18:49 23 Oktober 2017
SNA Radio
    Meinungen

    Shuttle erweckt ISS-Programm zu neuem Leben

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 6 0 0

    MOSKAU, 27. Juli (Andrej Kisljakow, politischer Kommentator der RIA Nowosti).

    "Four! Three! Two! One!... And now lift off." Fast zweieinhalb Jahre in Folge war dieser Countdown nicht mehr zu hören, und zwar bis zum 26. Juli.

    Am vergangenen Dienstag hörten wir wieder die aufgeregte Stimme des Kommentators in Cape Canaveral, der die Wiederaufnahme der Flüge des amerikanischen wiederverwendbaren Weltraum-Transportsystems Space Shuttle verkündete. Nach dem Absturz der Raumfähre Columbia im Februar 2003 machte sich die Discovery nun als erste auf den Weg zur Internationalen Weltraumstation.

    Die Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge gibt der praktischen Entwicklung des ISS-Programms zweifellos einen neuen Antrieb. Zumal dieses Programm zu einem nicht geringen Teil eben für das amerikanische Transportsystem konzipiert worden war. Heute macht es auch keinen Sinn mehr, darüber zu diskutieren, dass die geplante Zahl der Flüge ganz offenbar schon nicht mehr ausreicht, um die Station fertigzustellen. Genau so wenig sinnvoll ist das Rätselraten darüber, was die Amerikaner von dem Programm halten und was sie mit ihm überhaupt anfangen wollen.

    Die Hauptsache ist, dass der Shuttle endlich ins All gestartet ist, was es ermöglicht, die vordringlichsten, schon nicht mehr aufschiebbaren Probleme der ISS zu lösen.

    Hierzu zählt die Erhöhung der zahlenmäßigen Stärke der ISS-Crew.

    "Die Wiederaufnahme der regelmäßigen Flüge der amerikanischen Raumfähren gibt die Möglichkeit, zur Stationierung einer ständigen dreiköpfigen internationalen Besatzung an Bord der ISS zurückzukehren und den Bau der Internationalen Weltraumstation weiterzuführen. Außerdem wird es viel leichter, die ISS mit den lebensnotwendigen Frachten zu versorgen", meint der Leiter von Roskosmos, Anatoli Perminow.

    Nach der Aussetzung der Shuttle-Flüge verlagerte sich die ganze Last für die Funktionsfähigkeit der Station auf die russischen Schultern. Die bemannten Sojus-Raumschiffe und die automatischen Progress-Transporter blieben bis jetzt die einzigen Mittel, um die Besatzungen auszutauschen und Güter auf die Umlaufbahn zu befördern.

    Unter diesen Bedingungen musste die Besatzung auf ein Minimum reduziert werden, um praktisch eine Aufgabe sicherzustellen: die Funktionsfähigkeit des Komplexes in der einzig gangbaren Weise, nämlich bemannt, aufrecht zu erhalten. Mit anderen Worten: Die halbjährigen Schichten im All wurden für die Astronauten und Kosmonauten zu einem echten Kampf um die Betriebsfähigkeit der ISS und ums eigene Überleben an Bord.

    Heute ist "die ISS zu einem Kopplungsmanöver mit dem Shuttle Discovery bereit, das laut amerikanischen Angaben für den 28. Juli geplant ist", meldete die Flugleitzentrale bei Moskau.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren