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    MOSKAU, 7. Juli (RIA Nowosti)

    "Nowyje Iswestija"

    USA-Militärpräsenz in Zentralasien bestimmt das Zusammenwirken zwischen Russland und China

    Die Aussichten für die Präsenz der amerikanischen Militärstützpunkte in Zentralasien werden in vieler Hinsicht vom Zusammenwirken zwischen Moskau und Peking abhängen. Wenn sich die Positionen Russlands und der VR China angleichen, dann ist ein Abzug der Amerikaner aus Usbekistan und Kirgisien bereits in allernächster Perspektive real, schreibt die "Nowyje Iswestija" am Donnerstag.

    Die Änderung der geopolitischen Situation in Zentralasien ist außerdem durch eine Umwandlung der Schanghaier Kooperationsorganisation (SCO - China, Russland, Kasachstan, Kirgisien, Usbekistan und Tadschikistan) in eine einflussreiche Institution bedingt, die fähig wäre, die Situation in der Region selbständig zu kontrollieren. Von einer solchen Konstellation würde Russland profitieren, das den Nachbarländern Unterstützung bei der Verhinderung "samtener Revolutionen" erweisen würde.

    Gerade auf dieser Grundlage schlossen sich Usbekistan, Kasachstan, Weißrussland und Tadschikistan um die Russische Föderation zusammen.

    Auf Usbekistans Bitte wurde die Frage einer Präsenz der Militärstützpunkte der antiterroristischen Koalition in Zentralasien in die am Dienstag beschlossene SCO-Erklärung aufgenommen. Da die aktive Phase der Afghanistan-Kampagne vorbei ist, sollten die Koalitionsteilnehmer einen Abzug der Militärkontingente vom Territorium der mit Afghanistan benachbarten Länder erwägen, hieß es.

    Der offizielle Sprecher des USA-Außenamtes, Sean McCormack, verwies in seiner Stellungnahme zum Aufruf der SCO-Chefs, einen Zeitplan für den Abzug der USA-Stützpunkte aus Usbekistan und Kirgisien bekanntzugeben, am Mittwoch darauf, dass beide Länder von der USA-Präsenz profitieren.

    Auf einer Pressekonferenz in Alma-Ata erklärte der USA-Botschafter in Kasachstan, John Ordway, die Notwendigkeit der Beibehaltung der Militärstützpunkte in Zentralasien werde durch die Instabilität in Afghanistan bedingt. Die USA-Stützpunkte befinden sich dort ausschließlich zur Unterstützung der Militäroperationen in Afghanistan, betonte der Diplomat.

    "Polititscheski Klass"

    Wissenschaftler: Russland konnte der Welt in letzten Jahren nichts Neues vorzeigen

    Russland, das sich stets durch sein geistiges Potential auszeichnete, konnte der Welt in den letzten 15 Jahren nichts Neues vorzeigen. Diese Meinung äußerte Akademiemitglied Abdusalam Gussejnow, stellvertretender Direktor des Philosophie-Instituts der Wissenschaftsakademie, in einem in der Zeitschrift "Politischeski Klass" veröffentlichten Beitrag.

    Alle ernsthaften historischen Veränderungen in Russland waren von intellektuell-geistigen Durchbrüchen begleitet, so der Wissenschaftler. Jetzt aber, wo sich die Lebensordnung in Russland und die Lage des Landes in der Welt grundlegend verändert haben, hat das kein Echo in den oberen Etagen des Bewusstseins ausgelöst.

    300 Jahre lang war Russland bemüht, einen Platz in der Geschichte einzunehmen, das seinen Dimensionen und Ambitionen entsprechen würde. Besonders erfolgreich waren die sowjetischen Jahre, als das flächenmäßig größte Land auf den 3. Platz bei der Einwohnerzahl und auf den 2. bei der wirtschaftlichen Stärke emporstieg und führende Positionen in der Wirtschaft einnahm. Der Westen war bemüht, die Dimensionen und die Ansprüche Russlands zu beschneiden.

    Die Kulmination dieses Dramas war der Kalte Krieg, in dem Russland der gesamte konsolidierte Westen entgegenstand. Dieser Krieg hätte systematischer geführt und besser durchkalkuliert werden müssen, als Russland dazu fähig war. Russland hat den Krieg verloren. Alles, was in Russland in den letzten 15 Jahren vor sich geht, ist eine Widerspiegelung dieser Niederlage. Daraus resultiert der intellektuelle und geistige Verfall in Armee und Gesellschaft.

    In den zurückliegenden 15 Jahren dominierte die Überzeugung, dass die Wirtschaft nicht nur die Grundlage der Gesellschaft, sondern auch deren Ziel sei.

    Ein Sinn des Staates, der Forschung, der Literatur, der Medien usw. wurde nur darin gesehen, wie die Marktaktivität gewährleistet werden kann. In der Gesellschaft gibt es aber vieles, wo die Marktmechanismen verderblich wirken. Dazu gehören die intellektuelle Tätigkeit und die persönlichen Beziehungen.

    Kann die sowjetische Gesellschaft mit Vorbehalten als totalitär gelten, weil sie bestrebt war, alles der Idee des Kommunismus unterzuordnen, so ist die jetzige russische Gesellschaft ohne Vorbehalte totalitär, weil sie alles auf das Geld reduziert, stellt der Wissenschaftler fest.

    "Iswestija"

    Rosneft erhebt Anspruch auf Sibneft-Aktien

    Das Staatsunternehmen Rosneft kann Besitzer des fünftgrößten Ölproduzenten Russlands, der Firma Sibneft, werden, berichtet die "Iswestija" am Donnerstag.

    Am Mittwoch artikulierte Rosneft-Präsident Sergej Bogdantschikow seine Ansprüche auf jene 20 Prozent der Sibneft-Aktien, die Yukos gehören.

    Dieses Aktienpaket wurde von der Generalstaatsanwaltschaft wie auch das gesamte Yukos-Eigentum noch im April 2004 beschlagnahmt, um die sich auf mehrere Milliarden belaufenden Yukos-Schulden zu decken.

    Zuletzt waren sie im April dieses Jahres auf Gerichtsbeschluss beschlagnahmt: Das Unternehmen Yuganskneftegas, das nun von Rosneft kontrolliert wird, forderte von Yukos, Verluste in Höhe von rund elf Milliarden Dollar zu decken. Das Arbitragegericht Moskaus beschlagnahmte die Aktien der Förderunternehmen der Firma Yukos und einige Ölraffinerien in einem Gesamtwert von rund 6,4 Milliarden Dollar.

    Wie Bogdantschikow erklärte, sei Rosneft bemüht, von Sibneft 30 Prozent der Aktien für 3,5 Milliarden Dollar "möglichst in Bargeld" zu bekommen. Wie die "Iswestija" betont, wollte der Rosneft-Pressedienst die Äußerung des Chefs nicht kommentieren.

    Für Experten kam die Absicht Bogdantschikows nicht überraschend. "Die Erklärungen des Rosneft-Chefs passen gut ins Szenario eines baldigen Verkaufs von Sibneft durch Roman Abramowitsch", stellt Filipp Panow aus der Investmentfirma Renaissance Capital, fest. "Der potentielle Käufer dieser Gesellschaft muss zunächst diese 20 Prozent der Aktien, die heute beschlagnahmt sind, unbedingt bekommen."

    Bogdantschikow selbst bestreitet das aber. "Wir haben die Yukos-Aktiva mit dem Ziel beschlagnahmen lassen, um deren Verkauf zu verhindern", erklärte er. "Darauf begrenzt sich eigentlich unser Interesse an Sibneft." Nach seinen Worten sei Rosneft gegenwärtig um die Schuldenrückzahlung besorgt. "Der Wert der Kredite müsste bei vier bis 4,5 Milliarden Dollar liegen, heute belaufen sie sich aber bei Rosneft auf 12 Milliarden Dollar (der Gesamtwert der Schulden macht rund 23 Milliarden Dollar aus). Ich denke, dass wir unseren Kreditbestand bis Ende 2006 bzw. Anfang 2007 normalisieren können", so Bogdantschikow.

    Rosneft ist die einzige 100prozentig staatliche Ölgesellschaft und dem Förderumfang nach das zweitgrößte Ölunternehmen Russlands nach Lukoil.

    2005 förderte Rosneft mehr als 78 Millionen Tonnen Öl.

    Die Gesamtförderung von Sibneft belief sich 2004 auf 45 Millionen Tonnen Öl.

    "Gaseta"

    Russland entsendet nächsten Weltraumtouristen ins All

    Die russische Weltraumbehörde Roskosmos wird in diesem Jahr 20 Millionen US-Dollar am Weltraumtourismus verdienen. Wie am Vortag bekannt wurde, schloss der 59-jährige amerikanische Millionär Gregory Olsen einen Vertrag über den Flug zur Internationalen Weltraumstation ISS ab, berichtet die Tageszeitung "Gaseta" am Donnerstag.

    Nach Dennis Tito (USA) und Mark Shuttleworth (Südafrika), die 2001 bzw. 2002 die ISS besucht haben, wird er der dritte Weltraumtourist sein.

    "Der Vertrag zwischen der Behörde und der Gesellschaft Space Adventures, die Tito und Shuttleworth ins All geschickt haben, wurde dieser Tage geschlossen", teilte der Roskosmos-Pressesekretär Wjatscheslaw Dawidenko mit. Der Flug ist für Oktober 2005 geplant.

    Der Flug Olsens, der Präsident und Chef des Direktorenrats der Gesellschaft Sensors Unlimited Inc. ist, hätte noch im Oktober 2004 stattfinden sollen. Obgleich der Vertrag im vergangenen Jahr noch nicht unterzeichnet wurde, nahm Olsen schon seine Trainings im Sternstädtchen bei Moskau auf.

    Bereits die ersten Zentrifuge-Trainings zeigten allerdings Gesundheitsprobleme bei Olsen, und er wurde angesichts der Einwände der Mediziner vom Flugprogramm gestrichen.

    Der Misserfolg nahm aber dem Amerikaner nicht den Wunsch, sich die Erde mal durch das Bullauge anzuschauen. Wie Roskosmos mitteilte, habe "Olsen in der Zwischenzeit eine Reihe medizinischer Empfehlungen erfolgreich realisiert". Eine internationale Medizinergruppe attestierte ihn am 30. Mai als flugtauglich, schreibt die Zeitung.

    Damit aber Olsens Träume endgültig in Erfüllung gehen, wird Roskosmos diesen Kandidaten mit Partnern im ISS-Projekt abstimmen müssen. Vorerst besteht die offiziell gebilligte "Sojus TMA-7"-Besatzung nur aus Valeri Tokarew und William McArthur. Olsen selbst ist aber voller Optimismus: "Ich bin zwar 59, fühle mich aber wie 30. Ich denke, die Menschen sollten begreifen, dass man mit 59 nicht an die Rente, sondern an ein neues Leben denken muss." Sollte sich der Gesundheitszustand des Amerikaners ändern, dann ersetzt ihn laut Vertrag der Chef der Moskauer Space-Adventures-Vertretung, Sergej Kostenko. Gegenwärtig absolviert er wie Olsen einen Trainingskurs.

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