19:03 20 Januar 2017
Radio
    Meinungen

    Russland in Asien: eine höhere Stufe der Partnerschaft

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0

    VIENTIANE, 29. Juli (Dmitri Kossyrew, politischer RIA-Nowosti-Kommentator). Der erste Gipfel Russland-ASEAN wird im Dezember in Malaysia stattfinden.

     Das teilte Russlands Außenminister Sergej Lawrow unmittelbar nach Abschluss der Konferenz ASEAN-Russland auf der Ministerebene mit. Dieses Treffen fand wie üblich im Rahmen des jährlichen ASEAN-Forums für Sicherheit statt.

    Dieses Forum ist der bereits traditionelle und auch einzige Ort, wo die regionale Pazifikpolitik gemacht wird. Historisch ist es so entstanden, dass diese Politik um ASEAN, die zehn Länder Südostasiens, gestaltet wird, die bereits seit 12 Jahren Außenminister aus ASEAN-Partnerländern einladen. Diese Partner bilden ein komplettes "Who is Who" in der Pazifikregion, von Russland bis Neuseeland sowie die USA und Kanada.

    Hier muss betont werden, dass die Partner der Vereinigung auf verschiedenen Ebenen stehen. Die größte Pazifikmacht, die USA, ist nicht über die Ebene der Teilnahme am Jahresforum für Sicherheit hinausgekommen. Der wichtigste USA-Rivale im Kampf um die führende Rolle in der Region, China, nimmt dagegen jährlich neben den Treffen auf der Ministerebene auch an den Gipfeltreffen teil, die Anfang Winter stattfinden. Zu diesem engen Kreis der engsten Partner gehören außerdem Japan und Südkorea sowie Indien, das in geographischer Hinsicht nicht zum Pazifik bzw. zu Ost- oder Südostasien gehört, und jetzt auch Russland.

    Der von Lawrow angekündigte Gipfel ist Teil eines komplizierten diplomatischen Sujets, an dem man weniger den ökonomischen, sondern vielmehr den politischen und den ideologischen Aspekt der Integration im Pazifikraum verfolgen kann.

    Selbst die überaus geschlossene und bereits zu einer nahezu freien Handelszone gewordene ASEAN hat große innere Probleme, die mit der Notwendigkeit verbunden sind, die ärmeren Teilnehmer (Laos, Vietnam, Kambodscha und Myanmar) bis zum Niveau der Industrieländer wie Singapur oder Malaysia anzuheben. Mit dem Kreis der äußeren ASEAN-Partner sieht alles noch komplizierter aus.

    Im Dezember werden sich in Malaysias Hauptstadt Kuala-Lumpur neben den zehn ASEAN-Staatschefs die höchsten Repräsentanten Chinas, Japans, Südkoreas, Indiens und Russlands versammeln. Mit diesen vier Präsidenten und Regierungschefs wird die ASEAN-10 zunächst einzeln sprechen, und zwar nach dem eigenen für alle übrigen geschlossenen Gipfeltreffen.

    Danach wird ein 10+3-Gipfel stattfinden. Damit wird das bereits real funktionierende Projekt der Bildung einer starken Wirtschaftsgemeinschaft der zehn Länder Südostasiens und der ostasiatischen Länder China, Japan und Südkorea bezeichnet.

    Aber auch das ist noch nicht alles. Unmittelbar danach will Malaysia seinen zehn Jahre alten Traum verwirklichen - den Gipfel der Organisation für Ostasiatische Zusammenarbeit in der Geschichte. Es handelt sich dabei um 10+3 plus Australien und Neuseeland.

    Es ist zu erwarten, dass sich dieser Gipfel in erster Linie mit der ideologischen Komponente der pazifischen Integration befassen wird, die die Respektierung des Prinzips der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten, das multipolare Herangehen an die Weltordnung und vieles mehr beinhaltet. Jeder ASEAN-Partner wird mit der "Zehn" einen Akt über die Treue zu den Prinzipien des Vertrags von Bali unterzeichnen, in dem all diese Bestimmungen noch 1976 dargelegt wurden. Russland hat das im vergangenen Herbst gemacht. Damit schloss es sich noch näher seinen ASEAN-Partnern an, im Unterschied zu den USA, die außerhalb dieses Vertrags geblieben sind.

    Hier gab es eine neue Sensation: Russland, das bisher (trotz seiner offensichtlichen geographischen Zugehörigkeit zu der Region) keinen Wunsch gezeigt hatte, am Projekt der Organisation für Ostasiatische Zusammenarbeit teilzunehmen, wechselte vor einigen Tagen seinen Standpunkt und bot seine Mitgliedschaft an dieser Organisation an. Selbstverständlich setzt das auch eine Teilnahme Wladimir Putins an einem weiteren Gipfel in der Hauptstadt Malaysias voraus. Es ist zu erwarten, dass dieses Thema nach Vientiane nun bei der Tagung der UNO-Vollversammlung im September diskutiert wird.

    Russland passt von allen Parametern her in den Rahmen der Ostasiatischen Kooperationsorganisation, bis auf einen. Der stabil wachsende Warenumsatz Russlands mit ASEAN beträgt lediglich 3,5 Milliarden Dollar.

    Deshalb setzt Wladimir Putins Teilnahme am Gipfel in Kuala-Lumpur gerade voraus, dass die geschäftliche Zusammenarbeit mit dieser Region verstärkt wird. Neben der politischen Erklärung ist ein größeres Dokument zu erwarten - ein Programm dieser Zusammenarbeit, in der die technologische Sphäre, Forschung, Bildung und Tourismus im Mittelpunkt stehen werden. Außerdem erwägt der hauptsächlich aus Geschäftsleuten bestehende Geschäftsrat Russland-ASEAN ein wirkungsvolles Programm von Ausstellungen und Seminaren, das den Besuch des Präsidenten Russlands begleiten wird. Nach der wachsenden Aktivität der russischen Wirtschaft außerhalb des Landes nähert sich jedenfalls die Periode ihrem Ende, in der Russlands politische Deklarationen seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten weit vorauseilten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren