23:32 23 September 2018
SNA Radio
    Meinungen

    Russische Waffen für Lateinamerika

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Russland ist in den letzten Jahren zu einem der größten Waffenlieferanten nach Lateinamerika geworden, was zu einem Rückgang der US-Dominanz auf diesen Märkten führte.

    MOSKAU, 29. März (Viktor Litowkin, RIA Novosti). Russland ist in den letzten Jahren zu einem der größten Waffenlieferanten nach Lateinamerika geworden, was zu einem Rückgang der US-Dominanz auf diesen Märkten führte.

    Das geht aus einem Bericht von The Council on Hemispheric Affairs (COHA), hervor, der im Auftrag vonWashington vorbereitet wurde.

    Der Ausbau der bilateralen Beziehungen mit den lateinamerikanischen Regierungen im Sicherheitsbereich löst heute eine bestimmte Beunruhigung in Washington aus, wird im Bericht betont.

    Der Bericht enthält sowohl offizielle Mitteilungen als auch Geheiminformationen über aktive Kontakte Moskaus mit den Regierungen von Venezuela, Argentinien, Peru, Brasilien, Kuba, Kolumbien und Mexiko, die bereits erfolgte als auch künftige Lieferungen von verschiedenen russischen Waffen betreffen. Darunter sind Kampfjets und Transportflugzeuge, Hubschrauber, Raketen, Luftverteidigungssysteme, Panzer, Schützenpanzerwagen, Schnellboote, U-Boote sowie Schützenwaffen.

    "In irgendeinem Moment konnten die Waffenlieferungen Moskaus die Sicherheitskarte in einem beträchtlichen Teil von Zentral- und Südamerika ändern. Diese Ergebnisse werden den Washingtoner Politikern kaum gefallen", schreiben die Autoren des Berichts.

    Im Bericht werden auch Angaben des Untersuchungsdienstes des US-Kongresses angeführt, wonach Russland in den Jahren 1998 bis 2001 an lateinamerikanische Länder Waffen für 300 Millionen US-Dollar und im Zeitraum von 2002 bis 2005 für eine Summe von 600 Millionen US-Dollar geliefert hat. Der Kongress prognostiziert, dass die russischen Waffenlieferungen an diese Region in den nächsten Jahren noch zunehmen werden. Stimmt das? Und warum geschieht das "im Hinterhof der Vereinigen Staaten", wie man in Washington stets die Länder südlich des 30. Breitenkreises nennt?

    Die Antwort auf diese Fragen ist nicht so offensichtlich, wie dies auf den ersten Blick scheinen mag. Es geht nicht nur darum, dass einige Staaten von Zentral- und Südamerika nach links abgeschwenkt sind, wo in den letzten Jahren die sogenannten Führer des Volkes an die Macht gekommen waren. In erster Linie in Brasilien, Bolivien, Nikaragua und Venezuela.

    Es geht darum, dass die Politik Washingtons auf dem Kontinent ihrer Meinung nach zu egoistisch ist und mit gegenseitig vorteilhaften Partnerschaftsbeziehungen mit seinen südlichen Nachbarn nichts Gemeinsames hat. Außerdem hat jene harte Kontrolle, die die USA über die Regierungen von Lateinamerika, ihre Außenpolitik und Wirtschaftsentwicklung stets ausübten, in der letzten Zeit etwas nachgelassen.

    Bei Washington entstanden Probleme mit dem Nahen und dem Mittleren Osten, wo die Kämpfe im Irak und in Afghanistan kein Ende nehmen. Völlig außer Kontrolle ist Iran geraten, das nicht gewillt ist, die Forderungen der Resolutionen des UN-Sicherheitsrates zu erfüllen. Nicht alles klappt in den gegenseitigen Beziehungen mit den strategischen NATO-Verbündeten, wo Frankreich und Deutschland die Okkupation des Zweistromlandes nicht unterstützt haben. Das gewohnte Bild der einpoligen Welt bricht zusammen.

    Mehr noch. Die ständigen Versuche Washingtons, Druck auf unfreundliche Regimes in Südamerika durch das Verhängen von Wirtschaftssanktionen auszuüben, verfehlen ihre Wirkung.

    Die Weigerung der USA, Ersatzteile für die F-16 zu liefern, die zur Bewaffnung der venezolanischen Luftwaffe gehören, führte dazu, dass sich Präsident Hugo Chavez an Russland mit der Bitte wandte, neue russische Mehrzweck-Jagdflugzeuge Su-30MK an sein Land zu verkaufen.

    Natürlich konnte Moskau ihm das nicht abschlagen. Der Export von Waffen und Systemen für die Gefechtssicherung ist für Russland nicht nur eine Politik, die auf die Steigerung der Rentabilität der eigenen Betriebe der Verteidigungsindustrie und die Erneuerung ihres Produktionsfonds gerichtet ist. Das ist auch ein reines Geschäft und das Streben, Mittel für die Wirtschaftsentwicklung des Landes und für die Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit der eigenen Armee zu verdienen.

    Wie bei Rosoboronexport (russisches staatliches Waffenexportunternehmen) behauptet wird, sind die russischen Waffenlieferungen an Lateinamerika durchaus nicht auf ein Verdrängen der USA von diesem Markt gerichtet. Sie beeinflussen nicht das Kräfteverhältnis in der Region, wo Washington weiter vorherrscht.

    Davon kann man sich leicht überzeugen, wenn man in ein beliebiges Nachschlagewerk schaut, das Angaben über die Struktur der Kampftechnik und Waffen enthält, die zur Bewaffnung dieser oder jener Armee, Fliegerkräfte und Flotte gehören. Darunter auch "The Military Balance 2006-2007".

    Mehr noch, so die Waffenexporteure: Bei dieser Arbeit gebe es nichts Persönliches. Das sei nur Geschäft. Jedes andere Land würde anstelle von Russland auf die gleiche Weise vorgehen. Um so mehr die USA. Sie verdrängen zum Beispiel beharrlich russische Waffen aus den Ländern Ost- und Mitteleuropas (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien). Sie zwingen ihnen ihre Gebrauchtwaffen zu recht hohen Preisen auf.

    Eine eben solche Politik betreibt Washington auch gegenüber Georgien und Kasachstan.

    Warum sollte Russland den geschäftlichen und egoistischen Interessen der USA in Süd- und Zentralamerika Rechnung tragen, wenn die USA die geschäftlichen Interessen Russlands im postsowjetischen Raum nicht berücksichtigen? Das Prinzip der Gegenseitigkeit in den geschäftlichen Partnerschaftsbeziehungen hat noch niemand aufgehoben. Andererseits zwingt nicht Moskau Caracas, Buenos Aires, Managua, Rio de Janeiro und anderen Hauptstädten seine Waffen auf. Sie wollen selbst diese Waffen kaufen. Anscheinend deshalb, weil sie den amerikanischen Waffen in ihren Kampfeigenschaften nicht nachstehen und sie mitunter auch übertreffen. Dabei sind die russischen Waffen viel billiger.

    Was aber wichtig ist: Moskau verknüpft im Unterschied zu Washington nicht seine Waffengeschäfte mit der politischen Orientierung dieser oder jener Regierung.

    Die Fehler der UdSSR, die seinerzeit so gehandelt hatte, gereichten dem neuen Russland zum Nutzen.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren