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    MOSKAU, 11. Juli (RIA Nowosti)

    "Wedomosti"

    Mitsubishi Tokyo eröffnet Tochterbank in Russland

    Die japanische Gruppe Mitsubishi Tokyo, eine der größten Bankgruppen der Welt, gründet jetzt eine Tochter in Russland. Die Gruppe erhielt bereits eine entsprechende Zustimmung der örtlichen Antimonopolbehörde. Das Grundkapital der Moskauer Bank of Tokyo-Mitsubishi wird rund 25 Millionen Dollar betragen.

    Ein PR-Angestellter der Bank of Tokyo-Mitsubishi, der nicht genannt werden wollte, informierte darüber die Wirtschaftszeitung "Wedomosti".

    Seinen Worten nach wolle die Tochtergesellschaft der Japaner neben einem Büro in Moskau später auch in anderen Regionen Filialen eröffnen. Alles hänge heute von Russlands Beamten ab, die den Antrag der Bank zu begutachten haben, sagte er.

    Andrej Kaschewarow, stellvertretender Leiter der Föderalen Antimonopolbehörde Russlands, teilte gegenüber der Zeitung mit, dass die Bank of Tokyo-Mitshubishi Ende vergangener Woche eine Zustimmung seiner Behörde für die Gründung einer Tochterbank bekommen habe.

    Die Zentralbank Russlands verweigerte jede Stellungnahme zur Lizenzerteilung an das japanische Unternehmen.

    Von den seriösen Absichten von Tokyo Mitsubishi zeugt auch das erklärte Kapital der Tochterbank, das das von der Zentralbank verlangte Minimum vierfach übertrifft.

    "Wenn eine angesehene und konservative Bank in ein Land kommt, so bedeutet das, sie habe weit reichende Pläne für den örtlichen Markt", meinte Jelena Schirinskaja, Vizepräsidentin der Bank Evrotrast.

    Kurzfristige Spekulationen sind für die Bank Tokyo-Mitsubishi nicht interessant, sie rechnet damit, dass das japanische Kapital, in erster Linie das industrielle, nach Russland kommt, sagte Ilkka Salonen, Vorstandschef der Mezhdunarodny Moskovski Bank. Als Beispiel dafür nennen Analytiker den Beginn des Baus eines Toyota-Werkes in Russland.

    Nach dem Stand vom Ende vergangenen Jahres war Mitsubishi Tokyo die größte Bank Japans und kapitalmäßig (39,9 Milliarden Dollar) die siebtgrößte Bank der Welt. Mit ihren Aktiva von 980 Milliarden Dollar ist die Gesellschaft die zwölftgrößte in der Welt und die zweitgrößte in Japan. Die Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft beträgt 55 Milliarden Dollar. Sie vereint The Mitsubishi Trust and Banking Corporation, Mitsubishi Securities und Union Bank of California. Der Hauptbesitz ist aber die Bank of Tokyo-Mitshubishi, deren Aktiva 757 Milliarden und deren Kapital 25,6 Milliarden Dollar betragen.

    "Bisnes"

    Amerikaner gründen erste russische Discount-Fluggesellschaft in Russland

    Im September wird die Gründung der ersten Low-Cost-Fluggesellschaft in Russland bekannt gegeben, berichtet die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Montag.

    Wie ein Sprecher, der über diese Pläne gut informiert ist, gegenüber der Zeitung mitteilte, befindet sich das Projekt des amerikanischen Privatfonds Indigo Partners und der Firma TPG Aurora, die osteuropäische Abteilung der Gruppe der Investmentfonds Texas Pacific Group, derzeit im abschließenden Stadium.

    Die Belegschaft steht bereit, auch die juristische Person, die Aktiengesellschaft Aurora, ist bereits eingetragen, hieß es. Der Flugzeugpark der Gesellschaft soll aus 40 Maschinen des Typs A-320 bestehen. Für 15 neue Flugzeuge wurde bereits ein Vorschuss gezahlt.

    Allerdings werden die ersten Maschinen gemäß dem Vertrag mit Airbus frühestens Ende 2007 geliefert. Um die Flüge vor diesem Termin aufnehmen zu können, sind für die russische Low-Cost-Gesellschaft bereits gebrauchte A-320-Flugzeuge bestellt worden. Zwei davon werden Anfang Frühling nächsten Jahres nach Russland kommen. Die Gesellschaft will Routen zwischen Moskau und anderen Städten Russlands sowie zwischen einzelnen Regionen befliegen.

    Experten sehen allerdings große Hindernisse auf dem Weg des Projekts. "Die regionalen Flughäfen werden voraussichtlich die Interessen ihrer wichtigsten Stammkunden verteidigen", so Boris Rybak, Generaldirektor der Consultinggesellschaft Infomost. "In Russland gibt es keine Peripherie-Flughäfen, unter denen sich der preiswerteste finden lässt", meint Andrej Martirossow, Chef der Fluggesellschaft Utair. Ein weiteres mögliches Problem der neuen Fluggesellschaft sieht er darin, dass "das Internet, mit dessen Hilfe die Low-Cost-Unternehmen die Tickets verkaufen, im Lande unterentwickelt ist". "Es wird auch schwierig sein, den Flugzeugpark effektiv einzusetzen, damit eine jede Maschine 12 bis 14 Stunden pro Tag fliegen kann, wo ganz Russland 30 Millionen Fluggäste im Jahr befördert - ungefähr so viel wie die irische Fluggesellschaft Ryanair allein."

    "Sollte eine Low-Cost-Fluggesellschaft in Russland wirklich entstehen, so würde es sowieso eine Dumping-Gesellschaft sein, und ein Dumping kann nicht lange dauern", betonte Martirossow.

    "Wremja Nowostej"

    Drittel der Russen zur Teilnahme an Massenprotesten bereit

    In diesem Jahr war die jetzige Macht in Russland erstmals mit einer klaren und massiven Bekundung von Unzufriedenheit konfrontiert. Nach Angaben von Wladimir Petuchow, Leiter der analytischen Abteilung des Allrussischen Zentrums für Meinungsforschung (WZIOM), bekundet rund ein Drittel der russischen Bürger und Bürgerinnen die Bereitschaft, an Massenaktionen teilzunehmen, berichtet die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Montag.

    Die Bürger wollen dabei die Proteste nicht "politisieren": Keiner politischen Kraft gelang es, sich an die Spitze der Proteststimmungen zu stellen, während die politischen Parteien von den Russen weitgehend ignoriert werden. Das Vertrauen diesen gegenüber ist heute niedrig wie nie zuvor, stellten die Soziologen nach der Auswertung von Umfragen fest, die in der 1. Jahreshälfte 2005 gemacht wurden. Für die Bürger ist es nicht ganz klar, womit sich die Parteien überhaupt beschäftigen. Selbst der Staatsanwaltschaft, den Gerichten und den bewaffneten Strukturen vertrauen die Einwohner Russlands mehr als den politischen Organisationen.

    Laut WZIOM beläuft sich der Vorsprung der Partei "Einheitliches Russland" vor der KP mehr als 20 Prozent. Die Ratings der demokratischen Parteien "Jabloko" und Union der Rechtskräfte sind in den zurückliegenden 1,5 Jahren, wo die beiden außerhalb des Parlaments arbeiten mussten, auf die Hälfte gesunken.

    Nach Ansicht von Experten besteht das Problem der Oppositionskräfte im Ausbleiben neuer Figuren und Ideen, während die Nachfrage nach der Opposition in der Gesellschaft sehr wohl präsent ist. "Die Zahl jener, die bereit sind, an den Wahlen teilzunehmen, zugleich aber nicht wissen, für wen sie stimmen sollen, nimmt zu", teilte WZIOM-Generaldirektor Valeri Fjodorow mit.

    Die Bewertung der Arbeit der Regierung Michail Fradkows fiel laut Umfragen noch niedriger aus als die Durchschnittswerte des Kabinetts Michail Kasjanows. Die wirtschaftliche Haltlosigkeit und die inneren Widersprüche, deren Ergebnisse öffentlich demonstriert werden, schaden dem Ansehen des Fradkow-Kabinetts. Russlands Bürger halten den Regierungschef persönlich für unfähig, eine einheitliche Regierungsstrategie zu formulieren.

    Nach Ansicht der Soziologen zeigen Politiker und Journalisten vorerst viel mehr Interesse für das Thema der Präsidentenwahlen 2008 als das russische Volk. Die Wahlergebnisse werden in erster Linie von der sozialen Lage der Russen und Russinnen abhängen.

    Gazeta.ru

    Russlands Bevölkerung hortet Ersparnisse vorwiegend in Devisen

    Die meisten Bürger Russland horten ihre Ersparnisse in Devisen. Was mit dem US-Dollar auch immer passieren mag, wird er von ihnen dennoch als das zuverlässigste Sparinstrument angesehen, berichtet die Internetzeitung Gazeta.ru.

    Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts ROMIR Monitoring gaben 59 Prozent der Befragten an, sie bewahren ihre Ersparnisse in der amerikanischen Währung auf. Nur 19 Prozent zogen den Rubel für diese Zwecke vor. Rund 20 Prozent betrachten den Euro als das am besten geeignete Finanzinstrument.

    "Des Menschen Psychologie ist träge", meinte Diana Polunkowa, Expertin des Informationsportals Banki.Ru. "Seit mehr als zehn Jahren haben die Menschen in unserem Land ihre Ersparnisse in Dollar aufbewahrt, während der Dollar immer teurer wurde. Erst in den letzten zwei Jahren verdrängt der Euro den Dollar schrittweise aus den Ersparnissen der Russen. Die Konservativsten haben sich vom Dollar noch nicht enttäuschen lassen, während die Risikofreudigsten bereits an den Euro glauben. Daraus resultiert der große Anteil dieser Währungen an den Ersparnissen der Russen und Russinnen."

    "Dem Rubel mangelt es an Vertrauen seitens der Bevölkerung", so Iwan Manajenko, Analytiker der Investmentgesellschaft Weles-Kapital. "Die Meisten erinnern sich an die Krise 1998, als der Kurs der Nationalwährung innerhalb von einigen Tagen von 6,5 auf 25 Rubel für einen US-Dollar abgestürzt ist. Trotz aller Erschütterungen haben die amerikanische und die europäische Währung die Bürger Russlands - wie auch die Bürger eines jeden Landes - kein einziges Mal betrogen."

    25 Prozent der russischen Bürger vertrauen ihre Ersparnisse einheimischen Banken an, sieben Prozent der Befragten ziehen ausländische Banken vor. Rund sieben Prozent der von ROMIR Monitoring Befragten gaben an, sie glauben an die Sparkraft von Edelmetallen und Edelschmuck. Weitere drei Prozent sagten, sie wären bereit, in Kunstgegenstände und Antiquariat zu investieren. 29 Prozent würden ihre freien Mittel in nichts investieren, hieß es.

    "Kommersant"

    Ärzte plädieren für stärkeren Wachschutz in russischen psychiatrischen Kliniken für Kriminelle

    Rund 840 Kriminelle, u. a. 15 Serienmörder, befinden sich heute in der speziellen psychatrischen Klinik in der Stadt Orjol praktisch ohne Bewachung, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag. Führende russische Psychiater und Bürgerrechtler forderten in diesem Zusammenhang, es sei ein Föderationsgesetz "Über den Wachschutz in den psychiatrischen Kliniken" zu verfassen und dem Parlament vorzulegen, mit dem die Vorschriften für die Bewachung der gefährlichen Patienten verschärft werden sollen.

    Insgesamt gibt es sieben derartige Institutionen in Russland, führt das Blatt weiter aus. Die Belastung der Ärzte und Sanitäter in solchen Kliniken wie auch in anderen Krankenhäusern dieser Art ist vier bis fünfmal größer als es die Norm vorsieht. Ein Arzt betreut nicht die der Norm entsprechenden zehn Patienten, sondern 40 bis 50. Und 95 Prozent des Bedienungspersonals sind Frauen.

    In der Nacht hat nur eine Krankenschwester Dienst. "Unter solchen extremen Bedingungen ist die Wahrscheinlichkeit außerordentlicher Situationen äußerst hoch", behauptet die Chefärztin der Klinik in Orjol, Tatjana Kotowa.

    Früher war das Innenministerium für dieses Krankenhaus zuständig gewesen. Diese Behörde übernahm auch die äußere Bewachung des Gebäudes und kontrollierte neben den Ärzten die Patienten in deren Zimmern. 1988 wurde das Krankenhaus dem Gesundheitsministerium unterstellt, während die Hauptverwaltung für Strafvollzug des Justizministeriums die Bewachungsfunktionen übernahm.

    "Im Justizministerium hat man schnell begriffen, dass eine geschlossene psychiatrische Klinik keine Strafanstalt ist, insofern sind die Mitarbeiter der Hauptverwaltung für Strafvollzug nicht verpflichtet, solche Einrichtungen zu bewachen", sagte Kotowa. "Als Folge reduzierte es die Finanzierung der Bewachung auf ein Minimum. Eine Wache gibt es nur noch am Eingang."

    Das Föderationsgesetz "Über den Wachschutz in den geschlossenen psychiatrischen Kliniken", auf dessen Verabschiedung die Ärzte und Experten bestehen, müsse der Strafvollzugsbehörde vorschreiben, die Bewachung des Gebäudes von außen sowie die Aufsicht über die Patienten in den Krankenhäusern zu übernehmen, heißt es im Beitrag.

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