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    Produktion des Kampfhubschraubers Ka-50 nach fünfjähriger Pause wieder aufgenommen

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    Die Produktion des Schwarzen Hais wurde vor fünf Jahren wegen mangelnder Finanzierung eingestellt. Jetzt erlebt der spektakuläre Kampfhubschrauber seine Wiedergeburt.

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    MOSKAU, 25. August (RIA Novosti). Die Erprobung eines ersten Kampfhubschraubers des Typs Kamow Ka-50 "Schwarzer Hai", der nach einer fünfjähriger Pause im Betrieb Progress gebaut wurde, hat in der Stadt Arsenjew im russischen Fernen Osten begonnen.

    Progress will in diesem Jahr noch zwei Maschinen dieser Art montieren. Beim Ka-50 handelt es sich um den ersten Kampf-Einsitzer in der Welt. Die Maschine ging im selben Progress-Betrieb im Jahr 1991 in Serie. Aber vor etwa fünf Jahren musste die Produktion dieser Hubschrauber angesichts fehlender Rüstungsaufträge vorübergehend eingestellt werden.

    Mit der Projektierung eines neuen Kampfhubschraubers mit der ursprünglichen Typenbezeichnung W-80 wurde Anfang 1977 im Kamow-Hubschrauberbetrieb in Ljuberzy bei Moskau (jetzt Firma Kamow) begonnen. Die Arbeiten wurden vom Chefkonstrukteur Sergej Michejew geleitet. Bei der Projektierung setzte sich eine Variante mit zwei Schrauben an einer Achse durch. Bei Testflügen wurde festgestellt, dass der Nutzungsgrad der Maschinen mit solchen Schrauben im Schnitt um 16 bis 22 Prozent höher war als bei herkömmlichen Helikoptern. Bei gleicher Triebwerksleistung konnte der Hubschrauber mit Doppelschraube um 500 bis 1000 Meter höher steigen, während die vertikale Hubgeschwindigkeit um vier bis fünf Meter in der Sekunde höher war.

    Auf diese Weise können Maschinen mit Doppelschraube Manöver ausführen, die für herkömmliche Hubschrauber undenkbar sind. Es geht unter anderem um die so genannte "flache" Wende mit großen Gleitwinkeln (bis hin zu plus-minus 180 Grad) in allen Geschwindigkeitsbereichen. Das gestattet es, die unbeweglichen Bordwaffen schnell auf das Ziel zu richten. Die "flache" Wende macht auch Start und Landung auf begrenzten Flächen auch bei starkem Wind möglich. Ein "hängender" Hubschrauber mit Doppelschraube kann sich mit einer deutlich größeren Beschleunigung fortbewegen. Bei hohen Fluggeschwindigkeiten (zwischen 100 und 180 Stundenkilometern) kann sich der Doppelschrauber um das Ziel drehen, ohne dass die Flughöhe geändert wird. Dabei befindet sich das Ziel ständig im Visier. Das Manöver heißt unter den russischen Piloten "Trichter".

    Zur Hauptbewaffnung der Ka-50 gehört der Panzer-Abwehrkomplex "Wichr", der im Konstruktionsbüro für Gerätebau in Tula entwickelt wurde. Der Komplex zeichnet sich durch eine Laser-Zielvorrichtung und automatische Zielverfolgung aus, was eine äußerst große Treffgenauigkeit unabhängig von der Entfernung garantiert. Der Einsatz eines kontaktlosen und eines Kontaktzünders sowie eine kumulative und Splitterladung mit großer Sprengkraft gestattet es, die Rakete sowohl gegen Panzertechnik als auch gegen Luftziele einzusetzen.

    Der Hubschrauber ist auch mit einer 30-mm Kanone vom Typ 2A42 mit 500 Stück Munition komplettiert. Zum Arsenal gehören auch Kanonen- und MG-Container, Fliegerbomben, lenkbare Luft-Boden- oder Luft-Luft-Raketen.

    Das Cockpit ist durch Metallplatten mit einem Gesamtgewicht von mehr als 300 Kilogramm gepanzert. Die Panzerung hält Treffern von Kugeln von 12,7 mm Kaliber und von Splittern von 20-mm-Geschossen stand. Einmalig ist der Einsatz eines Raketen- und Fallschirm-Schleudersystems vom Typ K-37-800 zur Rettung des Fliegers. Für die Sicherheit des Fliegers sorgt auch die spezielle Konstruktion des Fahrwerks, das die Überbelastung bei einer Bruchlandung dämpft. Die Sonderkonstruktion des Treibstoffsystems ist dazu bestimmt, einen Brand bei einer Bruchlandung zu verhindern.

    1990 fasste die damalige sowjetische Regierung den Beschluss, die erste Partie von W-80-Hubschraubern in Arsenjew zu bauen, die bald darauf auf Ka-50 umgetauft wurden. Der Jungfernflug des "Schwarzen Hais" fand am 22. Mai 1991 statt.

    International wurde die neuartige Maschine kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion bekannt. Im März 1992 referierte Chefkonstrukteur Sergej Michejew zum neuen Hubschrauber bei einem internationalen Symposium in Großbritannien. Im August 1992 wurde das Versuchsmodell Nr. 3 öffentlich bei einer Luftfahrtschau in Schukowski bei Moskau gezeigt. Im September debütierte eine bereits serienmäßig gebaute Maschine auf der internationalen Luftfahrtmesse im britischen Farnborough. Der Hubschrauber war mit der Abbildung eines Wolfes und der Aufschrift "Werewolf" geschmückt. Das schwarz gestrichene fünfte Exemplar der Maschine wurde bereits für den Streifen "Schwarzer Hai" gefilmt. Seitdem hat die Ka-50 ihren zweiten Namen: "Schwarzer Hai". Später wurde noch ein Hubschrauber auf ähnliche Weise neu gestrichen sowie mit der Abbildung eines Hais und der Aufschrift "Blackshark" versehen.

    Am 28. August 1995 wurde die Ka-50 per Präsidentenerlass in den Waffenbestand der russischen Armee aufgenommen. Aber die neuen Maschinen konnten die bewährten Mi-24 nicht ersetzen. Eine bedeutende Kürzung der Rüstungsaufgaben führte dazu, dass der Auftraggeber von den im Jahr 2000 geplanten einigen hundert Maschinen bislang nur neun serienmäßig gebaute Ka-50 erhalten hat. Dabei wurden fünf davon der Firma Kamow zu weiteren Erprobungen und zur Entwicklung neuer Modifikationen zurückgegeben.

    Insgesamt wurden bislang 14 flugtaugliche Ka-50 gebaut, die beiden Hubschrauber für statische Erprobungen gehören nicht dazu. In Übereinstimmung mit dem 1996 an Progress erteilten Staatsauftrag wurde im Betrieb mit dem Bau von etwa einem Dutzend Maschinen begonnen. Sie sind jetzt in verschiedenen Baustadien konserviert.

    Zum ersten Kampfeinsatz kam es bei der Anti-Terror-Operation der russischen Armee in Tschetschenien. Im Dezember 2000 wurde eine Kampfgruppe in das Krisengebiet entsandt, zu der zwei Ka-50 sowie ein Aufklärungs- und Zielortungshubschrauber vom Typ Ka-29 gehörten. Am 6. Januar 2001 setzte der "Schwarze Hai" zum ersten Mal Waffen gegen den Gegner ein. Daraufhin wurden die Vorteile des neuen Hubschraubers bei der Erfüllung komplizierter Kampfaufgaben im Gebirge unter Beweis gestellt.

    Ein weiteres Mal wurden die Vorteile der neuartigen Maschine beim Militärmanöver "Rubesch-2004" im August 2004 vor Augen geführt. Bei der Übung der Schnellen Eingreiftruppe der Mitgliedsländer des Sicherheitsbündnisses der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in Kirgisien war ein "Schwarzer Hai" im Einsatz. Die Maschine deckte die Landung einer Einheit und vernichtete dann erfolgreich alle Ziele unter Einsatz von Raketen und Kanonen.

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