00:14 23 September 2017
SNA Radio
    Meinungen

    Nicht gefechtsbedingte Verluste in der russischen Armee konstant hoch

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 510

    MOSKAU, 13. Juli (Viktor Litowkin, militärischer Kommentator der RIA Nowosti.)

    Das Verteidigungsministerium Russlands hat Statistiken über die Zahl von Verbrechen und Vorkommnissen in den Streitkräften im Juni dieses Jahres veröffentlicht. In der Armee und Flotte beträgt die Zahl der Verluste 98 Personen.

    Am höchsten ist diese Zahl bei Situationen, die von Schlamperei und Disziplinlosigkeit zeugen. Außerdem kam es in der Armee und Flotte in 25 Fällen zum Selbstmord.

    Verteidigungsminister Sergej Iwanow erklärte vor kurzem ohne Umschweife, dass Veränderungen in der Situation mit der Disziplin in den Streitkräften nicht vor 2008 zu erwarten seien, das heißt dann, wenn praktisch die Hälfte der Mannschaften und Unteroffiziere aus unter Vertrag stehenden Berufssoldaten bestehen wird und wenn die andere Hälfte zwölf Monate lang dient anstatt der heutigen vierundzwanzig. Wie jedoch Armeegeneral Nikolai Pankow, Leiter des Dienstes für Kader- und Erziehungsarbeit des Verteidigungsministeriums, sagte, habe sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres die Zahl der Rechtsverletzungen, die gerade von Berufssoldaten verübt worden seien, beinahe verdoppelt. Von den 6 195 Verbrechen und Vorkommnissen, zu denen es in diesem Jahr in der Armee und Flotte gekommen ist, entfallen auf die Berufssoldaten 496 Fälle (8,3 Prozent). Armeegeneral Pankow gab zu, dass in der Struktur dieser Verbrechen nach wie vor solche überwiegen, die auch unter den Grundwehrdienstpflichtigen üblich seien: Wehrdienstentziehung, Ausschreitungen gegenüber der örtlichen Bevölkerung, Trunksucht und vorschriftswidrige Beziehungen.

    Von den Soldaten und Sergeanten wurden neun Prozent vor ihrer Armeezeit wegen Rowdytums der Miliz vorgeführt, fünf Prozent zu verschieden langen Freiheitsstrafen verurteilt, vier Prozent waren drogen- und elf Prozent alkoholabhängig, bei drei Prozent wurden suizidale Neigungen festgestellt, und vier Prozent waren Mitglieder von kriminellen Gruppierungen gewesen.

    Wo ist der Ausweg aus einer solchen Situation? Es wird vorgeschlagen, die Streitkräfte grundsätzlich auf die Komplettierung durch Berufssoldaten umzustellen. Bedingung sei, dass diese Menschen beträchtlich mehr als die heutigen 6 000 Rubel im Monat (ungefähr 200 Dollar) bekommen, denn zum Dienst für eine so kleine Besoldung lassen sich eher Leute mit einem relativ niedrigen Niveau überreden. Dann würden in die Armee sachkundige, erzogene und gebildete junge Leute kommen und junge Offiziere würden nicht die Absicht hegen, unter jedem beliebigen Vorwand die Armee so schnell wie möglich zu verlassen. Neben dem Geld müssen die Militärangehörigen, ihre Familien und Kinder ein Dach über dem Kopf und eine zuverlässige Sozialversorgung haben.