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    Russland und Kasachstan nehmen Gas-Megaprojekt in Angriff

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    MOSKAU, 08. Juli (Igor Tomberg für RIA Nowosti). In Astana trafen sich der russische Präsident, Wladimir Putin, und sein kasachischer Amtskollege, Nursultan Nasarbajew.

    In ihrem Beisein wurden einige Abkommen im Energiebereich unterzeichnet. Es geht um die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens auf der Basis des Kraftwerkes Ekibastus sowie um die Genehmigung für das Unternehmen Rosneft, mit der Erkundung des Vorkommens Kurmangasy zu beginnen, eines Teils des Kaspi-Erdölschelfs, das unter der Kasachstans Rechtshoheit steht.

    Der Präsident Kasachstans nannte das unterzeichnete Dokument ein „Riesenprojekt von Weltbedeutung". Der russische Präsident stimmte einer solchen Einschätzung zu und betonte, dass „die gemeinsamen Investitionen 22 bis 23 Milliarden US-Dollar und der voraussichtliche Gewinn 50 Milliarden US-Dollar betragen werden". Er teilte auch mit, dass entsprechend Abkommen 200 bis 250 Millionen US-Dollar in den nächsten Jahren in die Energiewirtschaft investiert werden. Putin nannte die Unterzeichnung der heutigen Dokumente den Abschluss einer großen Arbeit und erinnerte daran, dass am Projekt ab 2002 gearbeitet wurde.

    Der Leiter von Rosneft, Sergej Bogdantschikow, der Minister für Energiewirtschaft Kasachstans, Wladimir Schkolnik, und der Leiter der Erdölgesellschaft Kasmunaigas, Usabak Karabalin, unterzeichneten ein Produktteilungsabkommen zur Struktur des Vorkommens Kurmangasy am Kaspisee zwischen der OOO RN-Kasachstan, dem Ministerium für Energiewirtschaft der Republik und der AO „Morskaja neftjanaja kompanija Kamunaitengis".

    Gemäß dem Protokoll werden die Erkundung und die Förderung in der Kurmangasy-Struktur auf paritätische Grundlage von den bevollmächtigten Organisationen der beiden Länder - AO „Morskaja neftjanaja kompanija Kasmunaitengis" und OOO RN-Kasachstan - vorgenommen. Das Kurmangasy-Abkommen wurde für den Zeitraum von 55 Jahren geschlossen. Der Anteil der russischen Erdölgesellschaft Rosneft am Gemeinschaftsunternehmen beträgt 25 Prozent, die AG Kasmunaigas hält 50 Prozent. Nach einer am Mittwoch zwischen Wladimir Putin und Nursultan Nasarbajew erzielten Vereinbarung bekam das russische Unternehmen Sarubeschneft die Möglichkeit, die restlichen 25 Prozent zu erwerben.

    Wie in einer Mitteilung betont wird, machen die prognostizierten ausbringbaren Erdölvorräte des Vorkommens Kurmangasy etwa 1 Milliarde Tonnen aus. Die Erkundung des Vorkommens soll etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Drei Jahre werden für die Bewertung und wirtschaftliche Ausschreibung dieser Struktur erforderlich sein. Vier bis fünf Jahre sind für die Einrichtung des Vorkommens und die Anfangsförderung notwendig. Erst danach wird die kommerzielle Förderung beginnen. Im Rahmen des Projekts wird prognostiziert, Erdöl in einer Menge von 60 Millionen Tonnen im Jahr zu fördern.

    Die Hauptmittel aus dem Projekt werden nach der Beginn der kommerziellen Förderung an den Haushalt Kasachstans überwiesen. In der ganzen Zeit der Ausbeutung können die allgemeinen Zahlungen an Haushalte unterschiedlicher Ebenen bis zu 31 Milliarden US-Dollar betragen.

    Die Unterzeichung von großangelegten Dokumenten, mit der bedeutende Energieprojekte in Zentralasien in die Wege geleitet wurden, ist bereits eine Tradition der Treffen im Rahmen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ). Im vorigen Jahr unterzeichnete die Erdölgesellschaft Lukoil ein Produktteilungsabkommen bei der Ausbeutung des Kandymski-Blocks von Gaskondensatvorkommen und der Vorkommen Chausak und Schady in der Bucharo-Chiwinski-Region Usbekistans. Der Vertrag wurde ab 2001 vorbereitet und operiert mit in Milliarden gehenden Kennziffern. Die usbekischen Geologen bewerten die industriellen ausbringbaren Gasvorräte in diesen Vorkommen mit 283 Milliarden Kubikmeter und acht Millionen Tonnen Gaskondensat. Die weitere Erkundung und die Erschließung des Blocks in vollem Umfang können seine Vorräte in dieser Kategorie auf mehr als das 2fache erhöhen. Die Umsetzung des Projekts wird Investitionen in Höhe von über 1 Milliarde US-Dollar fordern.

    Interessant ist, dass Lukoil den Vertrag in Taschkent, im Rahmen des Besuches des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, abschloss. Bei dem Besuch ging es um die Unterzeichnung eines Abkommens über strategische Partnerschaft und anderer Dokumente mit dem Präsidenten Usbekistans, Islam Karimow, sowie um Verhandlungen mit den Spitzenvertretern der Mitgliedsländer der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ).

    Somit steht das Thema Erdöl- und Erdgas, obwohl Probleme der Sicherheit, des Kampfes gegen den Terrorismus und Rauschgiftmittel auf dem SOZ-Gipfel Vorrang hatten, ständig auf der Tagesordnung.

    Und das Abkommen über die Kurmangasy-Struktur hat offensichtlich einen internationalen Aspekt. Die Teilnahme Indiens an der SOZ-Arbeit als Beobachter wird die Aktivierung der Energiepolitik Delhis in der Region zufolge haben. Heute kann sich Indien lediglich zu ungefähr 30 Prozent mit Erdöl sichern. Zugleich stieg die Erdölförderung in Indien in den letzten zehn Jahren um ungefähr 2,4 Prozent im Jahr und der Verbrauch um 6,1 Prozent an.

    Nicht von ungefähr sprechen indische Unternehmen immer häufiger über Gemeinschaftsprojekte mit Rosneft, deren Liste sich ständig vergrößert. Das sind sowohl der Anteil an Yuganskneftegas als auch die gemeinsame Erschließung des Wankorski-Vorkommens und die Beteiligung am Kurmangasy-Projekt am Kaspiseeschelf. Darum ging es auch beim Moskau-Besuch des indischen Ölministers, Shankar Ayar, im Februar. Vom Interesse Delhis für die Erdöl- und Erdgasprojekte Kasachstans, unter anderem für Kurmangasy, zeugt der Fakt, dass Shankar Ayar aus Kasachstan nach Moskau kam.