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    Venezuela schließt Lateinamerika zusammen

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    MOSKAU, 29. Juni (Ljubow Sobolewskaja, RIA Novosti). Die Länder Lateinamerikas sind durch vieles miteinander verbunden: die Geschichte, die Religion, die Kultur.

    Doch sollte der Traum von Simón Bolívar von einer einheitlichen Völkerfamilie nicht in Erfüllung gehen.

    Und trotzdem kennzeichnet gerade Bolívars Name die Organisation ALBA (Bolivarianische Alternative für die Amerikas), die 2004 von Kuba und Venezuela als Gegengewicht zur Nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA) gebildet wurde. Gegenwärtig gehören der ALBA Venezuela, Kuba, Bolivien, Nicaragua und Haiti an.

    Im Rahmen der Bolivarianischen Alternative liefert Venezuela Erdöl nach Kuba sowie an Nicaragua, Bolivien und Haiti. Für die Länder, die Venezuela politisch unterstützen, gelten vergünstigte Lieferpreise; in einigen Fällen machen sie lediglich 50 Prozent der Weltpreise aus. Die ALBA strebt danach, die lateinamerikanischen Völker auf der Basis ihrer Naturressourcen und des Schutzes der nationalen Interessen zusammenzuschließen.

    Hugo Chavez hat versprochen, die Anlegung eines speziellen Fonds für die Mitgliedsländer der Bolivarianischen Alternative zu finanzieren. Wie er sagt, sollen die Geldmittel des Fonds für die Entwicklung der Landwirtschaft und die Zunahme der Lebensmittelproduktion sowie für die Hilfe an das Klein- und mittelständisches Unternehmertum genutzt werden.

    An dem ALBA-Gipfeltreffen, das im April stattfand, beteiligten sich auch Vertreter der Dominikanischen Republik, Ecuadors und Uruguays.

    Wie der russische Politologe Boris Kagarlizki betont, wird die Bolivarianische Alternative bisher lediglich von relativ armen Ländern der Region unterstützt, für welche Venezuela nicht nur dank seinem Erdöl, sondern auch dank seinen wirtschaftlichen Leistungen ein reales positives Beispiel ist.

    Der nächste Schritt auf dem Wege zum Zusammenschluss des Subkontinentes wird die Schaffung einer Südamerika-Bank sein. Das werde, sagt der Finanzminister von Venezuela Rodrigo Cabezas, zur Befreiung von den Finanzinstituten der entwickelten Länder beitragen.

    Anfang dieses Jahres traten der argentinische Präsident Nestor Kirchner und der venezolanische Staatschef Hugo Chavez mit dieser Initiative hervor.

    Ihrer Idee nach wird die Südamerika-Bank der Abhängigkeit der lateinamerikanischen Länder vom IWF und von der Weltbank ein Ende setzen. Die Bank soll alle liquiden Finanzmittel konzentrieren, um die Produktion und die Schaffung neuer Produktionskapazitäten finanzieren zu können.

    Nach Expertenschätzungen gibt es in der lateinamerikanischen Region liquide Finanzmittel von mehr als 200 Milliarden Dollar, die in Wertpapieren der entwickelten Länder, vor allem der USA, angelegt sind.

    Die führenden Politiker der meisten lateinamerikanischen Länder sind davon überzeugt, dass es notwendig ist, mit der Finanzierung der reichen Länder aufzuhören und die liquiden Kapitale der Entwicklung der Produktionssektoren in den Ländern dieser Region zuzuführen.

    Die Begründer der neuen Bank sind Argentinien, Brasilien, Venezuela, Ecuador, Bolivien und Paraguay.

    Im April dieses Jahres ist es zu einem weiteren Ereignis gekommen. Im Ergebnis des abgeschlossenen ersten Energie-Gipfeltreffens der Staatschefs der südamerikanischen Staaten wurde beschlossen, einen Energie-Rat und eine Liga der Südamerikanischen Nationen mit Hauptsitz in Ecuadors Hauptstadt Quito zu gründen.

    Laut Hugo Chavez haben die führenden südamerikanischen Politiker auch für die Initiative Venezuelas bezüglich des Abschlusses eines Südamerikanischen Energievertrages Interesse gezeigt. Der Vertrag würde es den Ländern dieser Region ermöglichen, in den nächsten 100 Jahren ihre Energiesicherheit zu gewährleisten.

    Wie Chavez äußerte, muss ein solcher Vertrag eine enge Zusammenarbeit der Länder der Region bei der Gewinnung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas sowie bei der Entwicklung von alternativen Energieträgern vorsehen.

    Die Rede ist auch vom Bau einer transkontinentalen Gasrohrleitung, die über das Territorium von Venezuela, Brasilien, Uruguay und Argentinien verlaufen soll.

    Am zweitägigen Energie-Gipfel auf der venezolanischen Insel Margarita beteiligten sich die Präsidenten von Argentinien, Brasilien, Bolivien, Venezuela, Ecuador, Chile und Kolumbien sowie die Ministerpräsidenten von Guayana und Surinam.

    "Was die Revolution, die heute in Venezuela stattfindet, am attraktivsten macht", sagt Boris Kagarlizki, "ist nicht der Umstand, dass sie zur Schaffung einer Einheitswährung für drei oder vier arme südamerikanische Länder führen kann, auch nicht, dass die Financiers einiger Nationalbanken aus ihren Reihen den Weisesten und Angesehensten wählen könnten, damit er die vereinigte zwischenstaatliche Bank leite. Die Stärke der Revolution liegt darin, dass sie es unter Wahrung aller Rechte und Freiheiten und ohne Anwendung von Terror und Repressalien vermocht hat, die Macht und den Wohlstand in der Gesellschaft entschieden umzuverteilen, dass dank ihr ins politische Leben Millionen Menschen einbezogen worden sind, die früher aus diesem Leben ausgeschlossen waren, und dass sie sich endlich achten lernen, dass in ihnen das Gefühl der eigenen Würde und der Glaube an die eigenen Kräfte erwacht sind."

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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