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    Russische Kampftechnik auf der Waage des indischen Marktes

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    Markt ist Markt. Aber Moskau ist sehr daran interessiert, auf dem indischen Waffenmarkt ein guter Partner zu sein.

    MOSKAU, 21. Dezember (Viktor Litowkin, RIA Nowosti).

    Der Besuch des indischen Premierministers, Manmohan Singh, im Dezember in der russischen Hauptstadt ist unerwartet erfolgreich verlaufen. Moskau und Neu Delhi haben eine Reihe von Regierungsabkommen unterzeichnet, was selbst noch einen Tag vor der Ankunft des indischen Gastes von niemandem vorausgesagt werden konnte. Unter anderem äußerte Alexander Denissow, Erster Stellvertreter des Direktors des Föderalen Dienstes für militärtechnische Zusammenarbeit, im Vorfeld des Besuches des indischen Premiers Zweifel daran, dass die beiden Seiten das "Abkommen über den gegenseitigen Schutz der Rechte auf die Ergebnisse der geistigen Tätigkeit, die bei der bilateralen militärtechnischen Zusammenarbeit erhalten und ausgewertet werden", unterzeichnen werden.

    Seine Zweifel führte er auf folgendes zurück: "Es kam schon mehrmals vor, dass Vereinbarungen, die mit der indischen Seite im Vorfeld eines Neu Delhi- oder Moskau-Besuches eines Spitzenvertreters eines dieser Staaten, darunter auch für die Unterzeichnung von bilateralen Verträgen zur militärtechnischen Zusammenarbeit, abgestimmt worden waren, im letzten Augenblick plötzlich aus unerklärlichen Gründen auf unbestimmte Zeit aufgeschoben wurden. Am häufigsten wird das damit erklärt, dass entweder einer der Instanzen der Preis nicht gepasst habe oder irgendein kleines Protokolldetail von Beamten nicht in Betracht gezogen worden sei. Die Unterzeichnung kam jedenfalls nicht zustande. Das gleicht schon einem Karma, das auf den russisch-indischen Beziehungen lastet.

    Aber diesmal verlief in Moskau alles reibungslos.

    Moskau, Neu Delhi und der Kosmos

    Neben dem Abkommen über den gegenseitigen Schutz der intellektuellen Rechte haben die Seiten zwei Abkommen zum Zusammenwirken bei der friedlichen Weltraumerschließung unterzeichnet. Darunter auch zum Schutz von Technologien bei der langfristigen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der gemeinsamen Entwicklung und Nutzung des globalen Satelliten-Navigationssystems GLONASS zu friedlichen Zwecken. Dieses System soll den indischen Spezialisten helfen, die Koordinaten nicht nur kosmischer Apparate, sondern auch von Schiffen, Kraftfahrzeugen, Kampf- und sonstiger Technik mit einer Abweichung von höchstens fünf bis zehn Metern schnell zu bestimmen. Wenn man aber in Betracht zieht, dass Neu Delhi auch vom analogen amerikanischen GPS-System Gebrauch macht, so nehmen die Navigations-, kartographischen und topographischen Möglichkeiten Indiens wesentlich zu. Ohne Nachrichtensatelliten sind heute nicht nur das Alltagsleben der Bürger, die Wirtschaft, die Wissenschaft, sondern auch das Militärwesen, einschließlich der Präzisionswaffen, undenkbar.

    GLONASS (Heute zählt die Orbitalgruppierung russischer Satelliten dieses Systems 14 Apparate. 2008 wird sie 18 und 2010 schon 24 solche Satelliten haben.) wird die indische Kriegsmarine brauchen, wenn sie tatsächlich die Absicht hat, russische Atom-U-Boote vom Typ 971, Klasse "Schtschuka-B" (nach der westlichen Klassifikation Akula) zu leasen oder zu kaufen. Vor dem Moskau-Besuch Manmohan Singhs diskutierte die russische Presse dieses Thema sehr aktiv.

    "Schtschukas" für das Arabische Meer und den Golf von Bengalen

    Im Zuge des Besuches des indischen Verteidigungsministers, Pranab Mukherjee, im November in der russischen Hauptstadt, der seinem Premier gleichsam den Weg gebahnt hatte, wurde mehrmals darüber gesprochen, dass Moskau und Neu Delhi Verträge über militärtechnische Zusammenarbeit in Höhe von neun Milliarden US-Dollar vorbereitet hatten. Und ranghohe indische Gäste äußerten den Gedanken, dass Russland Indien beim ATV-Projekt helfen wird. (ATV - Advanced Technology Vessel. Das ist ein Programm zum Bau eines indischen Atom-U-Bootes.)

    Darauf reagierte der russische Verteidigungsminister, Sergej Iwanow, schnell. Er erklärte, dass Moskau keine Übergabe von Technologie auf diesem Gebiet plane. Das war so zu verstehen, dass "Russland nicht die Absicht hat, die internationalen Vereinbarungen über die Nichtweiterverbreitung von Kerntechnologien zu verletzen". Freilich verwandelten Dolmetscher, die die Abbreviatur ATV nicht verstanden, die Worte Iwanows in die Weigerung Moskaus, Neu Delhi die Technologie für das Jagdflugzeug der fünften Generation zu übergeben. Auf dieses Thema werden wir noch zurückkommen. Aber vorläufig setzen wir die Geschichte mit den Atom-U-Booten fort.

    Der russische Verteidigungsminister hatte anscheinend nicht Atom-U-Boote selbst, sondern lediglich russische Lieferungen von Kernreaktoren für ein Atom-U-Boot im Auge, das in Indien nach dem ATV-Programm gebaut wird. Außerdem gibt es noch Unklarheit mit dem Abschluss eines Leasingvertrages zu zwei russischen Atom-U-Booten "Schtschuka-B" für die indischen Seestreitkräfte. Die Boote werden gegenwärtig im Schiffbauwerk in Komsomolsk am Amur fertig gebaut. Eben auf diesen Atom-U-Booten sollen die indischen Besatzungen ausgebildet werden, solange sie ihr eigenes noch nicht fertig haben.

    Die indischen Mariner haben Erfahrungen mit einer solchen Ausbildung. In den Jahren 1988 bis 1991 hatte die indische Kriegsmarine bei der Sowjetunion das Mehrzweck-Atom-U-Boot vom Typ 670A K-43 "Nerpa" in Pacht, das Chakra genannt wurde. Die diesbezügliche Entscheidung war zu einer Zeit getroffen worden, da das indische Programm für den Bau der eigenen Atom-Unterwasserflotte auf der Stelle zu treten begann, das noch in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in die Wege geleitet worden war.

    Obwohl die indischen Mariner, wie Spezialisten der russischen Seekriegsflotte behaupten, keinen Zugang zum Kernreaktor hatten, denn die Wache im Kernreaktorraum hatten Angehörige der sowjetische Kriegsmarine übernommen, gleicht das erste indische Atom-U-Boot S-2, das heute gebaut wird, sehr dem russischen Atom-U-Boot.

    In Asien hat nur China Atom-U-Boote eigener Konstruktion. Wie jedoch die Erfahrungen gezeigt haben, sind sie beim Einsatz nicht ganz zuverlässig. Neu Delhi vertraut mehr den Möglichkeiten Moskaus. Ein Geschäft zum Leasing von zwei Atom-U-Booten "Schtschuka-B" vom Typ 971 wird bereits seit 1998 erörtert.

    Zwei solche Atom-U-Boote wurden in Komsomolsk am Amur Mitte der 80er Jahre für die Pazifikflotte auf Kiel gelegt. Durch den Zerfall der Sowjetunion und die Einstellung der Finanzierung dieses Projektes blieben die zu 80 Prozent gebauten Atom-U-Boote jedoch in Erwartung besserer Zeiten auf dem Stapel liegen.

    Das Atom-U-Boot "Schtschuka-B" gilt in der russischen Flotte als besonders geräuschlos. Sein Körper ist 108 Meter lang, hat einen Durchmesser von 13,5 Metern, acht Zellen, einen Kernreaktor vom Typ OK-650b und eine Dampfturbine mit einer Leistung von 43 000 PS. Die Geschwindigkeit des Bootes unter Wasser beträgt 35 Knoten (64 km/h), die maximale Tauchtiefe - 500 Meter. Die Besatzung besteht aus 70 Mann. Das Boot verfügt über vier 533-mm-Torpedorohre, die Torpedos vom Typ "Schkwal" und RK-55 abfeuern können, sowie über vier 650-mm-Torpedorohre, aus denen auch russisch-indische Raketen BrahMos abgefeuert werden können. In der Nordflotte und der Pazifikflotte versehen heute 16 solche Atom-U-Boote den Gefechtsdienst.

    Im November 2004 wurde während des Besuches des Leiters der Föderalen Agentur für Industrie, Boris Aljoschin, im Schiffbauwerk Amur die Entscheidung über den Fertigbau der beiden letzten Atom-U-Boote "Schtschuka-B" getroffen. Freilich nicht für die russische Seekriegsflotte, sondern für das Leasing. Wie Experten sagen, eben für Indien. Sie nennen auch den Vertragswert - 1,8 Milliarden US-Dollar. Eine Vereinbarung über den Fertigbau dieser beiden Atom-U-Boote wurde in einem Paket mit der Umrüstung des Flugdeckschiffes "Admiral flota Gorschkow" für Neu Delhi getroffen, das im Maschinenbauwerk in Sewerodwinsk fertig gebaut wird und nunmehr den Namen des legendären indischen Herrschers "Vikramaditya" trägt.

    Niemand zweifelt daran, dass diese "Schtschukas" für Indien fertig gebaut werden. Diese Atom-U-Boote sind sowohl für das Arabische Meer als auch für den Golf von Bengalen und den ganzen Indischen Ozean bestimmt. Und nicht nur. Sie haben keine Beschränkungen bezüglich der Aktionsweite.

    SuMiG der fünften Generation

    Moskau und Neu Delhi verhandeln schon seit Jahren über die gemeinsame Entwicklung eines Jagdflugzeuges der fünften Generation. Das Geheimprojekt dieses Flugzeuges, das heute im Versuchs- und Konstruktionsbüro Suchoi entwickelt wird, wurde dem indischen Präsidenten, Abdul Kalam, während seines Moskau-Besuches im Sommer und im November dem Verteidigungsminister Pranab Mukherjee gezeigt.

    Wie es aber schien, gefiel dem Minister dieses Projekt nicht ganz. Am selben Tag besuchte er die Korporation MiG, die auch ein Programm zum Bau eines Jagdflugzeuges der fünften Generation hat. (Vor einigen Jahren wurde der Öffentlichkeit sogar der Prototyp 1.44 vorgestellt). Anschließend sagte Pranab Mukherjee: "Unsere Luftstreitkräfte und Produktionsunternehmen in diesem Bereich möchten in allen Etappen der Entwicklung des Jagdflugzeuges der fünften Generation teilnehmen - von der Erarbeitung der Konzeption und der Projektierung, der Forschung und der Entwicklung bis zur gemeinsamen Produktion, einschließlich unserer finanziellen Beteiligung. Wir haben Vizepremier und Verteidigungsminister Sergej Iwanow darum gebeten. Das soll nicht nur einfach eine finanzielle Beteiligung an der gemeinsamen Produktion sein. Das soll auch kein direkter Import aus Russland sein. Das ist unser Ziel."

    In Russland fand dieses Herangehen vorläufig keine volle Billigung. Zunächst hemmte die Unklarheit mit der Unterzeichnung des Vertrages über den Schutz der intellektuellen Rechte. Heute, nachdem dieser Vertrag im Verlauf des Besuches des indischen Premierministers Manmohan Singh unterzeichnet wurde, rücken andere Zweifel in den Vordergrund. Einer davon besteht darin, dass für das Projekt zum Bau eines aussichtsreichen Flugkomplexes der Frontfliegerkräfte, wie das Jagdflugzeug der fünften Generation in Moskau bezeichnet wird, schon bestimmte finanzielle und materielle Ressourcen verausgabt wurden. Inzwischen werden schon Modelle angefertigt. Für 2007 sind bereits Flugplatzerprobungen geplant.

    Eine andere Frage ist, welche konkrete Konzeption des neuen Jagdflugzeuges die indischen Partner haben wollen. Heute wird in Neu Delhi immer mehr über ein Mehrfunktionsjagdflugzeug der leichten Klasse gesprochen. Aber in Russland ist der Terminus "Jagdflugzeug der leichten Klasse" ein recht bedingter Begriff. Als leicht gilt zum Beispiel die MiG-29 in ihren verschiedenen Modifikationen. Aber ihre maximale Startmasse beträgt 20 Tonnen, während die der Su-30MKI, ein Jagdflugzeug der mittleren Klasse, bei 34 Tonnen liegt. Das ist natürlich ein Unterschied. Aber sie lösen auch unterschiedliche Aufgaben. Dieselbe "indische Su-Maschine" kann sowohl Luft-, als auch Boden- und Seeziele bekämpfen und trägt an Bord acht Tonnen Munition unterschiedlicher Bestimmung. Sie kann eine 2,35-fache Schallgeschwindigkeit erreichen, und eine maximale Flughöhe von 18 000 Metern. Das MiG-Jagdflugzeug hat bei der selben maximalen Höhe eine etwas geringere Geschwindigkeit. Aber seine Gefechtszuladung ist um 50 Prozent geringer. Seine Hauptaufgabe besteht in der Erringung der Luftherrschaft und im Abfangen von Luftzielen.

    Niemand weiß, wie das neue Flugzeug genannt wird. Vielleicht SuMiG, denn es wird alle Vorzüge sowohl des einen als auch des anderen Programms in sich aufnehmen. Es gibt auch ernsthaftere Fragen: Was für ein Jagdflugzeug braucht Indien? Mit einem oder mit zwei Triebwerken? In Moskau wird die Meinung geäußert, dass nur zwei Triebwerke mit einem steuerbaren Schubkraftvektor der neuen Maschine eine überaus große Manövrierfähigkeit verleihen können, durch die sich die Su-30MKI und andere russische Jagdflugzeuge, darunter auch die MiG-29, auszeichnen. Außerdem soll die neue Maschine eine sehr geringe Funkmesssichtbarkeit haben. Dafür müssen alle Raketen und Fliegerbomben im Rumpf untergebracht sein und eine vervollkommnete Funkmessanlage und andere einzigartige funkelektronische Bordgeräte vorhanden sein. Dadurch könnte das Jagdflugzeug in engem Kontakt sowohl mit Bodenleitstationen als auch mit Raum- und Luftleitstationen, solchen wie A-50 oder AWACS, arbeiten sowie selbständig das Ziel zu suchen und es vernichten. Außerdem soll es eine solche Rakete wie BrahMos tragen, die 2,5 Tonnen wiegt.

    All diese Eigenschaften erfordern nun einmal eine große Masse des Flugzeuges. Auch die amerikanischen Flugzeuge der fünften Generation F/A-22 Raptor und F-35 Joint Strike Fighter sind nicht viel leichter als die russisch-indische Su-30MKI. Deshalb brauchen die Wahl und die Entwicklung des Projektes eines neuen gemeinsamen Jagdflugzeuges sowie die Abstimmung der Produktions- und der kommerziellen Interessen der beiden Staaten und der daran beteiligten Flugzeugproduzenten Zeit.

    Übrigens haben die beiden Seiten Zeit.

    Backfire und Modernisierung von Fulcrum

    Unter den Verträgen, die zur Auftragsmappe gehören und recht schnell umgesetzt werden können, nennen Experten immer häufiger die Lieferung von Raketenträger-Fernbombenflugzeugen Tu-22M3 (im Westen heißen sie Backfire) an Indien. Dieses Flugzeug ist, wie Spezialisten behaupten, für die Vernichtung von optisch sichtbaren, Funkmesskontrast-, Einzel-, Flächen-, Boden-, See-, beweglichen und unbeweglichen Zielen mit gelenkten Überschallraketen und Fliegerbomben mit konventioneller oder Kernladung bestimmt. Es gibt auch eine Variante eines Seeaufklärungsflugzeuges. Es heißt Tu-22MR.

    Natürlich wird Moskau Raketen mit Kernladung nicht an Neu Delhi liefern. Aber die andere Bewaffnung, die zur Komplettierung dieses Flugzeuges gehört, wird es wohl liefern können. Vor allem dürfen die Waffen laut den internationalen Regeln keine Reichweite von über 300 km haben. Das können die Überschallrakete X-15 mit einer Reichweite von 150 km (sie ist für das Durchbrechen der Luftverteidigung des Gegners bestimmt) oder die X-22 mit einem aktiven Zielsuchkopf sein, die als Seezielrakete bezeichnet wird. Ihre Reichweite liegt bei 140 km. Der Gefechtskopf wiegt etwa eine Tonne. Wenn eine solche Rakete einen Kreuzer trifft, so ist sein Schicksal besiegelt. Die Tu-22M3 kann bis zu 24 Tonnen solcher Raketen an Bord nehmen. Unter anderem können in ihrem Rumpf zehn X-15-Raketen und drei X-22-Raketen untergebracht sein und Seezielraketen X-31A/P, X-35 und Fliegerbomben FAB von außen angebracht werden.

    Das Flugzeug hat einen Aktionsradius von 2100 km und kann von Boden-, Raum- und Luftkommandostellen auf ein Ziel gelenkt werden. Und das GLONASS-System, dem sich Indien anschließt, ist hier auch sehr geeignet. Ein anderes Projekt, für das es sich auch eignet, ist die Modernisierung der Jagdflugzeuge zur Erringung der Luftherrschaft MiG-29, die im Westen als Fulcrum bezeichnet werden, auf das Niveau der Mehrfunktionsjagdflugzeuge MiG-29SMT.

    Nach Angaben der Military Balance hat Indien etwa 70 solche Jagdflugzeuge. Als eine der Methoden zur Modernisierung schlägt Russland vor, am Flugzeug das alte Bordfunkmessgerät durch das neue Schuk-ME abzulösen, das in der Moskauer Korporation "Fasotron-NIIR" entwickelt wurde. Das Funkmessgerät dieser Firma ist in Indien wohl bekannt. Es wurde in ziemlich alten Jagdflugzeugen MiG-21 installiert und half diesen Maschinen, den modernen Stand zu erreichen und sogar die neuartigen amerikanischen Jagdflugzeuge F-15C/D Eagle bei Übungsluftkämpfen zu überflügeln. Das wurde zu einer Weltsensation.

    Übrigens werden auch bordgestützte Jagdflugzeuge MiG-29K und MiG-29KUB, die für die indischen Seestreitkräfte gebaut werden, mit Schuk-ME versehen. Wenn die Fulcrums damit ausgerüstet werden, so wird ihre Kampfstärke, wie russische Spezialisten behaupten, auch um ein Mehrfaches zunehmen. Das Bordfunkmessgerät Schuk-ME sichert zusammen mit den funkelektronischen Bordgeräten die Erfassung und Begleitung von zehn Luftzielen, wählt vier besonders gefährliche aus, informiert den Piloten über ihre Vernichtung und kontrolliert weiter den Luftraum in der Flugzone. Es kann auch andere Funktionen erfüllen, sozum Beispiel die Erd- und Wasseroberfläche kontrollieren, die Zielkoordinaten bestimmen, Zielzuweisungen für die Bewaffnung und Zielsignale geben...

    Übrigens sind all diese Vorzüge den indischen Fliegern und Spezialisten wohl bekannt. Die Korporation "Phasotron-NIIR" führte unlängst in Neu Delhi die Präsentation dieses Bordfunkmessgeräts durch, das bei indischen Militärs großes Interesse hervorrief. Sie machten sich anscheinend schon eine Vorstellung davon, und es bleibt nur übrig, die entsprechenden Dokumente zu unterzeichnen. Wie jedoch die Erfahrungen zeigen, ist es darum nicht immer einfach und eindeutig bestellt.

    Auf den Erfahrungen von Afanassi Nikitin aufbauen

    ... Vor einigen Jahrhunderten berichtete der russische Kaufmann Afanassi Nikitin, der als erster Russe Indien besuchte und das Buch "Fahrt über drei Meere" schrieb, darüber, wie man mit indischen Kollegen handeln und wie man einen gegenseitigen Vorteil erzielen muss, um selbst nicht im Nachteil zu sein und den Kunden nicht zu benachteiligen. Die Erben von Afanassi Nikitin, Exporteure von russischen Waffen und Kampftechnik, haben auch ihre "indischen Erfahrungen". Sie sind vielgestaltig und beruhen auch auf dem Hauptpostulat, selbst nicht im Nachteil zu sein und dem Partner Angenehmes zu tun.

    Bei der Bewertung der Möglichkeiten des russischen Verteidigungsindustriekomplexes auf dem indischen Waffenmarkt sehen sie, dass bei Weitem nicht alle Möglichkeiten der beiden Seiten erschöpft sind. Wir haben sehr große Perspektiven. Fast 40 Prozent der russischen Einnahmen aus dem Waffenhandel, ungefähr 2,5 Milliarden US-Dollar im Jahr, kommen auf Neu Delhi. Die indische Armee und Flotte sind fast zu 70 Prozent mit russischen Waffen ausgerüstet. Und dennoch steht sehr viel gemeinsame Arbeit bevor: an gemeinsamen Projekten und der gemeinsamen Erschließung der internationalen Waffenmärkte...

    Freilich zieht man es in Indien vor, "nicht alles auf ein Pferd zu setzen", sondern auf seinem Markt einen Platz auch anderen, nicht nur den russischen Waffenproduzenten und -exporteuren zu gewähren. Russland ist auch bestrebt, seine Waffenmärkte zu diversifizieren. Aber es gibt Traditionen und die Berücksichtigung der Interessen der Partner und der eigenen Interessen. Was wird in diesem oder jenem Fall die Oberhand gewinnen? Welche Folgen wird dieser oder jener Schritt haben? All das muss man berechnen und in Betracht ziehen.

    Markt ist Markt. Aber Moskau ist sehr daran interessiert, auf dem indischen Waffenmarkt ein guter Partner zu sein.

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