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    Russlands Gaspipeline-System - Hintergrund

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    MOSKAU, 02. Juni (RIA Novosti). Das in Russland geförderte Erdgas wird durch Fernleitungen zu den Kunden gepumpt.

    Diese Fernleitungen sind im so genannten Einheitlichen Gasversorgungssystem Russlands gebündelt. Dieses weltweit größte Gastransportsystem stellt einen einmaligen technologischen Komplex mit Objekten für Förderung, Verarbeitung, Transport, Lagerung und Verteilung von Erdgas dar. Das System gewährleistet eine ununterbrochene Lieferung unmittelbar von der Förderbohrung zum Endverbraucher.

    Das Einheitliche Gasversorgungssystem Russlands gehört dem staatlich kontrollierten Gasproduzenten Gasprom. Es handelt sich um 155 000 Kilometer Hauptleitungen und Abzweigungen und um 268 Verdichterstationen mit einer Gesamtleistung der Pumpen von 44,8 Millionen Kilowattstunden. Dazu gehören auch sechs Komplexe zur Aufbereitung von Erdgas und Gaskondensat sowie 24 Untergrundgasspeicher (UGS).

    Die meisten Investitionen in das Gastransportsystem sind derzeit für den Bau des russischen Abschnitts der Jamal-Europa-Pipeline, der Pipelines zwischen dem Norden des Gebietes Tjumen und Torschok und zwischen Potschinki und Isobilnoje, aber auch für die Erweiterung des Gastransportknotens Urengoi bestimmt.

    Die Pipeline Jamal-Europa wurde 1999 in Betrieb genommen. Die Leitung führt durch Russland, Weißrussland und Polen und hat eine Projektleistung von 33 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr. Bislang wurde ein 1997 Kilometer langer Teil der Rohrleitung - von der Verdichterstation Torschok in Russland bis zur STEGAL-Pipeline in Deutschland - in Betrieb genommen.

    Die Pipeline vom Urengoi-Feld im Norden des Gebietes Tjumen nach Torschok hat eine Projektleistung von bis zu 28,5 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr und wird voraussichtlich 2200 Kilometer lang sein. Nach der Umsetzung dieses Projektes sollen die Gasversorgung der Nordwestlichen Region Russlands wie auch die Exportlieferung durch die Pipeline Jamal-Europa aufgestockt werden.

    Um den Transport der immer größer werdenden Gasmengen von den Feldern der Nadym-Pur-Tas-Region zu gewährleisten, wird der Gastransportknoten Urengoi erweitert.

    Die Leitung Potschinki-Isobilnoje ist ein Teil des Pipelinesystems zwischen Russland und der Türkei. Ihre Projektleistung beträgt 26,2 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Nach der Inbetriebnahme dieser Rohrleitung soll Gas von Feldern in der Nadym-Pur-Tas-Region in die Pipeline "Blauer Strom" (auf dem Grund des Schwarzen Meeres) gepumpt werden.

    2005 begann Gasprom mit dem Bau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream mit einer Projektleistung von 55 Miliiarden Kubikmeter im Jahr, die Russland und Westeuropa über den Grund der Ostsee verbinden wird. Die 917 Kilometer lange Landstrecke der Leitung führt von Grjasewez nach Wyborg. Darauf verläuft die Röhre 1198 km auf dem Grund der Ostsee und taucht erst vor der deutschen Küste wieder auf. Geplant ist auch eine Abzweigung nach Schweden.

    Für Projektierung, Bau und Betrieb des Unterwasserteils der Leitung wurde die Nord Stream AG als ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen Gasprom (51 Prozent der Anteile) und den deutschen Konzernen BASF und E.ON (jeweils 24,5 Prozent) ins Leben gerufen. Das Joint Venture ist im schweizerischen Zug eingetragen.

    Gasprom verfügt über die weltweit größten Gasressourcen. Der Anteil des russischen Konzerns an den bewiesenen internationalen Gasvorräten liegt bei 17 Prozent, während dieser Anteil in Russland mehr als 60 Prozent beträgt. Die erkundeten Gasreserven von Gasprom werden von Experten mit 29,1 Billionen Kubikmetern in einem geschätzten Wert von 138,6 Milliarden US-Dollar beziffert. Gasprom fördert 85,5 Prozent des gesamten russischen Gases und kontrolliert ein Fünftel der weltweiten Gasgewinnung.

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