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    USA wollen russische Raketen kontrollieren/ Gasprom und Belgien gründen Verteilungszentrum/ Russland soll Airbus aus der Krise helfen/ Gasprom kümmert sich um Yukos-Reste/ Gasprom und Transneft wollen eigene Schutzgarde

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    MOSKAU, 05. März (RIA Novosti).

    „Nesawissimaja Gaseta“: USA wollen Russlands Raketen kontrollieren

    Washingtons verfolgt mit der Absicht, die Ukraine in das globale Raketenabwehrsystem einzubeziehen, weiter den Kurs auf eine militärische Überlegenheit.

    Eines der Ziele dieses Kurses besteht in der Entwertung des Atomraketenpotentials Russlands und Chinas, während der Schutz vor Paria-Staaten nur ein Vorwand für die Aufstellung einer globalen Raketenabwehr-Infrastruktur (ABM) ist. Diese Meinung äußert Wladimir Jessin, ehemaliger Chef des Hauptstabs der strategischen Raketentruppen Russlands, am Montag in der „Nesawissimaja Gaseta“.

    Nach der Aufstellung von ABM-Segmenten zu Land und zu See soll die dritte Raketenabwehrstaffel im Weltraum stationiert werden, so der Experte.

    2000 hatten zwar Russland und die USA eine Vereinbarung über ein gemeinsames Frühwarn- sowie Meldesystem über Raketenstarts unterzeichnet. Dieses Dokument wurde aber nie realisiert. Nun entschloss sich Washington, auf Konfrontation mit Russland in Sachen Schutz vor Atomraketen zu gehen. Die USA sind aus dem ABM-Vertrag ausgestiegen und haben dadurch mehr Handlungsfreiheit für ihre globale Überlegenheit.

    Nach der Aufstellung der drei amerikanischen Raketenabwehrstaffeln werden die russischen nuklearen Abschreckungkräfte ernsthaft abgewertet. Es wird zu einer realen Bedrohung für die Sicherheit des Staates kommen.

    Was die Aufstellung einer ABM-Radaranlage in Georgien anbelangt, so könnte sie auch der Überwachung des russischen Testgeländes Kapustin Jar dienen, betont Jassin. In Kapustin Jar werden nämlich Ausrüstungen für interkontinentale Raketen getestet. Auf diese Weise könnte das Pentagon überaus wertvolle Informationen über die russischen Nuklearkräfte bekommen.

    „Gaseta“: Gasprom und Belgien bauen Verteilungszentrum für Europa

    Bei ihrem Treffen am Freitag in Moskau haben Russlands Präsident Wladimir Putin und Belgiens Regierungschef Guy Verhofstadt das Projekt über den Bau eines großen Gasspeichers in Belgien gebilligt. Nach Ansicht des belgischen Premiers könnte sein Land zu einem neuen Verteilungszentrum russischen Gases für Europa werden, berichtet die Tageszeitung „Gaseta“ am Montag.

    Im Vorfeld seines Moskau-Besuchs hatte der belgische Ministerpräsident erklärt, sein Land werde nichts dagegen haben, wenn der russische Konzern Gasprom den belgischen Gasverteiler Gistrigaz kaufen würde (der Verkauf war von den europäischen Kartellbehörden im Zusammenhang mit der bevorstehenden Fusion von Suez und Gaz de France angewiesen worden). Verhofstadt betonte, er teile nicht die Besorgnis einiger EU-Mitglieder hinsichtlich einer engeren Kooperation mit Gasprom.

    Der russische Gasmonopolist verhehlt indes nicht sein Ziel, an die Gasverteilungsnetze der EU heranzukommen und in erster Linie den Gasmarkt Großbritanniens zu erobern. Momentan entfallen höchstens vier Prozent des britischen Gasmarktes auf das russische Unternehmen. Das Gasprom-Top-Management will bis 2010 mindestens ein Zehntel des britischen Marktes einnehmen.

    „Iswestija“: Russland soll Airbus aus der Krise helfen

    Der Konzern Airbus will Russland zu drei Prozent beim Bau des neuen A350-Flugzeugs Russland beteiligen. Das bestätigte Airbus-Generaldirektor Louis Gallois, berichtet die „Iswestija“ am Montag.

    Die auf den ersten Blick bescheidenen drei Prozent bedeuten immerhin Investitionen von rund 400 Millionen Dollar. Außerdem könnte es erst der Anfang sein. Momentan macht nämlich EADS-Tochter Airbus schwere Zeiten durch. Angesichts der schwierigen Finanzlage steht der Großauftrag des US-Unternehmens UPS über den Bau von zehn Transportmaschinen des Typs A380-Cargo auf der Kippe.

    In der vergangenen Woche beschloss der EADS-Vorstand einen Umstrukturierungsplan für Airbus, laut dem in den kommenden vier Jahren sechs Airbus-Betriebe verkauft und rund 10 000 Beschäftigte in Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien entlassen werden sollen.

    Gallois’ Erklärung über den geplanten Auftrag an Russland (weitere fünf Prozent des Projekts sollen an China gehen) bestätigte Mutmaßungen von Experten, der Konzern könnte einen Teil seiner Produktion in Länder mit billigeren Arbeitskräften verlegen. Nach dem neuesten Treffen von Präsident Wladimir Putin mit den französischen Ministern für Auswärtiges und für Verteidigung wird umso intensiver darüber geredet. Damals stellte Putin fest, Russland möchte sein EADS-Aktienpaket vergrößern. Vor kurzem hatte die russische Bank VTB fünfprozentige EADS-Anteile erworben, die heute laut einigen Angaben bereits auf sechs bis sieben Prozent gewachsen sind.

    „Wremja Nowostej“: Gasprom kümmert sich um Yukos-Reste

    Bei der Versteigerung der Restaktiva des Ölunternehmens Yukos am 4. April sollen drei Vermögenswerte in einem Paket verkauft werden, was eindeutig im Interesse des Konzerns Gasprom gemacht wurde, schreibt die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ am Montag.

    Der russische Gasmonopolist, der als Hauptanwärter auf die Yukos-Reste gilt, wird es allerdings wohl meiden, in eigener Person an der Auktion teilzunehmen, obgleich im Investitionsprogramm des Konzerns für 2007 umgerechnet rund drei Milliarden Euro für den Kauf von GaspromNeft vorgesehen sind. Gasprom-Chef Alexej Miller sowie die Staatsvertreter im Direktorenrat des Konzerns können momentan nicht in die USA einreisen: Dort drohen ihnen Unannehmlichkeiten mit Gerichtsvollziehern, nachdem Yukos-Minderheitsaktionäre geklagt hatten.

    Am 4. April sollen 20 Prozent der GaspromNeft-Aktien sowie jeweils 100 Prozent der Unternehmen Arktikgas und Urengoil angeboten werden.

    Höchstwahrscheinlich wird ein Konsortium, das aus der Firmengruppe ESN sowie den italienischen Energiegiganten Eni und Enel besteht, die Auktion gewinnen. Weitere Varianten für Gasprom, die in Frage kommen, könnten der Erwerb von ESN-Anteilen im Joint Venture Energogas (ESN 51 Prozent, Eni 30 Prozent und Enel 19 Prozent) oder der Kauf von GaspromNeft-Aktien und Kontrollaktienpaketen der oben genannten Gasunternehmen werden. In dem Fall wäre Gasprom ein solider Teilhaber, während die italienischen Partner Beteiligungen an Förderaktiva in Russland bekommen. Damit wird auch Gasprom der Weg zum Kauf von Eni-Anteilen in Europa eröffnet, wie das in der Vereinbarung über strategische Partnerschaft zwischen beiden Giganten vorgesehen ist.

    „Wedomosti“: Gasprom und Transneft wollen eigene Schutzgarde haben

    Der Staatsduma ist ein Gesetzentwurf vorgelegt worden, der Gasprom und Transneft das Recht bietet, eigene bewaffnete Schutzeinheiten zu bilden. Wie die Tageszeitung „Wedomosti“ am Montag feststellt, sind nur einige Ministerien und sonstige Behörden dazu berechtigt.

    Viktor Iljuchin, Vizechef des Sicherheitsausschusses in der Staatsduma und einer der Ideengeber der Novelle, begründete diese mit den sich häufenden Fällen von illegalem Abzapfen der Pipelines, gegen die die jetzigen Schutzkräfte machtlos sind. Gemäß dem Gesetzentwurf sollen jetzt die neuen Verbände das Recht bekommen, Personen und Kraftfahrzeuge zu durchsuchen, Waffen außerhalb der von ihnen geschützten Objekte einzusetzen sowie mit Schnellfeuerwaffen ausgerüstet zu werden. Momentan haben u. a. das Verteidigungsministerium, das Ministerium für Industrie und Energiewirtschaft, das Agrarministerium, die Weltraum- und die Atomenergiebehörde - insgesamt 15 russische Institutionen - solche „Armeen“.

    Nach Ansicht von Nikolai Besborodow, Mitglied des Staatsduma-Verteidigungsausschusses, wird demnächst die Stromholding RAO UES ähnliche Vollmachten bekommen. Gennadi Gudkow, Mitglied des Sicherheitsausschusses im russischen Unterhaus, befürchtet indes eine „Kettenreaktion“: „In Russland gibt es einige dutzend strategische Unternehmen, nun werden sie darauf warten, ähnliche Rechte zu bekommen.“

    (RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.)

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