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    Israelischer Terrorismus - eine Realität

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    MOSKAU, 05. August (Marianna Belenkaja, politische Kommentatorin der RIA Nowosti.) Es ist etwas geschehen, was seit langem erwartet wurde.

    Der israelische Terrorist Eden Natan-Zada erschoss am Donnerstag, dem 4. August, friedliche Passagiere eines Busses. Vier israelische Araber wurden getötet. Die wütende Menge von Arabern erschlug den Mörder.

    Die Tragödie, zu der es am Vortag in der Stadt Schfaram gekommen ist, schockt, verwundert jedoch nicht.

    Es ist das Blutbad von Hebron von 1994 noch nicht vergessen, als ein jüdischer Siedler, Baruch Goldstein, der aus den USA eingereist war, während des Gebets 29 Palästinenser tötete. Nicht vergessen ist auch der Mord an Ministerpräsident Itzhak Rabin im November 1995. Damals wollte es den Juden in der ganzen Welt nicht in den Kopf, dass ein Israeli auf Rabin geschossen hatte. Im Übrigen gibt es nicht wenige Fälle, da um der so genannten hohen Ziele willen eigene Leute sowohl in der jüdischen als auch in der anderen Geschichte gemordet wurden. Für die jüdische Diaspora hingegen, die traditionsgemäß auf die Errungenschaften der Israelis, ihren Mut und ihre Ausdauer stolz ist, bedeutet das Vorkommnis, dass die gewohnte Welt einstürzt.

    Aber schließlich ist Israel ein Staat wie die anderen auch, von Menschen bevölkert, die sich von den übrigen ebenfalls nicht sonderlich unterscheiden. Einst sprach der erste Ministerpräsident von Israel David Ben-Gurion davon, dass Israel erst dann ein vollwertiger Staat sein werde, wenn dort Iwrith sprechende Diebe und Prostituierte aufkommen. Nun sind Iwrith sprechende Terroristen aufgekommen. So wird der Traum der Gründerväter des Staates realisiert. That’s life.

    Für den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon ist das Problem des Extremismus unter den Mitbürgern ebenso akut wie auch für den Chef der Palästinensischen Nationalen Administration Mahmoud Abbas. Die Israelis und die Palästinenser leben schon seit Generationen in Kämpfen gegeneinander, doch es erweist sich, dass die Grenze, anderen Prinzipien folgend, ganz woanders verläuft. Und so stehen auf der einen Seite nun Israelis und Palästinenser, die gemeinsam leben und arbeiten wollen, auf der anderen aber die Terroristen aus palästinensischen und jüdischen Extremistengruppen. Doch die Stereotypen sind zäh, und das ist ein zusätzlicher Trumpf in den Händen der Terroristen.

    Kurz vor der Realisierung von Sharons Plan für die Evakuierung aller jüdischen Siedlungen aus dem Ghaza-Sektor und zum Teil vom Westjordanufer nimmt die Gefahr neuer Terrorakte und Provokationen jäh zu. Israels Polizei und die Sicherheitskräfte der PNA sind in Kampfbereitschaft versetzt worden. Denn Natan-Zada verwirklichte einen der am leichtesten zu realisierenden Pläne der jüdischen Extremisten. Angedroht werden außerdem der Mord an Sharon sowie die Sprengung der Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem. Solche Ideen können eigentlich nur von „Unmenschen“ stammen. Es gibt für sie keine Rechtfertigung. Es ist eine Aufgabe der israelischen Gesellschaft, eine solche Entwicklung nicht zuzulassen.

    Noch ein Detail. Die erste Reaktion der israelischen Amtspersonen und Journalisten ringt Respekt ab. Das ist nicht nur die unbedingte Verurteilung des Vorkommnisses, sondern darin wird auch die Frage gestellt, wer daran schuld sei, dass die Tragödie Wirklichkeit wurde. Die Rede ist freilich in der Hauptsache von Mängeln in der Arbeit der Geheimdienste, nicht etwa vom ideologischen und politischen Hintergrund des Terroraktes, was ebenfalls wichtig sein muss. Doch niemandem fällt es leicht, seine Ideologie zu revidieren. Dazu bedarf es einer Alternative, die jedoch im Chaos der nahöstlichen Explosionen vorläufig noch schwer zu unterscheiden ist.

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