13:47 16 Januar 2017
Radio
    Meinungen

    Putin will russisch-türkischen Handel verdoppeln

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0

    MOSKAU, 18. Juli (von Marianna Belenkaja, politische Kommentatorin der RIA Nowosti). Der russisch-türkische Handel muss auf 25 Milliarden Dollar verdoppelt werden.

    Diese Aufgabe stellte der russische Präsident Wladimir Putin bei seinen Verhandlungen mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan in Sotschi.

    Die Aufgabe sei durchaus realistisch, meint Putin. Denn es handelt sich nicht nur um den Warenumsatz allein, sondern auch um Investitionen, um die Zusammenarbeit in Energiewirtschaft und im High-Tech-Bereich.

    Türkische Investoren haben bis jetzt 1,5 Milliarden Dollar in die russische Wirtschaft gesteckt und liegen somit gegenüber den Russen (200 bis 300 Millionen Dollar in die türkische Wirtschaft) weit vorne. Nun muss Putin zufolge ein Ausgleich geschaffen werden. "Allein unsere Alfa Group könnte demnächst mindestens drei Milliarden Dollar in türkische Kommunikationssparten anlegen, wenn die notwendigen Bedingungen dafür geschaffen sind", erklärte Putin nach den Verhandlungen. Auch andere Branchen der türkischen Wirtschaft erwecken bei russischen Investoren Interesse. Einen besonderen Platz nimmt diesbezüglich die Kooperation in der Energiewirtschaft ein. "In diesem Bereich entstanden leider einige Probleme. Aber ich hoffe, dass wir sie gemeinsam bewältigen werden", betonte der russische Staatschef.

    Zu diesen Problemen zählt zweifellos der Umstand, dass sich die gemeinsame Gasleitung "Blauer Strom" auf dem Grund des Schwarzen Meeres - das größte russisch-türkische Projekt, noch nicht rentiert hat. Bei einer geplanten Durchlasskapazität von 16 Milliarden Kubikmeter im Jahr fließen lediglich höchstens 4,7 Milliarden Kubikmeter hindurch.

    Erst als die Pipeline schon praktisch fertig war, gab die türkische Seite zu, den Gasbedarf des Landes überschätzt zu haben. Doch das Projekt konnte schon nicht mehr gestoppt werden. Seine Kapazitäten weiterhin zu nur rund einem Viertel auslasten, bedeutet die Investitionen in den Wind schreiben. Deshalb wird jetzt die Möglichkeit geprüft, die Türkei in eine Drehscheibe für Lieferungen asiatischer und russischer Energieträger nach Europa zu verwandeln. Und nicht nur nach Europa.

    Das meinte Putin, als er über die Bereitschaft Russlands sprach, "mit der Türkei im Bereich der Energiewirtschaft, und unter anderem bei Lieferungen über türkisches Territorium in Drittländer, so zum Beispiel nach Irak, zusammenzuarbeiten". Davor hatte Putin Energielieferungen nach Südeuropa erwähnt. Dafür sind die russischen Geschäftsleute bereit, "große Gasspeicher in der Türkei zu bauen, Anteile an Gasverteilungsnetzen bei deren Privatisierung zu übernehmen, die bereits existierenden Gasleitungen in der Türkei zu nutzen und am Bau neuer teilzunehmen, um unsere Energieträger über türkisches Gebiet in Drittländer transportieren zu können".

    Erdogan seinerseits bekräftigte den Wunsch der türkischen Seite, das Gasleitungsnetz auszubauen, und versprach, den notwendigen politischen Willen aufzubringen, um die Zusammenarbeit Russlands mit der Türkei in der Gasbranche zu aktivieren.

    Das Treffen Putins mit Erdogan gab also grünes Licht für neue Projekte. Übrigens geht es nicht nur um die Energiewirtschaft. Bedeutende Fortschritte zeichnen sich auf dem Gebiet der militärtechnischen Zusammenarbeit ab. Der türkische Premier schloss eine Beteiligung russischer Produzenten an einem Wettbewerb nicht aus, durch den entschieden werden soll, wer Hubschrauber an die Türkei liefern wird. Das bisherige Projekt zu Lieferungen der russisch-israelischen Helikopter vom Typ Ka-50-2 Erdogan wurde aufgehoben. Vielleicht werden andere russische Hubschrauber mehR Glück haben.

    Jedenfalls kann das von Präsident Wladimir Putin gesetzte Ziel, den Handel zu verdoppeln, tatsächlich Realität werden. Dabei kommt eine interessante Frage auf den Tisch: Was läuft schneller, die Investitionen nach Russland oder das Kapital aus Russland in Form von Investitionen der sich immer stärker globalisierenden russischen Firmen?

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren