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    Russlands Image: Mehr Freiheit...

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    MOSKAU, 20. Juli (Wassili Kononenko, politischer Kommentator der RIA Nowosti).

    100 Tage nach seiner Ernennung zum Leiter der Verwaltung des russischen Präsidenten für überregionale und kulturelle Verbindungen mit anderen Ländern hat Modest Kolerow zu sprechen begonnen. Es geht um seine ersten Interviews, in denen er schrittweise über Details der Tätigkeit seines Dienstes informierte. In vorsichtigen Formulierungen des Autors ist ein Trend zur Herstellung eines positiven Image Russlands im postsowjetischen Raum immer deutlicher zu spüren. Diese Aufgabe ist vor dem Hintergrund der gegenwärtigen "Galaxienflucht" im postsowjetischen Raum derart wichtig, akut und unaufschiebbar, dass dem Polittechnologen und PR-Fachmann Kolerow beinahe die Schlüsselrolle in den Beziehungen Russlands zu anderen Republiken der früheren Sowjetunion zugedacht war, in denen bislang Millionen ethnische Russen ansässig sind. Nur unter einer Bedingung wäre es möglich, ihre Rechte und nationalen Interessen in benachbarten Ländern zu schützen: Russland sollte nicht nur für seine Macht, Öl und Gas geachtet, sondern auch ein wenig geliebt werden. Daraus ergibt sich das Image des Landes.

    Es sei daran erinnert, dass Modest Kolerows Ernennung in dieses hohe Amt eine schmerzhafte Reaktion des Kremls auf für Russland schlechte Nachrichten aus benachbarten Ländern war. In den letzten Jahren lässt das humanitäre Interesse dieser Länder an Russland nach. In den Medien der früheren Unionsrepubliken wird viel Negatives über Russland berichtet. Im Juli vergangenen Jahres hatte Präsident Wladimir Putin in einer Beratung russischer Botschafter erklärt, dass gegen Russland im Ausland "von langer Hand geplante Kampagnen" durchgeführt werden, um Russland in Misskredit zu bringen. Derartige Erscheinungen durften nicht weiter unbemerkt bleiben.

    Die Wahl Kolerows war in diesem Zusammenhang durchaus kein Zufall. Seine Kollegen bezeichnen ihn als einen "patriotischen Intellektuellen". Kolerow selbst schreckt sich nicht davor zurück, die Vorteile der russischen Denk- und Lebensweise hervorzuheben, und ist nach allem zu urteilen bestrebt, diese These zur Strategie in seiner Tätigkeit zu machen. "Russland und die russische Sprache im postsowjetischen Raum - das ist Freiheit, das ist eine Voraussetzung für mehr Freiheit und für größere Möglichkeiten. Millionen Bürger in benachbarten Ländern können ihre Wünsche und ihr Recht auf Freiheit gerade in Russland wahrnehmen", sagte Kolerow zur Gewährleistung humanitärer Interessen russischer Bürger in anderen Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Es liegt klar auf der Hand, dass seine Position eng mit der Aufgabe verflochten ist, ein attraktives Image Russlands herzustellen.

    Ohne Zweifel können Erfolge in diesem Bereich nicht mit irgendwelchen Instrumenten gemessen werden. Das positive Image eines Landes setzt sich aus dem Ansehen der Macht, aus der Sozial-, der Wirtschafts- und der Kulturpolitik zusammen, die diese Macht betreibt und ein Ausdruck der Wirklichkeit ist.

    Einstweilen kann noch nicht festgestellt werden, dass die Einstellung zu den Russen zum Beispiel in Moldawien nur dank Anstrengungen einer Verwaltung des russischen Präsidenten besser geworden ist. Erst vor kurzem hatten die moldawischen Behörden gegen seine Reisen nach Chisinau und Tiraspol protestiert, wo Kolerow mit Vertretern des Kongresses russischer Gemeinschaften wie auch der moldauischen Opposition zusammentraf. Wichtig ist aber, dass man sich im System der Macht, auf allen Machtebenen in Russland schrittweise darüber klar wird, dass das Image ein Kapital ist, das den Wert von Handlungen des Staates vermehrt. Aber in dieser Kunst wird Russland noch lange üben müssen.