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    Der Terror einer neuen Generation

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    MOSKAU, 29. Juli (Arseni Oganessjan - RIA Nowosti). Im Zusammenhang mit der Terror-Welle, die diesen Sommer die britische Hauptstadt erschütterte, entschloss sich die Irisch-Republikanische Armee (IRA) zu einem historischen Schritt, nämlich den bewaffneten Kampf gegen London aufzugeben.

    Die IRA-Kämpfer, die laut einigen Schätzungen bis zu 1.800 Menschenleben auf dem Gewissen haben, wollen nicht mit der neuen Generation der Terrorfanatiker assoziiert werden.

    Den Aktivisten der IRA wurde anscheinend klar, dass das Begehen weiterer Gewalttaten durch sie nach den Bombenanschlägen in der Londoner U-Bahn und einem Linienbus für sie den Verlust ihres Gesichtes bedeuten und ihre Ziele in Misskredit bringen würde. Deshalb zeigen sie sich gewillt, den Weg eines demokratischen Dialogs einzuschlagen.

    "Unsere Zivilisation ist auf eine Erscheinung gestoßen, die mit dem politischen Radikalismus der zurückliegenden Jahrzehnte wenig gemein hat. Damals war der Terror nämlich ein Teil des bewaffneten nationalen Befreiungskampfes", sagte Alexej Makarkin, stellvertretender Direktor des Zentrums für politische Technologien, gegenüber RIA Nowosti. "Jetzt hat sich die Situation grundsätzlich geändert. Die religiösen Terrorfanatiker, Repräsentanten des radikalen Wahhabismus, begnügen sich nicht mehr mit lokalen Aufgaben, sie wollen die ganze Welt nach ihrem eigenen Muster ummodeln", meinte er.

    "Ihre Ideen ziehen sowohl soziale Outsider an, welche Polizisten im russischen Dagestan töten, als auch Menschen mit westlicher Ausbildung, wie die, auf deren Konto die Anschläge in New York und neulich in London gehen", führte der Experte aus.

    Der Terror, wie er in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war, tritt jetzt beiseite, um einem neuen Terror den Weg freizumachen.

    Ungeachtet der furchtbaren Folgen der Terroranschläge der letzten Jahre gegen Zivilisten ist die Weltgemeinschaft offenbar noch weit davon entfernt, das Leben schutzloser Menschen über die geopolitischen Spiele zu stellen, auf die Doppelstandards zu verzichten - wenn diejenigen, die Wolkenkratzer in den USA, Eisenbahnzüge in Spanien, die U-Bahn in London sprengen oder US-Soldaten in Irak töten, eindeutig als Terroristen bezeichnet, aber jene, die Wohnhäuser in Moskau sprengen, ein Moskauer Theater mit fast ein Tausend Zuschauern verminen, hunderte Kinder der unbekannten russischen Stadt Beslan als Geiseln nehmen, "Rebellen" und manchmal sogar "Freiheitskämpfer" genannt werden.

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