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    Russisches Raumfahrtprogramm (250)
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    Wenn die USA ihre Astronauten nicht zu Dauerflügen schicken, so werden sie hinter den anderen Ländern auf dem Gebiet der bemannten Weltraumfahrt zurückbleiben, erklärte der NASA-Chef.

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    MOSKAU, 28. Februar (Andrej Kisljakow, RIA Novosti). Das bevorstehende Treffen des Leiters der Russischen Weltraumagentur (Roskosmos) Anatoli Perminow, seines amerikanischen Kollegen und der Chefs der Weltraumbehörden Europas, Kanadas und Japans im Kennedy-Zentrum in Florida vom 1. bis 3. März wird für das Schicksal der Internationalen Raumstation (ISS) von ausschlaggebender Bedeutung sein.

    Es geht darum, dass der NASA-Chef Michael Griffin vor Mitgliedern des Wissenschaftsausschusses des Repräsentantenhauses des US-Kongresses direkt erklärt hat: "Die Vereinigten Staaten werden hinter den anderen Ländern auf dem Gebiet der bemannten Weltraumfahrt zurückbleiben, wenn sie ihre Astronauten nicht zu Dauerflügen schicken."

    Das stimmt zwar, aber in absehbarer Zukunft kommen bemannte Raumflüge nur im Rahmen des ISS-Programms in Frage. Die USA bauten jedoch in den letzten Jahren, neuen Initiativen ihres Präsidenten zu Mond- und Mars-Dauerexpeditionen zuliebe, die Beteiligung an diesem Programm ab. Wenn man auf die Station verzichtet und auf einen Mondflug baut, der nach den jüngsten Angaben für 2018 geplant ist, so hat Griffin völlig Recht. Die USA werden moralisch nicht nur hinter Russland und China zurückbleiben, sondern können auch die Kader und die wissenschaftlich-technische Basis verlieren, deren Wiederherstellung alles andere als einfach ist.

    Wenn aber die NASA im Ernst beschließt, sich dem Orbitalkomplex zu widmen, so ist es notwendig, während des Treffens in Florida wenigstens konstruktiv die Situation mit diesem Programm zu besprechen und im Idealfall prinzipiell über darauf folgende gemeinsame Schritte zur weiteren Entfaltung und Nutzung der Internationalen Raumstation übereinzukommen.

    Vor allem steht es Anatoli Perminow und Michael Griffin bevor, auf die Erörterung der Frage der Zahlung für den Einsatz russischer Raumschiffe für den Transport amerikanischer Astronauten zur ISS zurückzukommen. Es sei daran erinnert, dass Russland, das die Vertragsverpflichtungen bezüglich unentgeltlichen Flügen von Sojus-Raumschiffen erfüllt hat, ab Januar des laufenden Jahres amerikanische Astronauten auf kommerzieller Grundlage zur Station und zurück zur Erde bringen wird.

    Einer Information von Roskosmos zufolge werden die Rückkehr des Astronauten William McArthur zur Erde im April und der Transport seiner Ablösung Jeffrey Williams zur ISS die amerikanische Seite ungefähr 22 Millionen Dollar kosten. Genauso viel wird die NASA für die Rückkehr Williams in einem halben Jahr sowie für den Flug des amerikanischen Teilnehmers an der 14. Expedition im Herbst 2006 zahlen müssen.

    Andererseits wird die "merkantile Frage" die Teilnehmer des bevorstehenden Treffens kaum ermüden. Entsprechend einer Erklärung des stellvertretenden Roskosmos-Chefs Nikolai Moissejew Ende Februar "erfüllen die USA heute alle getroffenen Vereinbarungen zu dieser Frage. Das Geld wird termingerecht gezahlt".

    Eine andere Sache ist der weitere Ausbau der Internationalen Raumstation. Gegenwärtig haben sich am Cap Canaveral mehrere Tonnen Güter angehäuft, die zur ISS gebracht werden müssen. Sie warten auf Shuttle-Flüge, Denn die ISS wurde ursprünglich für das amerikanische wieder verwendbare Transportsystem Space Shuttle projektiert. Das traurige Schicksal der Raumfähre Columbia ist allen bekannt. Seit jener Zeit flog nur einmal ein Shuttle ins All. Mit den noch verbliebenen geplanten 17 Flügen von Raumschiffen dieses Systems muss die ISS fertiggestellt werden, bevor das System 2010 ausgemustert wird.

    Das Problem wird dadurch komplizierter, dass sich die USA unter Hinweis auf den Mangel an Flügen von Raumfähren zuvor geweigert hatten, neue stationäre Module nicht amerikanischer Produktion ins All zu bringen. Das festigte natürlich die Partnerschaftsbeziehungen beim ISS-Programm mit der Europäischen Weltraumbehörde, Japan und selbstverständlich mit Russland nicht.

    Somit steht es der NASA und Russland bevor, am ersten Frühlingstag praktische Fragen des internationalen bemannten Hauptprogramms zu lösen, wo es keine Verlierer und Sieger geben darf.

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