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    Russische Autohersteller keine Außenseiter auf Motor-Show

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    MOSKAU, 29. August (Alexander Jurow, politischer Kommentator der RIA Nowosti). Es war zu erwarten, dass die Motor-Show in Moskau zu einer Parade von in Russland zusammengebauten ausländischen Modellen werden wird.

    Umso mehr, als ihre Liste heute recht umfangreich ist: Ford, Renault, GM, KIA, Hyundai, um nur einige zu nennen. Aber in der Praxis waren bei weitem nicht alle dieser Modelle auf der Ausstellung vertreten. Ihren Platz nahmen Fahrzeuge aus Indien, Iran und China ein. Vor diesem Hintergrund waren die Erzeugnisse der russischen Kraftfahrzeugindustrie richtige Favoriten.

    In den letzten Jahren ist der russische Automarkt in schnellem Wachstum begriffen. Nach Angaben des russischen Ministeriums für Industrie und Energiewirtschaft betrug sein Umfang im vorigen Jahr 1 600 000 Fahrzeuge. Es wird erwartet, dass in diesem Jahr in Russland um 200 000 Autos mehr verkauft wird. Prognostiziert wird, dass der Markt gegen das Jahr 2010 etwa 2,6 bis 2,8 Millionen Kraftfahrzeuge im Jahr verschlingen wird. Im wertmäßigen Ausdruck wird der Umfang des russischen Automarktes zu dieser Zeit mehr als 30 Milliarden US-Dollar betragen. Gleichzeitig nimmt hier der Anteil ausländischer Modelle unentwegt zu. Bereits in diesem Jahr wird erwartet, dass ausländische Produzenten in Russland etwa 600 000 Personenkraftwagen werden verkaufen können.

    Der russische Markt wird nach und nach ein Leckerbissen für ausländische Kraftfahrzeugproduzenten. Deshalb nimmt es nicht wunder, dass gleich einige Fahrzeuge aus Asien auf der Moskauer Autoausstellung vertreten waren. Die Chinesen brachten zwei Modelle des Geländewagens Great Wall der eigenen Produktion und einen Kleinwagen. Indische Produzenten zeigten einen ganzen Park von Lastkraftwagen und Bussen Tata. Iranische Kraftfahrzeugproduzenten demonstrierten einen kleinen eigenen Personenkraftwagen und drei Peugeot-Autos der eigenen Montage. Mit Ausnahme des aussichtsreichen indischen Geländewagens Mahindra, auf dessen Produktion sich das russische GAS-Autowerk vorbereitet, zeigten die ausgestellten Modelle nichts Neues. Einst verkehrten all diese Fahrzeuge auf Straßen der Welt. Freilich unter anderen Namen. Die Besucher der Ausstellung bestach lediglich der Preis dieser Autos. Im Vergleich zur analogen Ware, sagen wir, der europäischen und der japanischen Produktion, wollen die asiatischen Kraftfahrzeugbauer ihre Autos viel billiger (unter 20 000 US-Dollar) verkaufen.

    Aber ungeachtet des Fortschritts des russischen Automarktes zeigten internationale Produzenten kein großes Interesse für diese Ausstellung. Übrigens ist das nicht erstaunlich. In diesem Jahr verlor die Ausstellung "Motor-Show-2005" in Moskau den Status einer internationalen Veranstaltung. Ohne das Wort "international" rücken immer weniger Top-Produzenten in den Vordergrund. Und doch büßte diese jährliche Veranstaltung, obwohl sie an "Gewicht" verlor, nicht das Interesse der Öffentlichkeit ein. Die Ausstellungsflächen, die einst den bekanntesten Kraftfahrzeugproduzenten aus Europa, Japan und den USA gehörten, bekamen exotische Autoproduzenten, denen sich die Möglichkeit bot, sich zu zeigen.

    Die Besucher der Ausstellung betrachteten mit Interesse unbekannte Modelle und ließen sich vor ihrem Hintergrund fotografieren. Aber recht schnell zogen sie weiter, um Erzeugnisse der russischen Kraftfahrzeugindustrie zu sehen. Praktisch alle asiatischen Fahrzeuge erwiesen sich für die meisten russischen Interessenten als zu eng. Auch in der Qualität überflügelten diese Fahrzeuge die russischen Analoga nicht allzu sehr. Obendrein war ihr Preis höher. Natürlich sah die Exposition der russischen Autogiganten vor diesem Hintergrund viel umfassender und repräsentativer aus. Umso mehr, als sie sich beim Fehlen ihrer ausländischen Hauptkonkurrenten nicht blamiert haben. Praktisch bei jedem Unternehmen (in Russland gibt es sechs Autowerke) fand sich ein nicht realisiertes Modell. Aber wirkliche Neuentwicklungen wurden auf der Ausstellung praktisch von niemandem gezeigt. Übrigens waren auf der Motor-Show auch einige bekannte Handelsmarken vertreten. Es wurden einige Modelle Suzuki und Skoda demonstriert. Freilich wollten diese Produzenten ihre Top-Modelle in Russland nicht zeigen. Auf dieser Ausstellung lösten sie recht prosaische Aufgaben. In den letzten Jahren bekamen viele ausländische Modelle Zugang zum russischen Automark. Aber die Suzuki-Fahrzeuge blieben eine Seltenheit. Auch die Skoda-Autos sind auf russischen Straßen heute nur selten anzutreffen. Noch vor zehn Jahren erschloss dieses Modell mit Erfolg den russischen Markt, büßte aber heute wesentlich die Popularität unter den Autoliebhabern ein.

    Von den Kraftfahrzeugproduzenten, die auf Weltmärkten sicher präsent sind, haben nur die koreanischen KIA und Hyundai auf der Motor-Show in Russland ihre moderne Modellreihe umfassend gezeigt. Die koreanischen Autoproduzenten wollen den russischen Markt zu einem der Hauptmärkte machen. Deshalb nutzten sie diese neue Möglichkeit, russischen Bürgern ihre Technik zu demonstrieren.

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