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    MOSKAU, 18. Juli (RIA Nowosti)

    "Wremja Nowostej"

    Russland und Ukraine haben das Problem der vermissten Gasreserven gelöst

    Der Konzern Gasprom und das Unternehmen Naftogas Ukraine haben endlich eine Lösung für das Problem der 7,9 Millionen Kubikmeter Gas vereinbart, die aus den unterirdischen ukrainischen Depots verschwunden sind, berichtet die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Montag. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass auch die restlichen Fragen des Zusammenwirkens in der Gasindustrie geregelt sind.

    Das russische Gasmonopol konnte eine Lösung durchsetzen, dergemäß 2,55 Milliarden Kubikmeter der verschwundenen Gasmenge als Bezahlung des russischen Gastransits über das Territorium der Ukraine mitberechnet werden. Der restliche Teil gilt als an den schweizerischen Gashändler RosUkrEnergo (RUE, im Sommer 2004 für den Transit vom turkmenischen Gas gegründet) verkauft, und zwar nach den europäischen Preisen (rund 150 Dollar für 1000 Kubikmeter, insgesamt rund 800 Millionen Dollar). In Wirklichkeit soll Kiew selbst bis Ende 2006 diese Gasmengen an den Vermittler liefern. All das bietet der Ukraine, die infolge des Konflikts buchstäblich kurz vor einer Energiekrise stand, die Möglichkeit, die Situation zu entschärfen.

    Für dieses Jahr hat die Ukraine weiterhin ein Defizit von fünf Milliarden Kubikmeter, was ungefähr einem Monatsverbrauch entspricht. Die Zunahme des russischen Transits um acht Milliarden Kubikmeter in diesem Jahr bietet die Möglichkeit, das physische Defizit nur um eine kurze Zeit hinauszuschieben. Aber bislang wurden weder mit Gasprom, noch mit RUE oder mit dem russischen Gashändler Transnafta Verträge über zusätzliche Lieferungen geschlossen. Zugleich versicherte Naftagas-Chef Alexej Iwtschenko letzte Woche dem Ministerkabinett, sein Unternehmen habe den Kauf von fünf Milliarden Kubikmeter bei RUE und von sechs Milliarden bei Transnafta vereinbart, derzeit werde nur noch der Lieferpreis abgestimmt. Da aber Gasprom einen Teil vom Gas aus den ukrainischen Depots an RUE zu den europäischen Durchschnittspreisen verkauft hat, wird es für Naftagas kompliziert sein, die noch fehlenden Gasmengen zu einem niedrigeren Preis zu kaufen. Gasprom-Chef Alexej Miller sagte bereits im Mai, der Preis für die Gaslieferungen an die Ukraine solle 160 Dollar für 1000 Kubikmeter betragen.

    Bekanntlich ist dieses Geld im ukrainischen Haushalt nicht vorhanden. Deshalb bedeuten die am Vortag geschlossenen Vereinbarungen eine Zeitbombe für den ukrainischen Haushalt 2006, die ein Defizit verursachen werden. Außerdem besteht in der Ukraine ohnehin ein Defizit von fünf Milliarden Kubikmeter im Jahr bis 2009, weil Gasprom einen Teil des Gastransits in bar vorausbezahlt hat.

    Gazeta.ru

    Japanische Geschäftsleute schätzten Russlands Attraktivität für Investitionen hoch ein

    Japanische Unternehmer betrachten Russland als eine der besonders attraktiven Regionen. Das geht aus einem Bericht der Japanischen Bank für internationale Zusammenarbeit, JBIC, hervor, die von der Regierung kontrolliert wird, berichtet die Internetzeitung Gazeta.ru.

    An einer Jahresstudie über die Stimmungen der japanischen Unternehmer hatten 497 japanische Industriegesellschaften teilgenommen. Sie setzten Russland auf Platz sechs in der Welt - höher als die Länder Westeuropas - hinsichtlich der Attraktivität für Geschäftsaktivitäten in der mittelfristigen (für die nächsten drei Jahre) und in der langfristigen (für die nächsten zehn Jahre) Zukunft. Russland teilt die Plätze fünf und sechs mit den USA.

    Die attraktivsten Faktoren für japanische Unternehmer in Russland waren "das Wachstumspotential des Marktes" sowie die "preisgünstigen Arbeitskräfte" und "menschliche Ressourcen". Als die wichtigsten Risikofaktoren gelten "Instabilität bei der Gewährleistung der Sicherheit und in der sozialen Sphäre", "unzureichende Informationen über das Investitionsklima" und "das unterentwickelte Gerichtssystem".

    Laut Statistik entfällt weniger als ein Prozent des gesamten Warenumsatzes Russlands auf Japan. Der Handelsumfang zwischen Japan und Russland macht ein 44stel vom Umfang des japanischen Handels mit den USA und ein 20stel des Handelsumfangs mit China aus.

    Die Situation mit den politischen Risiken für die ausländischen Investoren in Russland hat sich im letzten Jahr qualitativ verschlechtert, stellt Anton Strutschenewski, Analytiker der Investmentgesellschaft Troika Dialog, fest. Der Zustrom der direkten ausländischen Investitionen in Russland macht weniger als zwei Prozent des BIP aus, während dieser in den Ländern Osteuropas bei fünf bis acht Prozent liegt.

    Die Föderale Steuerbehörde Russlands forderte im Juni vergangenen Jahres von der russischen Tochtergesellschaft des halbstaatlichen Unternehmens Japan Tobacco eine Steuernachzahlung von mehr als 70 Millionen Dollar. Die Gesellschaft bestritt zwar ihre Schuld, die Steuerbehörden rechneten aber immer weitere Nachzahlungssummen an. Selbst das japanische Außenministerium musste sich einmischen: Es wandte sich an die russischen Beamten mit der Bitte, "vernünftige Maßnahmen zu treffen". Der Streit ist allerdings weiter im Gange.

    "Iswestija"Russen werden in Kreditfalle hineingelockt

    Mit der aktiven Entwicklung der Verbraucherkredite in Russland benehmen sich manche russische Kunden wie Kinder: Sie kaufen alles auf einmal, ohne zu berechnen, was für die Kredite bezahlt werden soll. Diese Ansicht äußerte Wassili Solodkow, Direktor des Bankeninstituts der Wirtschaftshochschule, am Montag in der "Iswestija".

    Solange der Umfang der Kredite nicht groß ist, ist das auch keine Tragödie, später kann sich aber die Situation verschärfen, meinten die von der Zeitung befragten russischen Experten.

    So kommentierten sie die Ergebnisse einer Studie des Meinungsforschungsinstituts ROMIR Monitoring, denen zufolge jeder vierte Bürger Russlands im zurückliegenden Jahr von Verbraucherkrediten Gebrauch gemacht hat. 20 Prozent von ihnen geben mehr als 25 Prozent des Familienetats und rund ein Drittel zwischen 16 und 25 Prozent für die Tilgung des Kredits aus.

    "Das ist sehr viel", stellt Jaroslaw Lissowolik, leitender Wirtschaftsexperte der Vereinigten Finanzgruppe, fest. "Wenn die Kreditrückzahlungen 40 Prozent und mehr von den Einnahmen des Kreditnehmers ausmacht, so ist dies ein überaus riskanter Kredit."

    Natalija Nikolajewa, Vizepräsidentin der Citibank, führt diese hohen Zahlen auf die geringen Einkommen der Bevölkerung zurück. Diese Meinung teilt auch Dmitri Janin, Vorstandsvorsitzender der Internationalen Konföderation der Konsumgesellschaften: "Wenn man berücksichtigt, dass die meisten Kredite für den Kauf von Haushaltsgeräten sowie von Ton- und Videotechnik aufgenommen werden, so zeugt die Summe von 25 Prozent davon, dass unsere Menschen nicht besonders reich sind."

    Darin liegt auch der Grund, warum die Kredite einen derart beachtlichen Teil des Familienetats verschlingen. Vom potentiellen Kreditnehmer wird ein Minimum an Papieren und Zeit verlangt. Die Bank übernimmt zusätzliche Risiken, die im Zinssatz berücksichtigt werden. Die realen Kreditkosten werden dabei als diverse zusätzliche Zahlungen getarnt. Im Ergebnis könnte der offizielle Jahreszinssatz von 24 bis 29 Prozent in Wirklichkeit bis zu 70 Prozent betragen.

    Die Ursache dafür ist die Armut der Bevölkerung und die Zinssatzpolitik der Banken. Nach Ansicht von Experten könnte die Leichtsinnigkeit der Russen bei der Kreditaufnahme in Zukunft zu ihrem völligen Bankrott führen.

    Eine radikale Senkung der Verbraucherkreditzinssätze ist in nächster Zeit nicht zu erwarten. "In der jetzigen Etappe, wo einige Segmente monopolisiert sind, während das Konkurrenzniveau nicht adäquat ist, bleibt der Faktor der hohen Zinssätze aktuell", so Lissowolik.

    "Gaseta"

    Für PC-Datenschutz wurden 2004 in Russland 42 Millionen Dollar ausgegeben

    Die russischen PC-Nutzer haben im vergangenen Jahr 42 Millionen Dollar für Datenschutz-Software ausgegeben. Nach Angaben der Gesellschaft IDC (International Datacasting Corporation) ist das um ein Drittel mehr als im Jahr zuvor, schreibt die Tageszeitung "Gaseta" am Montag.

    Dieser Ausgabeposten wächst mit jedem Jahr. Nach Ansicht von IDC-Analytikern werden die Unternehmen auch künftig mehr für den Datenschutz als für andere Sicherheitssoftware ausgeben. Allerdings sind auch die Ausgaben in anderen Segmenten dieses Marktes beeindruckend: 2004 wurden für integrierte Lösungen 58 Prozent mehr ausgegeben als im Jahr zuvor und für die Authentifizierungs- und Administrierungssysteme 83 Prozent mehr.

    Nach Ansicht von Timur Farukschin, Leiter des Forschungsbereichs von IDC, zeugt dieses Tempo davon, dass der Markt längst nicht gesättigt ist. "In Russland machen die Datenschutzausgaben nur 0,5 Prozent der gesamten IT-Ausgaben aus, das ist halb so viel wie in der Welt", meint er.

    Die Vorstellung vom Datenschutz reduziere sich heute in vielen Unternehmen auf den Widerstand gegen konkrete Bedrohungen, und zwar vorwiegend von außen: Den Schutz vor Viren, vor Hackerattacken und vor Spams gebe es nahezu in jedem Unternehmen. Dabei müsste zunehmend innerhalb eines Unternehmens nach einem Schädling gesucht werden: Nach Angaben der analytischen Gesellschaft InfoWatch sind bis zu 80 Prozent der Verluste, die mit der Verletzung des Datenschutzes verbunden sind, von Handlungen der Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens verursacht.

    Gerade Mitarbeiter haben beispielsweise dem Ruf von MasterCard, Visa und Bank of Amerika, der Universitäten Stanford und Kalifornien sowie weniger bekannter Unternehmen bzw. Institutionen ernsthaften Schaden zugefügt. Für Russland ist dieses Problem ebenfalls aktuell. In den letzten paar Jahren gab es Informationsverluste u. a. aus der Zentralbank, aus dem Rentenfonds und beim Mobiltelefonunternehmen MTS.

    Nach Ansicht von Experten sollte dies die Unternehmen und Behörden zur Wachsamkeit mahnen und sie zu einer Vergrößerung von Ausgaben für die Datenschutz-Software zwingen. Laut einer IDC-Prognose wird der russische Markt der Datenschutz-Software schneller als der Software-Markt insgesamt wachsen und sich in vier Jahren auf 127 Millionen Dollar belaufen.