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    MOSKAU, 19. Juli (RIA Nowosti)

    "Nesawissimaja Gaseta"

    Geopolitischer Kampf um Transnistrien tritt in entscheidende Phase

    Moldawiens Präsident Wladimir Woronin hat letzte Woche einen Plan für die Regelung des Transnistrien-Konflikts vorgeschlagen, dessen Grundlage die ukrainische Variante bildet, die ein Verdrängen Russlands aus dieser Region vorsieht. Das schreibt Alexej Makarkin, stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für politische Technologien, am Dienstag in der "Nesawissimaja Gaseta".

    Trotz der äußeren Ähnlichkeit vieler Passagen verfolgen der russische und der ukrainische Plan für die Regelung des Transnistrien-Konflikts direkt einander entgegengesetzte geopolitische Ziele. Einer der wichtigen Unterschiede besteht darin, dass der Plan von Dmitri Kosak (2003 bekleidete er den Posten eines Vizechefs der Präsidentenadministration Russlands) die russische militärpolitische Präsenz in der Region fixiert, während der Plan des ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko auf einen Abbau dieser Präsenz gerichtet ist. Nicht weniger wichtig ist auch die Tatsache, dass der Plan Kosaks keine Zwangsdemokratisierung Transnistriens (nicht anerkannte Republik auf dem Territorium Moldawiens mit vorwiegend russischsprachiger Bevölkerung) vorsieht, was ein zentrales Moment des Juschtschenko-Plans ist.

    Russland ist in eine komplizierte Lage geraten. Erstens: Der Juschtschenko-Plan entspricht den europäischen Demokratiestandards. Wird die russische Diplomatie den ukrainischen Plan ablehnen, so gibt sie den Anlass, davon zu sprechen, dass sie an einer Aufrechterhaltung ihrer militärischen Präsenz in der Region und nicht an einer Regelung des Konflikts interessiert ist. Genauso schwierig wird es für Russland, sich öffentlich gegen das Projekt einer Demokratisierung Transnistriens zu äußern. Deshalb bekundete die russische Seite, wenn auch zurückhaltend, ihre positive Einstellung zu den ukrainischen Vorschlägen.

    Zweitens: Viele Vertreter der Transnistrien-Elite sind des unklaren Status der "nicht anerkannten Republik" müde und möchten einen Kompromiss eingehen. Außerdem sind sie von der Perspektive eines Konflikts mit der Ukraine nicht erbaut.

    In allernächster Zeit wird Russland prinzipielle Entscheidungen treffen müssen, die wahrscheinlich auf den Hauptprinzipien des Juschtschenko-Plans beruhen werden mit eventuellen Zugeständnissen für die Russische Föderation.

    Die Beibehaltung einer wesentlichen (und nicht bloß formellen) militärischen Präsenz Russlands in der Region ist aber eine Überaufgabe, deren Realisierung äußerst schwer erscheint, schreibt der Politologe.

    "Wremja Nowostej"

    Die meisten Russen haben kein Vertrauen zum Wahlsystem

    Die Russen weisen ein großes Misstrauen gegenüber dem jetzigen Wahlsystem auf, stellen Soziologen aus dem Meinungsforschungsinstitut "Obstschestwennoje Mnenije" (Öffentliche Meinung) fest.

    Wie die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Dienstag berichtet, sind 55 Prozent der Befragten der Auffassung, dass die Wahlergebnisse die Meinung des Volkes nicht widerspiegeln. Nur 31 Prozent sind der Auffassung, dass die Wahlen in Russland fair verlaufen. 51 Prozent sind sicher, dass die Parlamentswahlen 2007 unfair verlaufen werden. In Bezug auf die Präsidentenwahlen 2008 vertreten 44 Prozent der Befragten diese Ansicht. Jeweils 23 und 41 Prozent meinen, die Stimmen würden fair gezählt.

    Das Hauptproblem "liegt in der generellen Einstellung der Bevölkerung, die allen Machtinstituten außer dem Präsidenten persönlich misstraut", so Iossif Diskin, Kovorsitzender des Rates für nationale Strategie.

    Zugleich sind die Russinnen und Russen auch nicht bereit, den Wahlprozess zu boykottieren. 64 Prozent der Befragten wollen an den Staatsduma-Wahlen 2007 und 73 Prozent an den Präsidentenwahlen 2008 teilnehmen. "Im öffentlichen Bewusstsein bleibt die Vorstellung weiter bestehen, dass es möglich sei, die Macht zu beeinflussen", stellte Iwan Klimow, leitender Experte des Meinungsforschungsinstituts, fest. "Es besteht eine gewisse Hoffnung, dass sich etwas ändern würde. Andererseits sind die Wahlen eine übliche Praxis geworden wie Einkaufen gehen. Wir gehen in den Laden einkaufen, der in der Nähe liegt, selbst wenn dort das Angebot unzureichend ist und die Preise nicht optimal sind."

    42 Prozent der Befragten sind sicher, dass eine Entstellung der Abstimmungsergebnisse ein Katalysator für Massenproteste werden könnte. 39 Prozent halten eine solche Entwicklung für unrealistisch. Ausgehend von den Umfragenergebnissen könnte man von potentiellen fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung sprechen, die bereit wären, auf die Straße zu gehen, sollten die Abstimmungsergebnisse durch die Rechtsverstöße radikal entstellt werden.

    Real nehmen ein bis vier Prozent an den Protestaktionen in Russland regelmäßig teil, so Klimow. "Man kann souverän feststellen: Proteststimmungen sind in der Gesellschaft vorhanden. Zugleich wollen die Leute keine revolutionären Veränderungen. Sie sehen ein, dass Revolutionen die Entwicklung des Staates verlangsamen würden." Nach Ansicht des Soziologen sind die Proteststimmungen ein guter Mechanismus für die gesellschaftliche Integration.

    "Kommersant"

    Russlands Banken unzufrieden mit der neuen Strategie von American Express

    Die Vneshtorgbank und die Bank Moskwy haben Schreiben an das Zahlungssystem American Express (AmEx) gerichtet, in denen sie ihre Unzufriedenheit mit der neuen AmEx-Arbeitsstrategie in Russland zum Ausdruck brachten, berichtet die Wirtschaftszeitung "Kommersant" am Dienstag.

    In erster Linie passt ihnen die Perspektive nicht, Agenten der Bank "Russki Standart" zu werden, die das Exklusivrecht auf die Emission von AmEx-Karten in Russland bekommen hat.

    Bisher war American Express das einzige Zahlungssystem in Russland, dessen Karten nicht von Banken emittiert, sondern nur unter eigenen Kunden verbreitet wurden. Im April aber kündigte AmEx den Abschluss eines Abkommens mit der Bank "Russki Standart" an. Laut den Abkommensbedingungen wird die Bank "Russki Standart" "den vollständigen Kundenservice für die AmEx-Karteninhaber gewährleisten, einschließlich der Verrechnungen und der Herstellung von Kreditlimits".

    Dabei hieß es bei AmEx, das Zahlungssystem stelle die Verbreitung personeller Karten in ausländischen Devisen im Herbst ein, es werde aber die Inhaber der emittierten Karten weiter betreuen. Andere Banken können ihren Kunden die von der Bank "Russki Standart" emittierten AmEx-Karten auf der Grundlage von Agentenabkommen anbieten, hieß es.

    Den russischen Banken gefiel diese Idee jedoch nicht. Andrej Krasnow, Vizepräsident der Bank Moskwy, erklärte am Montag: "Wir haben ein Schreiben an AmEx gerichtet, in dem wir das Zahlungssystem darauf aufmerksam machten, dass uns eine Zusammenarbeit über die Bank ‚Russki Standart' nicht zufrieden stellt. Wir empfahlen, entweder das bisherige System des Kartenvertriebs zu behalten oder uns mit Vollmachen auszustatten, wie diese ‚Russki Standart' bekommen hat."

    "Sollten wir keine positive Antwort bekommen, werden wir gezwungen sein, unseren VIP-Kunden ähnliche Produkte anderer Zahlungssysteme anzubieten", fügte er hinzu.

    Eine ähnliche Botschaft sandte auch die Vneshtorgbank (Russlands größte Geschäftsbank), die gebeten hat, die Verbreitung der persönlichen AmEx-Devisenkarten fortzusetzen.

    Außerdem bereitet eine Reihe beachtlicher Teilnehmer des Kreditkartenmarktes ähnliche Appelle vor. In einer größeren Bank wurde gegenüber "Kommersant" erklärt: "Wir möchten nicht einer fremden Bank die Führung der Kartenkonten unserer VIP-Kunden anvertrauen, denn niemand wird uns garantieren, dass diese uns nicht abgeworben werden."

    "Wedomosti"

    Auchan erweitert sein Supermarktnetz in Russland

    Die französische Handelsfirma Auchan erweitert ihre Operationen in Russland. Im September wird in Moskau der erste Supermarkt der Kette Atac eröffnet, das Auchan gehört, berichtet die Geschäftszeitung "Wedomosti" am Dienstag.

    Noch 2002 wurde in der Administration des Gebiets Moskau ein Projekt "Handelsviertel im Moskauer Umland" entwickelt, das den Bau von 50 Handels- und Unterhaltungszentren vorsieht. Atac sollte dabei einer der Pächter sein. Vor kurzem aber erfuhr die Zeitung in der Administration des Moskauer Gebiets, dass das Kooperationsprojekt mit Atac auf Eis gelegt wurde.

    Die Marktteilnehmer erwarten von dem Unternehmen Atac, das nun in der Hauptstadt arbeiten will, eine aggressive Erschließung des Marktes. Swetlana Brussenzowa, Vertreterin der Konservenholding PomidorProm, meinte, dass die Atac-Supermärkte mit Auchan-Lieferern zusammenarbeiten werden und ihre Waren billiger anbieten könnten als die russischen Konkurrenten.

    Anton Bukanow, Direktor der russischen Vertretung von Hortex (Hersteller von feingefrorenem Gemüse), ist zuversichtlich, dass Atac hauptsächlich mit ausländischen Ketten konkurrieren wird, u. a. mit Ramstor (Türkei) und Geschäften der Kette Real, die die deutsche Gruppe Metro in Russland eröffnen will.

    "Das Erscheinen von Atac in Russland wird für den russischen Markt nichts außergewöhnliches sein, weil der Markt noch nicht gesättigt ist", meinte Julija Belowa aus der russischen Metro-Vertretung.

    Experten äußerten unterschiedliche Ansichten hinsichtlich der Strategie, die von Atac bei der Erschließung des Moskauer Marktes zu erwarten ist. Diese Kette könnte sich auf dem Weg des Erwerbs von bereits bestehenden Supermärkten entwickeln, denn die Umverteilung des Einzelhandelsmarktes wird noch lange dauern, so Anna Schirjajewa, Generaldirektorin der Gesellschaft "Magasin Magasinow". Maxim Gassijew, Direktor der Abteilung Handelsimmobilien der Gesellschaft Colliers International, ist überzeugt, dass die neuen Atac-Supermärkte in Handelskomplexen untergebracht werden, weil in Moskau keine guten Räume mehr zu finden sind.

    Die Gruppe Auchan ist in 15 Ländern aktiv und verwaltet dabei 320 Hyper- und 600 Supermärkte. In Russland wird Auchan von der gleichnamigen Tochterfirma vertreten, die sechs Hypermärkte in Moskau und im Moskauer Umland verwaltet.

    "Bisnes"

    Ein deutscher und ein schwedischer Betrieb entstehen im Moskauer Umland

    Ein Betrieb der deutschen Firma Deller GmbH, der Obstfüllmittel und Konzentrate für die Lebensmittelindustrie herstellt, sowie eine Verpackungsfabrik der schwedischen Gesellschaft Tetra Pak werden in der Stadt Lobnja 12 Kilometer nördlich von Moskau entstehen, berichtet die Tageszeitung "Bisnes" am Dienstag.

    Die Investitionen der Deller GmbH in dieses Projekt werden vorausslichtlich fünf Millionen Euro betragen.

    Der frühere Direktor der russischen Vertretung der deutschen Lebensmittelfirma Ehrman, Alex Hartmann, und seine Partner aus der internationalen Consultingfirma Knight Frank (seit 1996 in Russland präsent, Schwerpunkt: Dienstleistungen auf dem Immobilienmarkt) wollen noch weitere ausländische Unternehmen in Lobnja stationieren, mit denen sie gegenwärtig verhandeln.

    Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Boris Gromow, und der Ministerpräsident des Bundeslandes Hessen, Roland Koch, unterzeichneten Ende vergangener Woche ein Abkommen über die Bildung von Industriegebiete gemäß internationalen Standards im Moskauer Umland, wo Unternehmer aus Hessen ihre Produktionskapazitäten unterbringen könnten.

    Für die Realisierung dieses Projekts erwarb die Developergesellschaft Hartmanns 20 Hektar Land bei der Administration der Stadt Lobnja. Die Ausgaben werden auf rund neun Millionen Dollar geschätzt. Zugleich bot die Administration dem Unternehmen gewisse Vorzugsleistungen, sagte Alexej Nowikow, Vizedirektor der Abteilung Industrieimmobilien von Knight Frank. Nun will das Unternehmen das Industriegebiet auf 85 Hektar erweitern.

    "Für den Anschluss an die Strom-, Gas- und Wasserversorgung wird der Investor rund 1000 bis 1 200 Dollar pro 0,1 Hektar ausgeben müssen", so Dmitri Rajew aus der russischen Immobiliengesellschaft Swiss Realty. "Der Bau der Industrieräume wird rund 750 Dollar pro Quadratmeter kosten."

    Das Industriegebiet in Lobnja ist das erste realisierte Projekt dieser Art, insgesamt sollen bis 2010 rund 60 Industriegebiete bei Moskau entstehen. Für vier davon - in den Rayons Wolokolamsk und Istra sowie in den Städten Stschelkowo und Dubna - sind bereits Investoren gefunden worden, behauptet Wjatscheslaw Krymow, Wirtschaftsminister des Moskauer Umlands.

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