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    US-Krieg gegen Iran würde Russland Öl-Milliarden bescheren/ Algerien will bei Russland Waffen für sieben Milliarden Dollar bestellen/ Venezolanisches Erdöl gegen weißrussische Traktoren/ Kasachstan verzichtet vorerst auf Bau einer Transkaspi-Pipeline

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    MOSKAU, 29. März (RIA Novosti).

    „Nesawissimaja Gaseta“: US-Krieg gegen Iran würde Russland Öl-Milliarden bescheren

    Allein schon die Gerüchte über den iranischen Beschuss eines US-Kriegsschiffs im Persischen Golf haben am Mittwoch einen radikalen Anstieg der Ölpreise an der Börse verursacht.

    Blieben die Preise zumindest ein Jahr lang auf diesem Niveau, so hätte Russland mindestens zehn Milliarden Mehreinnahmen aus dem Ölexport, stellt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag fest.

    Noch mehr würde die russische Brennstoff- und Energieindustrie verdienen, sollte es im Golf zu einem echten Krieg kommen. Heute liefert Iran täglich rund 2,3 Millionen Barrel Öl an den Weltmarkt, womit das Land 5,7 Prozent des Weltexports bestreitet. Im Fall eines amerikanischen Überfalls droht Teheran mit einer Blockade der Straße von Hormuz, über die mehr als 20 Prozent des globalen Ölexports verlaufen. Nicht auszuschließen wäre auch, dass Iran Ölfelder seiner Nachbarn bombardieren würde. Über die Höhe des Ölpreisanstiegs kann man bei einer solchen Entwicklung nur raten.

    „Wird das iranische Öl vom Markt verschwinden, würden die Barrelpreise auf 80 Dollar und höher steigen“, so Dmitri Lukaschow, Öl-Analyst der Bank Zenit. Konstantin Batunin, sein Kollege aus der Alfa-Bank, hält auch Barrelpreise von 100 Dollar für möglich. Diese Schätzungen teilt Michail Sak von der Gasprombank.

    Russlands Öl-Export beträgt in Bezug auf das Rohöl rund sieben Millionen Barrel pro Tag. Ein Preisanstieg um jeweils zehn Dollar würde Russland mindestens 25 Milliarden Dollar im Jahr bringen.

    Dies würde auch einen indirekten positiven Effekt nach sich ziehen. „Mit den wachsenden Einnahmen des Haushalts und der Unternehmen wird auch die Nachfrage der Bevölkerung steigen“, so Lukaschow. „Dies würde auch den einheimischen Maschinenbau und die Baubranche anspornen.“

    Die Kehrseite eines solchen Szenarios besteht allerdings darin, dass „die Rohstoffdominante in der russischen Wirtschaft langfristig stärker ausgeprägt sein wird“, betont Batunin.

    „Kommersant“: Großaufträge aus dem Ausland: Russlands Waffenschmieden überfordert

    Algerien hat im März Russland offiziell zur Teilnahme an einer Ausschreibung über den Bau einer Fregatte sowie über einen gemeinsamen Bau neuer Schiffe eingeladen.

    Wenn das neue Paket von Militäraufträgen in einem Gesamtwert von sieben Milliarden Dollar zusammengeschnürt wird, avanciert Algerien, das vergangenes Jahr bereits Rüstungen für acht Milliarden Dollar bestellt hat, zum größten Partner Russlands in der militärtechnischen Zusammenarbeit, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Verhandelt wird über den Verkauf von Jagdbombern des Typs Su-32, von Hubschraubern des Typs Mi-28N sowie über zusätzliche Lieferungen von Kampfflugzeugen des Typs Su-30 und MiG-29, von Komplexen Panzir-S1 und von Panzern T-90S. All die Geschäfte sollen 2007 beziehungsweise 2008 geschlossen werden.

    Bisher waren Indien und China die größten Abnehmer russischer Waffen und Militärtechnik: Ihre Waffenbestellungen bis zum Jahr 2010 wurden jeweils auf zehn und auf sechs Milliarden Dollar geschätzt.

    Zugleich teilte Oleg Demtschenko, Präsident des Flugzeugbauunternehmens Irkut, mit, dass bislang noch keine Verhandlungen zu diesem Thema geführt worden seien. Der Panzerhersteller Uralwagonsawod Nischni Tagil verschob bereits die für vergangenes Jahr geplante Lieferung der ersten 40 Panzer auf 2007.

    Die Verhandlungen über den Bau von zwei Fregatten in einem Gesamtwert von rund 800 Millionen Dollar werden zwar seit April 2006 geführt, treten aber auf der Stelle, weil sich der russische Waffenexporteur Rosoboronexport bislang nicht für eine von drei möglichen Schiffswerften entschieden hat.

    Was die Fla-Komplexe Panzir-S1 anbelangt, so sollen zunächst Tests in den Vereinigten Arabischen Emiraten abgeschlossen werden. Dieses Land hat solche Waffen noch vor Algerien bestellt. Wie es beim Panzir-S1-Hersteller in der Stadt Tula hieß, sollen die Tests im kommenden Sommer abgeschlossen werden. Bis Ende dieses Jahres sollen die Panzir-S1-Lieferungen an die Emirate aufgenommen werden. Der gesamte Posten von 50 Komplexen soll bis 2010 geliefert werden, wobei ursprünglich 2003 bis 2006 geliefert werden sollte.

    „Der Betrieb in Tula hat bereits Bestellungen für Panzir-Komplexe aus Algerien, Syrien, den Emiraten und einem vierten Land, das nicht genannt wird“, stellt Ruslan Puchow, Direktor des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse, fest. „Da sich die Lieferungen an die Emirate verzögert haben, sind Schwierigkeiten mit den anderen Ländern durchaus wahrscheinlich.“

    „Iswestija“: Venezolanisches Öl für weißrussische Kondensmilch - Minsk unterstützt „Kolchosen“

    Weißrussland wird venezolanische Öllieferungen mit Kondensmilch, Fleischkonserven, TV-Geräten, Kühlschränken und Traktoren aus eigener Produktion bezahlen, berichtet die „Iswestija“ am Donnerstag.

    Eine weißrussische Delegation schloss während ihres einwöchigen Besuchs in Caracas insgesamt 22 Abkommen. Venezuelas Präsident Hugo Chavez beauftragte sein Energieministerium, Ölfelder mit einer guten Infrastruktur zu reservieren, auf denen weißrussische Fachkräfte arbeiten werden. Zukünftig sollen dort zwei Millionen Tonnen Öl im Jahr für Weißrussland gefördert werden.

    Auf Chavez’ Erlass legt Venezuela derzeit eine staatliche Lebensmittelreserve an, und zwar nicht für den Fall einer Dürre, sondern auch im Hinblick auf eine mögliche Schlacht gegen den Weltimperialismus. Deshalb sollen nun Kondens- und Trockenmilch sowie Fleischkonserven aus Weißrussland kommen.

    Neben den weißrussischen Kühlschränken und Fernsehgeräten sollen allerdings auch Rüstungen für die venezolanischen Streitkräfte geliefert werden.

    Die weißrussischen Traktoren sollen die Basis für die geplanten sozialistischen Umgestaltungen in der venezolanischen Agrarwirtschaft bilden. Am vergangenen Sonntag kündigte Chavez die Einführung eines „kollektiven sozialistischen Eigentums“ in der venezolanischen Landwirtschaft an, für die entsprechende Verfassungsänderungen beschlossen werden sollen. Die größeren Grundstücke, die „uneffektiv genutzt werden“, sollen unter bedürftigen Bauern aufgeteilt werden, so der venezolanische Staatschef.

    „Wedomosti“: Gut für Gasprom - Kasachstan verzichtet auf Transkaspi-Pipeline

    Kasachstan hat vorerst auf den Bau einer Transkaspi-Gaspipeline verzichtet, berichtet die Tageszeitung „Wedomosti“ am Donnerstag. Wie Experten betonen, ist das vor allem eine gute Nachricht für den russischen Konzern Gasprom.

    Wie Kasachstans Premier Marat Taschin erklärte, ist die Zweckmäßigkeit des Projekts nicht nachgewiesen. Diese Erklärung gab er markanterweise nach seinem Treffen mit dem EU-Beauftragten für Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, der EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner sowie den Außenministern Deutschlands, Usbekistans, Tadschikistans, Kirgisiens und Turkmenistans ab.

    Die Idee der Transkaspi-Pipeline war 1996 von den USA unterbreitet worden. Geplant war die Verlegung einer Gasfernleitung mit einer Jahresleistung von 30 Milliarden Kubikmeter auf dem Grund des Kaspisees. Das Gas sollte dann durch die 2006 in Betrieb genommene Pipeline Baku - Tiflis - Erzerum und über die Pipeline Nabucco (soll bis 2010 fertiggestellt werden) nach Europa fließen. Damit würden die Lieferungen an den europäischen Markt unter Umgehung Russlands erfolgen, womit die Gasprom-Positionen auf dem EU-Markt geschwächt würden.

    Im Konzern Gasprom wollte man den Beschluss Kasachstans nicht kommentieren. Wie aber Valeri Nesterow, Analyst des Investmentunternehmens Troika Dialog, feststellt, sei ein Verzicht der Länder Zentralasiens auf dieses Projekt für den russischen Gasmonopolisten von Vorteil. Die Gaslieferungen, die über die Alternativroute fließen sollten, würden zwar höchstens 20 Prozent der gegenwärtigen Gasprom-Lieferungen ausmachen, für den russischen Konzern ist es aber einträglicher, das Gas aus Zentralasien für die Inlandsabnehmer zu verwenden.

    Nach Meinung von Dmitri Alexandrow vom Russischen Institut für strategische Studien, will Kasachstan damit einen Streit mit Moskau vermeiden. Umso mehr, als Russland den Bau blockieren könnte, weil die Aufteilung des Kaspi-Meeresgrunds noch nicht abgeschlossen ist.

    Zugleich schließt Alexandrow nicht aus, dass Kasachstan seinen Beschluss schon bald revidieren könnte. Auch Nesterow betont, dass das Projekt noch lange nicht begraben ist. Die Pipeline könnte etwa in Turkmenistan beginnen - dieses Land produziert mehr Gas.

    Kasachstan ist aber weniger als Turkmenistan am Pipeline-Bau interessiert. In den nächsten zehn Jahren wird die Gasförderung in Kasachstan voraussichtlich um 20 Milliarden Kubikmeter steigen, und es würde größere Mengen an Russland und China liefern. Außerdem wird sich das kostspielige Projekt nicht allzu bald rentieren.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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