00:36 16 Dezember 2017
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    Neue Kriege - neue Waffen

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    MOSKAU, 25. Mai (Andrej Kisljakow, RIA Novosti). Der Kriegszustand unterscheidet sich vom Frieden durch einen massenhaften Waffeneinsatz.

    Aber die gegenwärtige Situation und die Tendenzen zur Entstehung neuer militärischer Konflikte zeugen davon, dass eine solche Vorstellung hoffnungslos veraltet ist.

    Das Ziel eines möglichen Krieges in der Zukunft ist nicht die Besetzung des Territoriums des Gegners, sondern die Führung von treffsicheren Schlägen gegen seine neuralgischen Punkte. Dabei verletzt niemand die internationalen Grenzen.

    Der Masseneinsatz der Landstreitkräfte auf der Grundlage der Panzertechnik gehört der Vergangenheit an. Die Rolle der strategischen Fliegerkräfte geht zurück.

    Im Grunde genommen verschiebt sich der Akzent beim Begriff „strategische Waffen“ von der klassischen „Nuklear-Triade“ zu konventionellen Mitteln auf der Grundlage von Präzisions-Waffensystemen unterschiedlicher Basierungsarten.

    Das setzt seinerseits eine große Zahl von Satellitenmitteln zur Aufklärung, Warnung, Prognostizierung und Zielzuweisung voraus, die an und für sich auch geschützt werden müssen.

    Was sind Weltraumwaffen?

    Im Ganzen kann man die Weltraumwaffen als Waffensysteme und Hilfsweltraummittel unterschiedlicher Art, Bestimmung und Wirkungsprinzipien definieren, die für die Stationierung und Anwendung im Weltraum entwickelt werden. Aber in diesem Fall muss man diese Waffen in Angriffs- und passive Elemente unterteilen. Zu den Letzteren gehören die Satellitensysteme der Aufklärung, des Nachrichtenwesens, der Zielzuweisung und so weiter, die schon seit langem von vielen Ländern genutzt werden.

    Aber die größte Gefahr stellen aktive Kampfmittel dar, die im Interesse der Raketenabwehr, des funkelektronischen Kampfes, für die Bombardierung praktisch jeglichen Territoriums auf der Erde mit Kern- und konventionellen Gefechtsladungen aus dem Weltraum und schließlich als Satellitenabwehrwaffen genutzt werden können.

    Zu den Hauptarten der Weltraumangriffswaffen kann man folgende zählen:

    1. Interkontinentale ballistische Raketen (ICBM), deren Kopfteile auf eine sogenannte Warteumlaufbahn gebracht werden. Bei der Entstehung von Krisensituationen und dem Erhalt des Kommandos für die Zielvernichtung spricht die Stufe der Gefechtskopftrennung an. Eben ein solches Basierungselement war für die amerikanische ICBM M-X in der Periode der größten Spannungen zwischen der UdSSR und den USA Anfang der 80er Jahre vorgesehen.

    2. Boden-, luft- und weltraumgestützte Satellitenabwehrraketen.

    3. Direktenergiewaffen, zu denen Chemie- und Röntgenlaser gehören, und Partikelstrahlenwaffen.

    4. Elektronische Waffen - Radiowellen-Impulsgeneratoren großer Leistung für den funkelektronischen Kampf, Hafthohl-Impulsladungen und Impulsladungen mit Plasmakontraktion.

    Das Wichtigste besteht darin, dass das Hauptziel der Stationierung von Waffen im Weltraum eine allumfassende Kontrolle über die ganze Erdoberfläche ist. Somit ist das Auftauchen ständiger, bewohnbarer Militärstützpunkte im erdnahen Raum lediglich eine Frage der Zeit.

    Militanter „Skythe“

    Während der Bau bewohnbarer Militärstützpunkte im All noch eine Frage der Zukunft ist, wurden automatische Komplexe, obendrein mit Waffen ausgerüstet, denen neue physikalische Prinzipien zugrunde liegen, schon seit langer Zeit entwickelt. Damit nicht genug. Die Geschichte kennt ein Beispiel, wo durchaus kein Modell einer Militärstation auf eine erdnahe Umlaufbahn gebracht wurde, die für die Vernichtung von tief fliegenden Satelliten und von Apparaten auf mittelhohen und stationären Umlaufbahnen bestimmt war.

    Es muss bemerkt werden, dass nach der Entstehung der militärischen Konfrontation zwischen der UdSSR und den USA im Kosmos Ende der 50er Jahre zwei prinzipielle Tätigkeitsrichtungen betrachtet wurden: Raketenabwehr und Bekämpfung der Weltraumobjekte des potentiellen Gegners.

    Wenn aber die beiden Richtungen in den USA mit zwar wechselndem Erfolg, aber ohne sichtbare Widersprüche, ausgearbeitet wurden, so erfolgte in der Sowjetunion alles in den besten Traditionen der Clankämpfe, die sich hinter den Kulissen abspielten.

    Fortsetzung folgt

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.