13:36 17 August 2017
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    Russland baut neuen kosmischen Komplex für Fernerkundung der Erde

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    MOSKAU, 04. August (Juri Saizew - Experte des Instituts für Weltraumforschung - RIA Nowosti). Das russische raketenkosmische Zentrum ZSKB-Progress (Samara an der Wolga) steht kurz vor dem Abschluss der Entwicklung eines Komplexes neuer Generation für die Fernerkundung der Erde - Resurs-DK1.

     Dieser Raumapparat ist für die kommerzielle Nutzung gedacht und soll im dritten Quartal dieses Jahres ins All geschossen werden.

    Bilder der Erdoberfläche von hoher Qualität sind im Ausland immer stark gefragt gewesen. "Unser Vorankommen auf dem internationalen Markt für Geoinformationssysteme verbinden wir mit der Umsetzung eines neuen aussichtsreichen Projektes auf der Basis des kosmischen Komplexes Resurs-DK1", sagte Progress-Generaldirektor Alexander Kirillin. "Dieses Projekt wird es unseren Auftraggebern gestatten, ihre Informationstechnologien auf der Basis moderner Erzeugnisse zu vervollkommnen, die mit Hilfe von Satellitenaufnahmen hergestellt werden", fügte er hinzu.

    Resurs-DK1 dient für die Fernerkundung der Erde gleichzeitig in mehreren Zonen unter Einsatz optischer und elektronischer Ausrüstungen. Das Ziel ist, informative Bilder operativ zu gewinnen und sie zur Auswertung zur Erde zu übertragen. Die gewonnenen Daten können aktiv in der Kartographie, bei der Erkundung natürlicher Ressourcen (Wald-, Wasser-, Boden- und geologischer Ressourcen), beim ökologischen Monitoring und im Umweltschutz, aber auch für eine operative Kontrolle über Wirtschaftsaktivitäten, bei der Beseitigung der Folgen von Naturkatastrophen und bei außerordentlichen Situationen genutzt werden.

    Zum ersten Mal gehört zum kosmischen Komplex eine weit verzweigte Boden-Infrastruktur. Sie setzt sich aus Mitteln für den Empfang von Daten aus dem erdnahen Raum und für die Erstellung diverser thematischer Erzeugnisse auf ihrer Grundlage sowie aus Mitteln für effektive Kontakte mit Kunden bei der Erfassung und Realisierung von Bildaufträgen zusammen.

    Den Ausgangscharakteristika des Videomaterials nach ist Resurs-DK1 mit den besten ausländischen Analoga von Komplexen zur Fernerkundung der Erde vergleichbar und übertrifft sie sogar bei einigen Merkmalen.

    Der Raumapparat ist mit einer einmaligen Hochgeschwindigkeits-Funklinie für die Datenübertragung und mit einem großen Speicher komplettiert. Das gestattet es, ein und dieselbe Information bei der Fernerkundung der Erde für verschiedene Kunden mehrfach zu reproduzieren.

    Die Basisvariante des Raumapparates Resurs-DK1 ist derart projektiert, dass sein Gewicht oder das Gewicht der Nutzlast nach Bedarf erhöht werden kann. Zudem hat der Satellit beachtliche Energiereserven. Auf diese Weise könnten an Bord des Satelliten zusätzliche Geräte installiert werden, die für Nebenexperimente bestimmt sind.

    Mit Resurs-DK1 sollen auch Experimente im Rahmen des internationalen Projektes RIM-Pamela durchgeführt werden (RIM steht für "Russisch-Italienische Mission"). Die Forschungsaufgaben des Projektes, an dem auch Wissenschaftler in Deutschland, Schweden und den USA teilnehmen, haben zum Ziel, fundamentale Probleme der Kosmologie zu lösen. Es geht um die physikalische Lehre über das Universum, über seine Entstehung und Evolution. Laut dem Projektleiter von der russischen Seite, Prof. Arkadi Galper, soll in erster Linie die Natur der so genannten Dunkelmaterie ergründet werden.

    "Bekanntlich setzt sich das Universum zu 30 Prozent aus Dunkelmaterie (oder latenter Masse) und zu 70 Prozent aus der Energie des kosmischen Vakuums zusammen, die den Gravitationskräften entgegenwirkt und eine endlose Ausdehnung unseres Universums ermöglicht", sagt Galper. "Das Durchdringen in die rätselhafte Welt der Dunkelmaterie, die Messung der Masse ihrer Teilchen, sollte sie sich aus Elementarteilchen zusammensetzen, wie auch die Bestimmung ihres Ursprungs und ihrer Eigenschaften werden zum Gegenstand unserer Forschungen im Rahmen des Projektes RIM-Pamela", betont der Wissenschaftler.

    Eine andere Nutzlast, die sich an Bord von Resurs-DK1 befinden wird, ist das Gerät Arina. Damit sollen die Methoden für Prognosen von Erdbeben durch das Registrieren von Schwankungen der elektromagnetischen Strahlung vervollkommnet werden, die möglicherweise im Epizentrum des künftigen Bebens entsteht.

    Der Satellit Resurs-DK1 soll mit einer Sojus-Trägerrakete vom Raumbahnhof Baikonur in den Orbit befördert werden.

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