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    "Über den Nationalstolz der Großrussen"

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    Eurovision Song Contest 2006: Mein russischer Stolz ist verletzt

    MOSKAU, 23. Mai (Boris Kaimakow, RIA Novosti). Bei der Prüfung gepatzt. Ich habe keinerlei Erinnerung mehr an diese Arbeit Lenins, doch an den Titel, Über den Nationalstolz der Großrussen, habe ich mich erinnert, als ich den nächtlichen Aufschrei angesichts des zweiten Platzes unseres Burschen mit Namen Dima Bilan beim Eurovision Song Contest 2006 vernommen hatte.

    Ich hätte mich sehr gewundert, wenn er auf dem ersten Platz gelandet wäre. Doch dann war ich schockiert, als ich mitkriegte, dass finnische Volkskunst das Rennen gemacht hat. Die Klamotten der Horror-Rocker hatten immerhin noch etwas für sich. Doch ansonsten war es das Gedröhn eines verwundeten Ebers. Die finnischen Bengels hatten wohl, wie einst die alten Wikinger vor der Schlacht, Fliegenpilze verputzt ... und siegten.

    Wenn wir über das alte Europa sprechen, dann war wohl, was strikt eine persönliche Meinung ist, die Vertreterin Norwegens besser als alle anderen. Das war kein Schnickschnack, sondern ein nettes Lied und eine nette Skandinavierin, die von einem sympathischen Land sang, von normalen Leidenschaften normaler Leute. Doch das Normale kam absolut zu kurz. Sie bekam gerade einmal 50 Punkte.

    Es wäre schon interessant, wenn man wüsste, ob die Norweger wegen dieser Niederlage in Trauer ausgebrochen sind. In den Fernsehstudios von Ostankino jedenfalls wurde die Eurovision trotz später Nacht mit den jämmerlichsten Flüchen bedacht. Es erwies sich, dass man uns nicht einfach nur um den Sieg gebracht hatte, sondern das außerdem noch in einer ganz perversen Art. Ungeliebt. Alle gegen uns - der Europarat und die Eurovision, die Deutschen, die die Türken lieben, die Türken überhaupt und sonst auch noch alle anderen. Ich stelle mir vor, was passiert wäre, wenn wir angesichts der allgemeinen Geringschätzung gesiegt hätten. Dima Belan hätte, wie erst jüngst unser Fußballer Jewsejew, in die Kamera "Sch..." geschrien. Das wäre Super gewesen, er hätte den Vogel des Jahrhunderts abgeschossen. Doch Dima Belan hatte nicht die Chance. Und wenn er sie gehabt hätte, dann hätte er sich kaum hinreißen lassen. Er ist ein Bursche mit Erziehung. Außerdem muss er auch noch dann und wann bei ihnen auf die Bühne. Doch die professionellen Provokateure, die sich in den Studios eingefunden hatten, ließen es sich nicht nehmen. Dort kam der dumme "Nationalstolz der Großrussen" voll zum Tragen. Wegen Nichts, mit hohlen Phrasen, mit verlogenen Emotionen.

    Wenn man sich ernsthaft wie ein Fan verzerrt, buchstäblich verzerrt, dann sollte das wegen der Niederlage unserer Eishockeyauswahl in Riga geschehen. Wir haben DAS Spiel gemacht, uns hervorragend behauptet, auf der Grundlage eines wahrhaften Nationalstolzes um den Sieg gestritten. Und wir wollten nicht nur einfach den Sieg, sondern wir haben ihm entgegen gefiebert, wir brauchten ihn wie ein Hauch Sauerstoff in einer Atmosphäre von Lügen und Überheblichkeit. Unsere Jungen mussten eine Niederlage einstecken. Doch das war eine Abfuhr, die uns in einem echten Kampf erteilt worden ist. Darum braucht man sich dessen nicht zu schämen. Das war nicht beschämend, weil wir nicht einfach abgefertigt worden sind, nicht im Ergebnis einer dämlichen Abstimmung verloren haben, sondern eine kompromisslose Eishockeyschlacht verloren haben. Mit anderen Worten, wir hätten auch den Sieg verdient. Unser Nationalstolz wird uns im Eishockey noch zur Seite stehen, uns den Sieg sichern.

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