotels mit insgesamt 64 000 Betten haben ihre Möglichkeiten praktisch ausgeschöpft. Laut offiziellen Angaben entsprechen nur 25 Prozent der Hotelkapazitäten allen Anforderungen des heutigen Tages. Dabei handelt es sich, so heißt es in der Moskauer Stadtverwaltung, hauptsächlich um Vier- bis Fünf-Sterne-Hotels, die in den letzten sieben bis zehn Jahren errichtet wurden.

    Bis 2010 sollen Hotels für insgesamt 61 700 Betten gebaut werden. In den Jahren 2004 und 2005 sollen 14 bis 15 Hotels für insgesamt 5 000 bis 6 000 Plätze der Bestimmung übergeben werden. Weitere 90 Hotels werden gebaut, rekonstruiert bzw. entworfen.

    Wie viele davon für den Massentourismus bestimmt sind, ist vorerst noch offen. Die Pläne können sich noch ändern. Investoren sind nämlich an größeren Komplexen interessiert, zu denen auch Geschäfte, Unterhaltungszentren, Business- und Fitness-Zentren sowie Ausstellungsflächen gehören, von Cafes, Restaurants und Souvenirläden ganz zu schweigen. Dies ist bestimmt einträglicher als kleinere Hotels, während die Amortisation bei den Hotels mindestens sechs Jahre beträgt. Dabei sind Grundstücke in Moskau extrem teuer, insofern sind Investitionen in kleinere Hotels ziemlich riskant. Deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Big-Business-Interessen der Entwicklung des Massentourismus in Russland im Weg stehen werden.

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