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    Zwölf Bulawa-Raketen für Atom-U-Boot Juri Dolgoruki

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    Bis 2010 baut Russland drei Atom-U-Boote der vierten Generation, die mit den neusten Bulawa-Raketen ausgerüstet werden sollen.

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    MOSKAU, 04. September (RIA Novosti). In den nächsten zehn Jahren werden Russlands strategische Kernwaffenkräfte acht bis neun Raketen-U-Boote bekommen, teilte der russische Marinechef Wladimir Massorin mit.

    Gegenwärtig sind in Russland drei strategische Raketen-U-Boote des Projekts 955 Borej im Bau. Das erste von ihnen, die "Juri Dolgoruki", soll noch in diesem Jahr vom Stapel laufen und 2007 an die Flotte übergeben werden. Bis 2010 werden ihr die "Alexander Newski" und die "Wladimir Monomach" folgen.

    Diese Raketenträger des Projekts 955 gehören zur vierten Generation der Atom-U-Boote und sollen die veraltenden strategischen Raketen-U-Boote 667BDR (Nato-Code DELTA III) ersetzen. Aus sechs U-Booten dieses Typs, die sich seit 1978 bis 1982 im Dienst der Marine befinden, bestehen die strategischen Kernwaffenkräfte der russischen Pazifikflotte.

    Die "Juri Dolgoruki" wird zwölf ballistische Interkontinentalraketen Bulawa (internationale Bezeichnung: RSM-56), Bulawa-M, Bulawa-30 und Bulawa-47 tragen. Die weiteren Atom-U-Boote sollen mit jeweils 16 solchen Raketen ausgestattet werden.

    Die Entscheidung zu Gunsten der Bulawa (Nato-Code: SS-NX-30) fiel 1998, nachdem drei Tests des strategischen Raketensystems Bark gescheitert waren. Der russische Sicherheitsrat verzichtete damals auf die Entwicklung des Makejew-Konstruktionsbüros in Miass (Hersteller aller sowjetischen ballistischen Raketen für U-Boote mit Ausnahme der R-31) und erteilte den Auftrag dem Moskauer Institut für Wärmetechnik (MIT), das zu jenem Zeitpunkt bereits die landgestützte Rakete Topol-M entwickelt hatte. Ein weiteres Argument für diese Entscheidung war die Notwendigkeit, die see- und die landgestützten Feststoffraketen zu unifizieren.

    Die Startmasse einer dreistufigen Bulawa-Rakete beträgt etwa 30 Tonnen. Die beiden ersten Stufen sind mit Feststoff-Triebwerken ausgestattet, wobei das Flüssigtreibstoff-Triebwerk der dritten Stufe für hohe Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit in der letzten Flugphase sorgt.

    Die Bulawa ist in der Lage, sechs individuell gelenkte Hyperschall-Atomsprengköpfe mit einem Gesamtgewicht von 1150 Tonnen in eine Entfernung von mindestens 8 000 Kilometer zu bringen. Anders als alle anderen russischen Raketen startet Bulawa nicht senkrecht, sondern schräg und ermöglicht es U-Booten, während der Fahrt zu schießen.

    Die Produktion der Bulawa-Raketen wurde im Werk in Wotkinsk (Udmurtien) in die Wege geleitet, wo bereits die Raketen Topol-M gebaut werden.

    Am 23. September 2004 feuerte das modernisierte Atom-U-Boot TK-208 "Dmitri Donskoj" (Stützpunkt in Sewerodwinsk am Weißen Meer) erfolgreich ein Modell der Bulawa-Rakete mit Originalgewicht unterwasser ab.

    Der erste Teststart fand am 27. September 2005 statt. Die Rakete, in Überwasserfahrt gestartet von Bord des U-Bootes Dmitri Donskoj im Weißen Meer aus, legte binnen 23 Minuten mehr als 11 000 Kilometer zurück und ihre Sprengköpfe trafen die vorgesehenen Ziele auf dem Schießplatz Kura auf der Halbinsel Kamtschatka (Pazifik). Der zweite Teststart fand am 21. Dezember 2005 statt und war ebenfalls von Erfolg gekrönt. Diesmal feuerte die "Dmitri Donskoj" die Rakete unterwasser ab. Die umfassende Erprobung der Bulawa-Rakete soll 2007 abgeschlossen werden, wonach sie in den Dienst der Marine gestellt wird.

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