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    In Moskau soll ein mittelalterlicher Holzpalast wieder aufgebaut werden

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    MOSKAU, 22. Juli (Anatoli Koroljow, RIA-Nowosti-Kommentator). Das Amt des Moskauer Oberbürgermeisters hat beschlossen, sich mit dem Problem des Wiederaufbaus eines einzigartigen Palastensembles des 17. Jahrhunderts auf dem Gelände des Museumsreservats Kolomenskoje im Süden von Moskau zu befassen.

    Vor 300 Jahren, unter Zar Alexej Michailowitsch aus der Romanow-Dynastie, befand sich dort ein legendärer Zarenpalast aus Holz. Zeitgenossen schrieben über ihn wie über eines der Weltwunder.

    Der einzigartige Bau aus Baumstämmen stellte ein ganzes Nest von Holzgemächern und Paraderäumen dar, die durch Übergänge miteinander verbunden und mit einer phantastischen Schnitzerei, kleinen Türmen, von Wetterfahnen, Fenstern, Zeltdächern und sonstigen Wundern der Holzbaukunst geschmückt waren.

    Der Palast verkörperte den Geist des russischen Volksmärchens. In diesem Sinne war er eine ebensole Äußerung des russischen Geistes, wie die Nôtre Dame de Paris die Seele des französischen Paris verkörpert.

    Diesen fröhlichen russischen Geist kann man heute zum Beispiel in den Formen der Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz in Moskau erkennen.

    Der Holzpalast wurde von den Zimmerleuten des vom Ältesten Petrow geleiteten Artel gebaut, in dem der geniale Zimmermann Iwan Michailow der beste Meister war.

    Er war es, der den Plan des Palastes und sein prächtiges Dekor aus Holz entworfen hatte.

    Das Weltwunder wurde in nur einem Jahr - 1667/1668 - gebaut.

    Dreizehn Jahre später, 1681, wurde der Palast vom Zimmermann Semjon Dementjew teilweise umgebaut, was den Bau noch schöner machte. Ausländische Gäste kamen nicht aus dem Staunen heraus. Ein Meisterwerk aus Holz von dieser Schönheit gab es sonst nicht auf der Welt.

    Der Palast wurde freilich nur in den Tagen der Falkenbeize bewohnt, sonst stand er leer. Er überlebte mehrere Brände. Obwohl der Palast vor den Flammen gerettet wurde, stand das ganze Ensemble allmählich so vernachlässigt da, dass Zarin Katharina II. ihn abtragen hieß.

    Jetzt hat man im Prinzip beschlossen, den Holzpalast in seiner ursprünglichen Form wieder herzustellen. Zudem hat sich eine ausgezeichnete Miniaturkopie des Baus erhalten, die 1867 vom Schnitzer D. Smirnow gefertigt wurde.

    Moskau zeigt in seinem Streben, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, den Geist einer totalen, historischen Rekonstruktion. Am bedeutendsten in dieser Hinsicht ist vorläufig die nach der Zerstörung wieder aufgebaute Erlöserkathedrale.

    Die jüngste Errungenschaft ist die vollständige Wiederherstellung der durch Bomben zerstörten einzigartigen Mariä-Entschlafens-Kirche bei Weliki Nowgorod. Den Urhebern dieses einzigartigen Projektes, den Architekten und Restauratoren Viktor Krasnoretschjew und Ninel Kusmina, hat der Präsident vor einem Monat im Kreml den Staatspreis überreicht.

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