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    Russische Waffen in der Welt immer mehr gefragt

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    Die russische militärtechnische Auftragsmappe war traditionell recht stabil - 15 bis 16 Milliarden US-Dollar. Im letzten Jahr erfolgte eine wesentliche Erhöhung auf 23 Milliarden US-Dollar, was schon mit der Sowjetzeit vergleichbar ist.

    MOSKAU, 14. Februar (RIA Novosti). Die militärtechnische Zusammenarbeit mit dem Ausland wird für Russland immer gewinnbringender. 2005 hat unserem Land 6,126 Milliarden US-Dollar gebracht.

    Diese beeindruckende Zahl nannte Michail Dmitrijew, Direktor des russischen Föderalen Dienstes für militärtechnische Zusammenarbeit, am 9. Februar auf einer Pressekonferenz bei RIA Novosti zum Thema "Die Ergebnisse der militärtechnischen Zusammenarbeit Russlands mit dem Ausland und die Perspektiven für 2006".

    Dabei kamen ihm zufolge 85 Prozent des gesamten Exportumfanges auf Rosoboronexport, den einzigen staatlichen Vermittler in Russland auf dem Gebiet des Waffenexports. Dmitrijew verwies auch auf die erfolgreiche Arbeit einer ganzen Reihe von anderen Subjekten der militärtechnischen Zusammenarbeit. Neben Rosoboronexport gibt es heute 20 davon. Das sind vor allem die Unternehmen Suchoi, Mig, Salut sowie einige Sonderexporteure.

    Auf die Exportstruktur der russischen Waffen in vorigem Jahr eingehend, sagte Dmitrijew, dass die Marinetechnik auf den ersten Platz kam - 45,2 Prozent des gesamten Exports. Auf die Flugzeugtechnik entfielen 38,3 Prozent. Der Prozentsatz der Zusammenarbeit bei Luftverteidigungssystemen stieg auch etwas an, und im Weiteren wird eine stabile Zunahme prognostiziert. Dabei hob Dmitrijew hervor: Russland werde ständig alle übernommenen internationalen Verpflichtungen einhalten und nie über den Rahmen der Kontrollregimes hinaus gehen.

    Der Direktor des Föderalen Dienstes berührte auch ein solches delikates Thema wie Ersatzteillieferung und technische Wartung, was zuvor die Achillesferse der militärtechnischen Zusammenarbeit gewesen war. In den letzten drei Jahren, so Dmitrijew, gelang es, den Umfang um das 5-fache - auf 300 Millionen US-Dollar im Jahr 2005 - zu erhöhen. Das wurde dadurch möglich, weil eine ganze Reihe von Unternehmen bei dieser Nomenklatur den Markt erschloss. Geplant ist, diesen Umfang im Jahr 2006 auf 400 Millionen US-Dollar zu bringen. "Heute setzen wir den Hauptakzent in unserer Arbeit auf die technische Wartung unserer Technik im Ausland und auf die Einrichtung von Kundendienstzentren und technischen Zentren sowie auf die Gründung von Joint Ventures, die sich mit dieser Problematik befassen", sagte Dmitrijew.

    Ihm zufolge werden im Laufe dieses Jahres in Vietnam zwei technische beziehungsweise Kundendienstzentren eingerichtet. Auf der Tagesordnung steht auch die Gründung solcher Zentren in China. Geplant ist, das bestehende technische Zentrum in Äthiopien zu erweitern und in ein regionales Zentrum zu verwandeln. Diese Frage steht auch bezüglich einer Reihe von Nahostländern. Unter anderem ist Jordanien in dieser Richtung aktiv. Dasselbe lässt sich auch über Algerien sagen. Dieses Problem wird auch für Lateinamerika aktuell, wohin russische Waffen in einem wesentlichen Umfang geliefert werden können. Folglich müssen dort unbedingt solche Zentren eingerichtet werden. Vorläufig wird gegenwärtig eine Reihe solcher ernsthaften Projekte für Venezuela durchgearbeitet.

    Im letzten Jahr nahm auch die Auftragsmappe wesentlich zu. Laut Dmitrijew wurde das dank der deutlich koordinierten Arbeit aller Teilnehmer der militärtechnischen Zusammenarbeit erreicht: des Außenministeriums, des Verteidigungsministeriums, anderer Ministerien und Ämter. Dmitrijew sagte, dass die Auftragsmappe traditionell hinreichend stabil war - 15 bis 16 Milliarden US-Dollar - und verwies auf ihre wesentliche Erhöhung im letzten Jahr auf 23 Milliarden US-Dollar, was schon mit der Sowjetzeit vergleichbar ist. Freilich wird diese Auftragsmappe erst ab 2007 zur Entfaltung kommen, wenn der normale Umfang der russischen Waffenlieferungen ins Ausland mehr als sieben Milliarden US-Dollar betragen wird. Er brachte die Zuversicht zum Ausdruck, dass die Tendenz des ständigen Wachstums in diesem Bereich, der für die russische Wirtschaft und den Verteidigungsindustriekomplex sehr wichtig ist, auch auf lange Sicht erhalten bleiben wird.

    In Beantwortung der Frage, ob der russische Verteidigungsindustriekomplex in der Lage sei, einen so umfangreichen Auftrag qualitativ und termingerecht zu erfüllen, sagte Dmitrijew, dass all diese Verträge in die Produktionspläne der Unternehmen eingegangen sind. "Natürlich ist eine bestimmte Anspannung in einigen Bereichen möglich. Aber die Betriebsleiter wissen davon im Voraus und bereiten sich entsprechend darauf vor. Deshalb sehe ich hier keine großen Kompliziertheiten bezüglich der Auftragsmappe voraus", sagte Dmitrijew.

    Zugleich sieht er keinen Widerspruch darin, dass viele Leiter von Betrieben der Verteidigungsindustrie nicht selten über die Rückständigkeit des Zweiges sprechen.

    "Hier gibt es keinen Widerspruch. Der Exportauftrag lastet diese Betriebe höchstens zu 40 Prozent aus. In all diesen Jahren hatten wir auf einen ernsthaften staatlichen Verteidigungsauftrag gewartet. Diese Zeit ist gekommen. Seit dem vorigen Jahr nimmt er zu. Das sind zusätzliche Aufträge für diese Betriebe. Zum Beispiel für den Konzern PWO ("Luftverteidigung"). Neben Exportaufträgen hat er heute auch einen Verteidigungsauftrag. Unser eigener Verteidigungsauftrag muss natürlich zweifellos den Vorrang haben und in erster Linie für unsere Armee erfüllt werden. Das ist wirklich ein großes Problem. Aber daran wird gearbeitet", sagte Dmitrijew.

    Er erklärte, dass heute das Problem der Ausdehnung der Geographie der militärtechnischen Zusammenarbeit schon nicht mehr als Schlüsselproblem betrachtet wird. Russland wirke auch ohne dies mit 82 Ländern der Welt zusammen. Die Aufgabe bestehe gerade darin, auf diesen Märkten festen Fuß zu fassen, qualitativer und operativer zu arbeiten. Die Hauptverbraucher russischer Waffen sind nach wie vor China und Indien, die, so Dmitrijew, unsere strategischen Partner sind. Auf sie kommen etwa 70 Prozent des Gesamtumfanges des russischen Exports.

    Zugleich wurde die Arbeit bezüglich anderer Regionen der Welt wesentlich aktiver: Südostasien, Südasien, Afrika, arabische Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens, Lateinamerika.

    In Beantwortung der Bitte, den Stand und die Perspektiven der Zusammenarbeit mit Südostasien zu konkretisieren, nannte Dmitrijew unter anderem einen großen Vertrag über die Lieferung von MiG-29-Maschinen an Malaysia und ein Kundendienstzentrum für Suchoi-Flugzeuge, das eingerichtet wird.

    "Nicht schlecht entwickeln sich die Beziehungen mit Thailand, Myanma, Laos und Vietnam", fügte Dmitrijew hinzu.

    Er teilte mit, dass in letzter Zeit mit Vietnam ein ernsthafter Vertrag in Höhe von einer Milliarde US-Dollar über die Lieferung und den Lizenzbau von Booten des Typs Molnija unterzeichnet wurde. An dieses Land werden auch Boote des Typs Gepard und Bastion geliefert.

    Was Indonesien betrifft, so ist dieses Land ein Prioritätspartner Russlands. Deshalb ist die Bildung einer Regierungskommission durchaus logisch, die sehr aktiv arbeitet. Verträge, die vor zwei bis drei Jahren abgeschlossen wurden, laufen heute ab. Neue Verträge werden von den Seiten aus technischen Gründen vorläufig nicht abgeschlossen. Aber es besteht ein aktiver Dialog, der mit dem Abschluss neuer ernsthafter Verträge über eine große Palette von militärtechnischen Erzeugnissen enden wird: von Marinetechnik bis hin zu Technik für die Landstreitkräfte und die Luftverteidigungssysteme, ist Dmitrijew sicher.

    Er betonte, dass sich die Zusammenarbeit mit den arabischen Ländern ständig erweitert. Dmitrijew prognostiziert ein aktiveres Zusammenwirken mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo ernsthafte Projekte im Luftverteidigungsbereich in Aussicht sind. Ihm zufolge ist die Zusammenarbeit mit den arabischen Ländern im Bereich der Luftverteidigung, der Fliegerkräfte und der Landstreitkräfte kennzeichnend. Die Marinethematik bleibt etwas zurück. Obwohl Algerien an der Zusammenarbeit auf diesem Gebiet sehr interessiert ist.

    Der Direktor des Föderalen Dienstes für militärtechnische Zusammenarbeit nannte eine Reihe von Verträgen, die in der Welt einen großen Widerhall gefunden haben.

    In Beantwortung der Frage nach den Lieferungen von Luftverteidigungssystemen an Iran sagte er, dass ein Vertrag unterzeichnet worden ist, und dass es heute keine Gründe gibt, dass er nicht erfüllt wird. Ebenso sei es auch um die Situation mit Syrien bestellt, an das Waffen im früheren Regime geliefert werden. Ihm zufolge trägt das russisch-syrische Programm einen absolut transparenten Charakter. Es beinhaltet nichts, was zu verhehlen oder jemandem vorzuenthalten wäre. "Ein vollkommen normales Programm. Es sieht die Reparatur, die Modernisierung und die Lieferung von Defensivtechnik vor. Das Programm ist für drei Jahre angelegt. Es wird nach wie vor erfüllt. Niemand braucht diesbezügliche Zweifel zu haben", sagte Dmitrijew.

    Was Palästina betrifft, so gibt es mit ihm keine militärtechnische Zusammenarbeit. Russland erweist Palästina, so Dmitrijew, Hilfe im Rahmen von UNO-Programmen und hat unter anderem die Absicht, Schützenpanzerwagen zu schenken. Das ist keine Aufgabe des Föderalen Dienstes für militärtechnische Zusammenarbeit. Damit beschäftigt sich unmittelbar das russische Verteidigungsministerium.

    Dmitrijew schnitt auch die Situation im postsowjetischen Raum an. Heute kann man schon sagen, dass seit Anfang dieses Jahres ein Mechanismus von Vorzugslieferungen im Raum der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS) funktioniert. (Dieser Organisation gehören Russland, Weißrusssland, Armenien, Kasachstan, Tadschikistan und Kirgisien an). Zugleich sagte Dmitrijew nichts Konkretes und erklärte lediglich, all das seien sowjetische Waffentypen. Deshalb werde die Zusammenarbeit zweifellos vielseitig sein, weil jeder Staat, der der OVKS angehört, Waffen habe, die zu reparieren, zu modernisieren und zu verschrotten seien. Deshalb werde hier das Zusammenwirken normal und umfassend sein.

    Ihm zufolge gibt es Anträge von allen sechs OVKS-Mitgliedsländern, insbesondere von Weißrussland und Kasachstan. Die bekannten Ereignisse in der Ukraine haben die militärtechnische Zusammenarbeit nicht beeinflusst. "Wir haben eine solche Zusammenarbeit mit der Ukraine, die recht umfassend ist und planmäßig und ohne jegliche Änderungen erfolgt", sagte Dmitrijew.

    Abschließend teilte er mit, dass es keine Pläne gibt, irgendeine Sondernachrichtenagentur für die Begleitung der militärtechnischen Tätigkeit zu gründen.

    Verständlich ist, so Dmitrijew, dass es neben Russland auch andere Waffenproduzenten gibt, die auch auf einigen Märkten festen Fuß fassen möchten, wo heute Russland vorherrscht. Viele skandalöse Publikationen, darunter auch in der russischen Presse, werden im Föderalen Dienst für militärtechnische Zusammenarbeit als informelle Störversuche gegen seine Arbeit betrachtet.

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