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    Anschläge in London mahnen Anti-Terror-Koalition zur Wachsamkeit

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    MOSKAU, 7. Juli (von Pjotr Romanow, politischer Kommentator der RIA Nowosti). Die Anschläge in London, bei denen laut jüngsten Angaben mehr als 300 Personen in Mitleidenschaft gezogen wurden, ließen einige Binsenwahrheiten im Gedächtnis anklingen.

    Die erste: Nur ein Schritt trennt im Menschenleben Glück von Unheil. Erst gestern jubelte London, nachdem es im Olympia-Rennen Paris besiegt hatte. Heute hat die britische Metropole Trauer.

    Die zweite bittere Wahrheit: In der Welt von heute denkt man leider eher an Terrorismus als an eine technische Panne, und es stellt sich öfters heraus, dass dieser Gedanke richtig ist. Zuerst hieß es, dass die Explosionen in der Londoner U-Bahn durch eine Panne im Stromversorgungssystem ausgelöst wurden. Kurz darauf wurde eine Explosion in einem Bus gemeldet, wobei es sich schon sicher um einen Terroranschlag handelte. Schließlich wurde bekannt, dass in der Londoner U-Bahn ein Sprengsatz gefunden wurde. Es ist kaum zu glauben, dass diese Ereignisse miteinander und mit dem G8-Gipfel in Schottland nichts gemein haben.

    Daraus folgt die dritte Wahrheit: Wenn man dem Terror den Kampf angesagt hat, so darf man nicht die Wachsamkeit verlieren. War es gestern in London relativ ruhig, so bedeutet das ganz und gar nicht, dass es auch Morgen ruhig sein wird.

    Die Spitzenpolitiker der Anti-Terror-Koalition hatten sich ausgerechnet in der Nähe des Ortes der Tragödie versammelt, um sich mit Themen zu befassen, die mit Terror wenig zu tun haben: Umweltschutz und Bekämpfung der Hungersnot. Doch ob sie es wollen oder nicht, müssen sie immer an den Kampf gegen den unsichtbaren Feind denken. Die Tagesordnung des G8-Gipfels muss nun also die notwendigen Veränderungen erfahren.

    Die letzte Wahrheit: Gegenseitige Vorbehalte und Ärger wie die jüngste Stichelei zwischen London und Paris müssen angesichts des Ausmaßes der Gefahr der Vergangenheit anheimfallen, bis man diesen Überlebenskampf endgültig gewonnen hat. Ebenso wie die "Doppelstandards" wegfallen müssen. Der Feind meines Freundes ist auch mein Feind - diese Formel ist lebenswichtig für den gemeinsamen Sieg.

    Solidarität ist unentbehrlich wie die Luft. Ist ja das Blut, vergossen in New York, Moskau, Madrid oder London, von der gleichen Farbe.

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