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    Einnahmen aus Einreisetourismus in Russland werden zunehmen

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    MOSKAU, 27. Juli (Olga Sobolewskaja, Kommentatorin der RIA Nowosti).

    Die Einnahmen aus dem Einreisetourismus in Russland sollen in diesem Jahr steigen, obwohl sich die Zahl der ausländischen Gäste höchstwahrscheinlich verringern wird.

    Das teilte der Chef der Föderalen Agentur für Tourismus Russlands, Wladimir Strschalkowski, am vergangenen Dienstag auf einer Pressekonferenz in Moskau mit.

    Die Ursachen für diese Situation liegen laut Strschalkowski wie bislang in dem komplizierten Visaregime - dem langwierigen Verfahren der Visaerteilung und der großen Zahl der vorzulegenden Dokumente, dem "Scheitern der Werbung" des Landes im Ausland und in Problemen der Infrastruktur.

    "Wir sind für ein paritätisches Visaregime mit anderen Ländern, jede Erleichterung des Visaregimes ergibt immer eine Erhöhung der Touristenzahl", betonte der Chef der Agentur für Tourismus (Rosturism). Als einen Faktor für die Verringerung der Touristenzahl in Russland bezeichnete er unter anderem die Einführung der Visapflicht für Polen, woher traditionell eine große Zahl von Touristen nach Russland geströmt war. Die Zahl der Gäste aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), die als Touristen in Russland einreisen und faktisch Migranten sind, die nach Arbeit suchen, wird ebenfalls zurückgehen.

    Zugleich nimmt die Zahl der Ausländer, die in einzelne Regionen und Städte Russlands kommen, konsequent zu. Vor allem Moskau und Sankt Petersburg würden von Ausländern besucht, erklärt Strschalkowski. Im vergangenen Jahr seien 2,919 Millionen Ausländer in Moskau gewesen, um 17 Prozent mehr, als im Jahr 2003. Auch die Zahl der Einreisenden nach Smolensk (Westen), in das Gebiet Wladimir (östlich von Moskau) und in das Gebiet Tula (südlich von der Hauptstadt) hat sich erhöht. In diesen Regionen gibt es eine hochentwickelte Infrastruktur, die Zahl der komfortablen kleineren Hotels, die sich bei den Touristen großer Beliebtheit erfreuen, nimmt zu. Unter einem kleinen und einem großen Hotel gleicher Klasse, zum Beispiel vier Sterne, wählen Ausländer nicht selten das kleinere Hotel.

    Experten sind der Ansicht, dass ausländische Touristen künftig auch in die Region Krasnodar im Süden Russlands reisen könnten, vorausgesetzt, dass sie sich im gegenwärtigen Tempo weiterentwickelt. "Die Kultur der Aufnahme von Touristen hat sich dort bedeutend verbessert", lobt Strschalkowski. "Noch vor kurzem gab es in der Region nur Hotels, während es an Unterhaltung mangelte." "Unseren Empfehlungen wurde Gehör geschenkt, das Business fördert jetzt aktiv die Unterhaltungsindustrie." Jetzt gibt es in der Region Krasnodar Aquaparks, Seilbahnen und zahlreiche Rummelplätze. Die Zahl der russischen Touristen, die ihren Urlaub in Krasnodar verbringen wollen, nimmt ständig zu. Allein im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sie sich um 25 Prozent.

    Experten des Russischen Verbandes der Tourismus-Industrie verweisen darauf, dass immer mehr Russen ihren Urlaub eher im Ausland als im eigenen Lande verbringen möchten. Die Preise für Auslandsreisen stiegen in letzter Zeit durchschnittlich um acht bis neun Prozent im Jahr, während sich die Leistungen auf dem einheimischen Tourismus-Markt jährlich im Schnitt um 20 bis 25 Prozent verteuerten. Die Preise zogen für alles an - Transport, Hotelunterbringung und Führungen.

    Bei Rosturism wird die Überzeugung geäußert, dass Russland einen eigenen Ereignis-Tourismus entwickeln, das heißt möglichst viele Gäste zu verschiedenen Festivals, Konzerten, Meisterschaften usw. einladen sollte. "Wachstumsperspektiven in dieser Sparte zeichnen sich bereits ab", sagt Strschalkowski. Geplant ist, ab 2006 einen Kalender der Ereignisse in verschiedenen Städten Russlands zu veröffentlichen. "Dies hilft kleineren Städten, das bildet eine Grundlage für die Auslastung ihrer Hotels", sagt der Rosturism-Chef.

    Sinnvoll wäre auch auf die Entwicklung der aktiven Erholung zu setzen, behaupten Experten der Branche. "In den Regionen entstehen immer mehr Kleinunternehmen, die eine Erholung in der Natur (Flößen, Reiten, Radfahren u.a.) bieten", sagt Irina Tjurina vom Verband für Tourismus-Industrie. "Bislang war diese Art des Tourismus wenig rentabel. Jetzt nehmen die Gewinne derart zu, dass dieser Sparte bedeutend mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden soll."

    Rosturism hat jetzt zwölf Reisezentren ausgewählt, um dort die Tourismus-Industrie zu fördern. Der russische Präsident Wladimir Putin beauftragte persönlich, die Tourismusindustrie in Krasnaja Poljana (alpiner Ski-Kurort in der Region Krasnodar) und in Tobolsk (Westsibirien) zu entwickeln. In Tobolsk wird auf die historischen Sehenswürdigkeiten gesetzt. So auf das Romanow-Haus, in dem die Familie des letzten russischen Zaren kurz vor ihrer Ermordung gewohnt hatte. Unweit von Tobolsk befindet sich das Dorf Pokrowskoje, wo Grigori Rasputin geboren wurde, der ungewollt zur Entmachtung der Romanows viel beigetragen hat. In den oben genannten zwölf Reisezentren werden Kulturdenkmäler wiederhergestellt und die Infrastruktur modernisiert.

    Was die Fehlkalkulationen in der Werbung betrifft, so wird Russland in nächster Zeit an 18 internationalen Reisemessen teilnehmen, um seine "Tourismus-Produkte" durchzusetzen. Es handelt sich um Ausstellungen in London, Berlin und Madrid. "Wir werden darauf bestehen, dass das Werbebudget erhöht wird", sagt der Rosturism-Chef.

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