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    Iran plant Ausbau der Kooperation mit Russland

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    MOSKAU, 12. September (Tatjana Sinizyna, Kommentatorin der RIA Nowosti). Die Regierung von Iran beabsichtigt, eine Politik zum Ausbau der Kooperation mit Russland zu verfolgen.

     Das teilte heute Gholamreza Aqazadeh, Leiter der Atomenergiebehörde von Iran, beim Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit.

    Zuvor verbrachte Herr Aqazadeh eine Stunde im Arbeitszimmer von Alexander Rumjanzew, Leiter der Föderalen Atomenergieagentur. Laut dem Pressechef von Rosatom Nikolai Schingarjow wäre dabei der Verlauf des Baus des 1. Blocks des AKW Bushehr, der an der Küste des Persischen Golfs von russischen Fachleuten errichtet wird, erörtert worden. Alexander Rumjanzew versicherte seinem iranischen Kollegen, dass der erste Block WWER-1000 (Wasser-Wasser-Reaktor von 1000 Megawatt) termingemäß, spätestens gegen Ende 2006 in Betrieb genommen werde.

    Wie Fachleute behaupten, sei der Bau bereits zu 95 Prozent ausgeführt. Der gesamte Bereitschaftsgrad des Energieblocks beträgt rund 80 Prozent, es werden die restlichen Ausrüstungen geliefert.

    Alexander Rumjanzew hält an seinem Standpunkt fest, dass die Zusammenarbeit mit Iran im Bereich des AKW-Baus durchaus korrekt sei. "Sie wird durch das Völkerrecht, das die Nutzung der Atomenergetik zu Friedenszwecken genehmigt, und die IAEA-Charta gesichert, in der es heißt, dass die Kernmächte den Nichtkernländern helfen sollen, wenn diese bei sich Atomprogramme zu Friedenszwecken entwickeln wollen", erläuterte Rumjanzew seine Position.

    Früher waren die Seiten über die Lieferungen des Kernbrennstoffs für den im Bau befindlichen Atomblock und die obligatorische Rückführung des verbrauchten Kernbrennstoffs nach Russland übereingekommen.

    Iran plant auf lange Sicht den Bau von 20 weiteren AKWs mit einer Gesamtkapazität von 20 000 Megawatt. Das erklärte unter anderem Mohammed Saeedi, stellvertretender Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, der dabei betonte, dass Russland bei der Gewährleistung der Energiesicherheit Irans eine wichtige Rolle spiele. Der Gesetzentwurf über den Bau der weiteren AKWs wurde vom Parlament Irans Anfang 2005 ratifiziert.

    Russische Fachleute für Atomenergie machen kein Hehl daraus, dass sie mit Vergnügen alle bauen würden. Einstweilen sind aber keine Verträge über den Bau von neuen Kernreaktoren zwischen Moskau und Teheran abgeschlossen worden. Der beiderseitige Wunsch nach der zukünftigen Zusammenarbeit wurde von den Seiten lediglich konzeptuell, für die Perspektive, ohne technisch-ökonomische Begründung und Bewertung geäußert.

    Fachleute des russischen Unternehmens Atomstrojexport erwogen mehrere Szenarien der Fortsetzung des Baus. In Betracht wurde die Möglichkeit gezogen, den halbzerstörten zweiten Block, den die deutsche Siemens AG hinterlassen hat, fertig zu bauen oder ihn abzureißen und an seiner Stelle einen neuen zu errichten. Es wurde auch die Variante des Baus des AKW an einem anderen Ort, nahe von Ahwaz, in der Nähe der Grenze zu Irak in Betracht gezogen. Den Berechnungen der Fachleute zufolge verspricht das Projekt des AKW mit zwei Blocks in Bushehr, ausgestattet mit den gleichen Blocks WWER-1000 wie am ersten Reaktor, den niedrigsten Preis je Kilowatt Elektroenergie. Diese Kernblocks gelten als die zuverlässigsten in der Welt und entsprechen allen Sicherheitsstandards.

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