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    Keine Überraschungen in Le Bourget

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    Flugzeugsalon in Le Bourget (14)
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    MOSKAU, 14. Juni (Viktor Safonow für RIA Novosti). Die Flugzeugholding Suchoi wird auf der Luft- und Raumfahrtausstellung in Le Bourget (Vorort von Paris), die in diesem Jahr vom 18. bis zum 24. Juni stattfindet, durch ihr neues Zivilprodukt vertreten.

    Es geht um das neue regionale Passagierstrahlflugzeug SuperJet-100 oder RRJ (Russian Regional Jet), wie es früher genannt wurde.

    Der Rumpf des Flugzeuges durchläuft gegenwärtig die letzte statische Prüfung im Zentralen aerohydrodynamischen Schukowski-Institut. Auch das Triebwerk für den SuperJet-100 ist fertig. Es wird von der französischen Firma Snecma (Safran Group) und der russischen Forschungs- und Produktionsvereinigung Saturn hergestellt. Ende dieses Jahres wird SaM146 (so heißt das Triebwerk) an der Maschine installiert, und sie wird den ersten Testflug absolvieren.

    Aber schon in diesem Juni werden die Besucher dieses Triebwerk, den Passagierraum und die Flugzeugführerkabine am Suchoi-Stand in Le Bourget in Originalgröße sehen können. Dort werden auch Modelle der Kampfflugzeuge der Firma gezeigt: Su-30MKI, ein Mehrfunktions-Kampfjet, den Russland an Indien liefert; die Su-30MKK, die an China verkauft wurde; die Su-30MKM, die an Malaysia geliefert wird; die Su-30MK2, die für Algerien hergestellt wird; die Su-35, die für die russischen Luftstreitkräfte bestimmt ist; die experimentelle Su-47 mit der negativen Flügelpfeilung; die Su-32, Exportvariante des Frontbombenflugzeuges Su-34. Und natürlich die Bewaffnung dieser Flugzeuge - von lenkbaren Luft-Luft-Flugzeugraketen bis zu Überschall-Seezielraketen und Luft-Boden-Raketen.

    Suchoi wird in Le Bourget jedoch durch keine einzige fliegende Maschine vertreten. Kein einziges Su-Flugzeug wird aus Moskau nach Le Bourget fliegen, wie dies zuvor oft der Fall war. Die Ursache ist einfach: Einsparung von Mitteln. Der Hin- und Rückflug, der Aufenthalt im Flughafen sowie drei Demonstrationsflüge täglich kosten viel Geld. Und die Firma ist nicht gewillt, Geld zum Fenster hinauszuwerfen. Um so mehr, als Suchoi-Kampfjäger in Europa nicht gekauft werden. Und die Spezialisten verschiedener Länder des alten Kontinents sowie von Nord- und Südamerika, dem Nahen Osten, Nord- und Südafrika, Zentral- und Südostasien kennen diese Maschinen gut. Für sie werden sie keine Überraschung sein.

    Freilich wird Le Bourget nicht ohne fliegende Akrobaten, wie die russischen Jäger in der Welt genannt werden, bleiben. Eine andere russische Firma, MiG, wird nach Le Bourget ihr neues Mehrfunktions-Jagdflugzeug MiG-29 OWT (OWT - ablenkbarer Schubvektor) oder MiG-35, wie es noch bezeichnet wird, schicken.

    Neben der MiG-29 OWT wird die Firma auf der Ausstellung noch 37 Exponate als Modelle, Poster, Faltbroschüren und Videofilme zeigen: von Übungskampfflugzeugen bis zu Bewaffnungssystemen und Systemen für Sicherstellung des Gefechts. Auf der Luft- und Raumfahrtausstellung werden auch andere russische Flugzeugfirmen vertreten sein. Unter anderem Iljuschin, Irkut, Berijew, die durch ihre Amphibienflugzeuge bekannt ist. Sowie die Hubschrauberfirmen Mil und Kamow, das Konstruktionsbüro für Gerätebau in Ramenskoje bei Moskau, das funkelektronische Bordgeräte entwickelt, die Moskauer Korporation Phasotron, die die Funkmess-Stationen, die an den MiG- und Su-Maschinen installiert sind, herstellt, Sokol aus Nischni Nowgorod, das Tschernyschow-Werk, wo Triebwerke, darunter für Jagdflugzeuge, hergestellt werden, Pribor aus Kursk, Avionika aus Moskau und andere.

    Natürlich muss auch der Konzern Almas-Antej genannt werden.

    Diese Firma beschäftigt sich heute mit der Entwicklung eines Luft- und Raketenabwehrsystems der fünften Generation. Ab 1. Juli wird der neue Fla-Raketenkomplex S-400 den Himmel über Moskau schützen. Dieser Komplex kann alle Luftziele sowie Marschflugkörper und ballistische Raketen in einer Entfernung von bis zu 400 Kilometern vernichten. Almas-Antej produziert auch das bekannte System S-300 PMU Favorit, die Systeme Tor-M1 und Osa-AKM, die zur Bewaffnung der griechischen Armee gehören, S-300WM (Antej-2500), Buk-M1, den modernisierten Raketenkomplex S-125M1A (Petschora-A) und viele andere Komplexe, die den Luftraum eines jeden Staates zuverlässig schützen können.

    In der NATO wird heute über die Bereitschaft gesprochen, mit Russland bei der Schaffung einer zuverlässigen Raketenabwehr des alten Kontinents zusammenzuarbeiten. Der Konzern Almas-Antej ist, wie seine Führung und die Leiter des russischen Verteidigungsindustriekomplexes mehrmals erklärt haben, bereit, an dieser Arbeit teilzunehmen. Es gibt Erklärungen, aber leider keine Taten. Anscheinend stören die Konkurrenten aus den USA, die ihren Fla-Raketenkomplex PAK-3 Patriot beharrlich nach Europa durchdrängen, der dem russischen Komplex S-300PMU, geschweige denn S-400, bei vielen Parametern nachsteht.

    Auch Rosoboronexport (russisches staatliches Waffenexportunternehmen) wird in Le Bourget traditionell viele Arten von Kampftechnik zeigen: von Modellen der modernen russischen Panzer T-90S und T-80U bis zu Artilleriegeschützen Msta-S und dem operativ-taktischen Komplex Iskander-E, der vor kurzem erst auf dem Versuchsgelände Kapustin Jar bei der Wolgastadt Astrachan getestet wurde, sowie Kalaschnikow-Maschinenpistolen und -gewehren, den bekannten Abakan und AEK-971.

    Es werden auch Gefechtsführungs- und Feuerleitsysteme, Systeme zur Sicherstellung des Gefechts, Weltraumapparate des Globalen Navigationssatellitensystems (GLONASS), Empfänger dieses Systems, Nachtsichtgeräte, unbemannte Flugkörper und vieles andere gezeigt. Insgesamt 374 Ausstellungsgegenstände von 24 Firmen.

    Darunter wird es Neuentwicklungen, aber keine Überraschungen geben. Die Ausstellung der russischen Firmen in Le Bourget wird traditionell nicht darauf ausgerichtet sein, jemanden mit der Kraft der russischen Waffen einzuschüchtern oder die Bereitschaft Moskaus zu demonstrieren, auf jegliche Waffenherausforderung der westlichen Länder zu antworten, sondern auf die Zusammenarbeit mit ihnen bei der Festigung der Sicherheit auf dem Planeten und im Kampf gegen den Terrorismus, darunter auch den Luftterrorismus.

    Die Sicherheit wird nicht in einzelne Fragmente und einzelne Länder aufgeteilt. Das ist der Hauptgedanke der russischen Verteidigungskorporationen auf der Luft- und Raumfahrtausstellung in Le Bourget.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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