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    MOSKAU, 08. Juli (RIA Nowosti)

    "Kommersant"

    Rücktritt von Rouhani könnte zu USA-Kampfhandlungen führen

    Der Sekretär des Obersten Rates für nationale Sicherheit Irans, Hassan Rouhani, der für Verhandlungen mit dem Westen über das Nuklearprogramm Irans zuständig ist, wird demnächst zurücktreten, berichtet die Tageszeitung „Kommersant" am Freitag.

    Der neugewählte Präsident Mahmoud Ahmadineschad, der einen härteren außenpolitischen Kurs vertritt, zweifelt indessen daran, dass diese Verhandlungen überhaupt notwendig seien. Diese Wende macht eine Militäroperation der USA gegen Iran durchaus real.

    Bei den jüngsten Präsidentenwahlen hatte Rouhani den früheren Präsidenten (1989 - 1997) Ali Akbar Hashemi-Rafsanjani aktiv unterstützt. Es war aber Ahmadineschad, der das Wahlrennen gewann. Es wäre für ihn insofern durchaus logisch, mit denen abzurechnen, die sich für den Rivalen eingesetzt haben.

    Ahmadineschad vertritt das ultrakonservative Lager. Nach seiner Ansicht braucht Teheran keine engen Kontakte mit dem Westen und soll gegenüber den westlichen Ländern keine Zugeständnisse machen. Beim Wahlrennen kritisierte er heftig die Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm, die Teheran mit der EU-„Troika" Großbritannien, Deutschland und Frankreich führt.

    Obgleich Rouhani am Donnerstag den Gerüchten von seinem Rücktritt widersprochen hat, diskutieren Experten bereits eventuelle Nachfolgekandidaten. Voraussichtlich wird das Ali Larijani, Ex-Chef des Korps der Wächter der islamischen Revolution, ein ultrakonservativer Politiker und enger Freund Ahmadineschads, sein. Wird diese Prognose in Erfüllung gehen, dann könne man die Verhandlungen mit der EU-„Troika" vergessen, so „Kommersant".

    Das weitere Szenario sieht keine politische Lösung des Problems des Nuklearprogramms Irans vor. Die USA, die die Ansicht vertreten, dass für die militärische Ausrichtung der Nuklearforschungen Teherans keine Beweise notwendig sind, fordern seit langem, das Iran-Dossier im UN-Sicherheitsrat zwecks Verhängung von Sanktionen zu behandeln. Die einzige Rettung Irans vor einer internationalen Isolation waren bis zuletzt die schlaffen Verhandlungen mit der EU-„Troika". Eine Einstellung dieser Verhandlungen würde jedes Hindernis für den amerikanischen Plan zur Lösung des Iran-Problems beseitigen. Das Szenario wurde bereits in Irak erprobt, schreibt die Zeitung.

    "Gaseta"

    Gasprom erhielt Anteile am Projekt Sachalin-2

    Das russische Gasmonopol Gasprom hat am Vortag mit Royal Dutch/Chell einen Austausch des blockierenden Aktienpakets am Projekt Sachalin-2, das der britisch-niederländischen Gesellschaft gehört, gegen einen Anteil am Öl- und Gaskondensatabkommen Sapoljarnoje vereinbart, berichtet die Tageszeitung „Gaseta" am Freitag.

    Damit bekommt Gasprom 25 Prozent an Sachalin-2 (Die Vorräte werden auf eine Milliarde Barrel Öl und 18 Billionen Kubikfuss Gas geschätzt.). Die britisch-holländische Holding wird seine 30-prozentigen Anteile an diesem Projekt behalten und 50 Prozent vom Projekt der Erschließung des Vorkommens Sapoljarnoje in Westsibirien bekommen. So wird mit der Realisierung der Idee begonnen, dergemäß Gasprom ein Potential für Gaslieferungen in die USA und an die Länder des Asiatisch-Pazifischen Raums schaffen soll.

    Vom Ernst der Gasprom-Absichten hinsichtlich der Festigung der Positionen im Fernen Osten zeugt auch die Erklärung, die Viktor Ischajew, Gouverneur der Region Chabarowsk, am Donnerstag abgab. Seinen Worten nach erklärte sich das Gasmonopol bereit, den Anteil der Region am Projekt des Baus der Gaspipeline Sachalin-Chabarowsk abzukaufen. Rund 47 Prozent der Gaspipeline werden Gasprom rund 15 Millionen Dollar kosten. Auf Bitte von Präsident Wladimir Putin wird der Gaskonzern eine der insgesamt sieben Milliarden Dollar, die er für den Verkauf seiner Aktien an die Regierung Russlands bekommen wird, für die Gasversorgung russischer Regionen ausgeben.

    Im Unterschied zu diesem Projekt sind die Sachalin-Vorkommen hinsichtlich des Exports für Gasprom interessant. Neben dem Abkommen mit Royal Dutch/Shell will das Monopol 20 Prozent vom Projekt Sachalin-1 (2,3 Milliarden Barrel Öl und 17 Billionen Kubikfuss Gas) bei Rosneft (das einzige 100-prozentig staatliche und in Bezug auf den Förderumfang - hinter Lukoil - zweitgrößte Ölunternehmen Russlands) abkaufen. Rosneft hat es zwar noch nicht sehr eilig, diese Aktiva zu verkaufen, in nächster Zeit wird aber die Ölfirma nach Mitteln für die Tilgung ihrer Schulden suchen, die mehr als 22 Milliarden Dollar betragen.

    Der Konzern Gasprom hatte bereits mehrmals seine Absicht bekundet, an der Versteigerung einer Gruppe von Vorkommen und der Provinz Sachalin-3 teilzunehmen, die zum nicht aufgeteilten Staatsfonds gehört. Gasprom wird gemeinsam mit der größten russischen Firma Lukoil an der Auktion teilnehmen. Wahrscheinlich werden aber die Russen nicht die einzigen Gasprom-Partner in diesem Projekt sein. Wie Juri Trutnew, Minister für die Nutzung von Naturressourcen, mitteilte, würden die amerikanischen Unternehmen ChevronTexaco und ExxonMobil Präferenzen bei der Versteigerung von Sachalin-3 bekommen.

    "Iswestija"

    Russische Soziologen untersuchen Rauschgiftproblem in Russland

    Rauschgiftsucht und Rauschgiftsüchtige sind bereits seit langem ein großes soziales Problem in Russland. Unterschiedlich sind aber die Schätzungen, wie viele Russen und Russinnen drogenabhängig sind, stellt die „Iswestija" am Freitag fest. Das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum unternahm einen Versuch, diese Frage zu beantworten.

    95 Prozent der insgesamt 1600 Befragten gaben an, sie hätten selbst niemals Rauschgift probiert. 80 Prozent von ihnen haben auch keine Verwandten bzw. Bekannten, die Rauschgift ohne medizinische Indikationen genommen haben bzw. nehmen. 19 Prozent gaben allerdings an, sie hätten diese Art von Verwandten und Bekannten.

    Vor allem bei Studenten und Lehrlingen, Arbeitslosen, Hausfrauen und insgesamt bei Männern unter 25 Jahren sind solche Verwandtschaften bzw. Bekanntschaften besonders verbreitet.

    Siebenmal mehr Männer als Frauen gaben zu, zumindest einmal Rauschgift probiert zu haben. Außerdem gehören Arbeitslose wie auch Personen unter 40 Jahren mit relativ hohen Einkommen zu dieser Gruppe.

    Danach gefragt, ob ein einmaliger Rauschgiftkonsum drogenabhängig machen kann, gaben 61 Prozent der Befragten, die Drogen nie probiert haben, die Antwort, dies sei „durchaus wahrscheinlich". Von denen, die Rauschgift probiert haben, vertreten 47 Prozent diese Meinung. 27 Prozent sind zugleich der Auffassung, dass dies „praktisch ausgeschlossen" sei. Bei denen, die Drogen genommen haben, meinten 53 Prozent, dass dies nicht möglich sei.

    17 Prozent der Drogenabstinenzler sind der Meinung, es sei ohne Weiteres möglich, sich ohne fremde Hilfe von dieser Abhängigkeit zu befreien. Diese Meinung teilen 35 Prozent der Personen, die Erfahrungen mit Rauschgift haben. 75 Prozent der Befragten sind allerdings der Überzeugung, dass dies „praktisch ausgeschlossen" ist. Unter den Personen, die Drogen genommen haben, beläuft sich dieser Anteil auf 63 Prozent.

    "Wedomosti"

    Moskau der Lebensqualität nach auf Platz 170

    Auf einer Liste der Groß- bzw. Hauptstädte der Welt, die die Lebensqualität in diesen Städten charakterisieren soll, liegt Moskau auf Platz 170 hinter den Hauptstädten von Simbabwe und El Salvador. Die Liste wurde vor kurzem von der Consultingfirma Mercer Human Ressource zusammengestellt, berichtet die Wirtschaftszeitung „Wedomosti" am Freitag.

    Die Rivalen Moskaus beim Kampf um die Austragung der Olympischen Spiele 2012 rangierten wesentlich höher (Paris auf Platz 31, London und New York teilten den Platz 39, Madrid auf Platz 42).

    Zugleich setzte die gleiche Consultingfirma Moskau auf Platz vier unter den teuersten Städten der Welt - u. a. gleich hinter London.

    Beim Rennen um das Recht, die Olympiade 2012 aufnehmen zu dürfen, schied die russische Metropole in der ersten Abstimmungsrunde aus. Mitglieder der russischen Delegation und Experten räumten dabei ein, dass die Rivalen überaus stark waren, insofern sei die Niederlage nicht blamabel. Es gibt allerdings auch kaum Grund, auf schwächere Konkurrenten zu hoffen: Nach Ansicht von Experten kommt nun die Epoche einer zwischenstädtischen Konkurrenz. Dabei erhebt Moskau Anspruch auf die Mitgliedschaft am Club der Weltstädte.

    Um sich gut zu verkaufen, muss die Stadt bequem sein. Ausländische Touristen beklagen sich in Moskau vor allem über Orientierungsschwierigkeiten (es gibt keine Straßen-, vor allem aber keine U-Bahn-Information in lateinischen Buchstaben) sowie über den Mangel an Straßentoiletten. Die Moskauer Reisebüros beklagen zugleich, dass für Reisen nach Moskau bzw. Russland im Ausland kaum geworben wird, während auf Moskauer Straßen und im Fernsehen Werbung für alle bei den Russen populären ausländischen Urlaubsorte zu sehen ist. Ein weiteres Problem ist die schlechte Organisation des Straßenverkehrs, keine Bushaltestellen, insbesondere im Stadtzentrum, speziell in der Nähe des Kremls. Selbstverständlich ist der Mangel an Hotels ebenfalls ein Problem.

    Nach Angaben des Komitees für Tourismus der Stadt Moskau ist die Zahl der ausländischen Bürger, die die Stadt in den Jahren 1999-2003 besucht haben, von 1,52 auf 2,48 Millionen im Jahr bzw. um 68 Prozent gestiegen. 2010 werden in Moskau bereits fünf Millionen Gäste erwartet.

    Die Entwicklung des Hotelsektors ist aber in keiner Weise an diese Pläne gebunden. Seit der Sowjetzeit sind in der Stadt keine neuen Hotels für den Massentourismus (50 bis 60 Dollar pro Übernachtung) gebaut worden.

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