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    Ausländische Unternehmen können Lizenzen in Russland verlieren/ Bald neue Öl-Sorte in Russland/ Russland muss Unklarheiten in Bezug auf arktischen Schelf beseitigen/ Umfrage: Präsident und FSB sind in Russland am einflussreichsten

    MOSKAU, 27. Juli (RIA Novosti)

    "Wremja Nowostej": Ausländische Unternehmen können Lizenzen in Russland verlieren

    Ausländische Unternehmen können demnächst ihre Lizenzen selbst für kleine Vorkommen in Russland verlieren.

    Wie das russische Ministerium für Naturressourcen mitteilte, habe jetzt die Behörde für die Aufsicht über die Naturnutzung (Rosprirodonadsor) mit einer nicht geplanten Überprüfung der Aktivitäten der in Russland arbeitenden Öl- und Gasunternehmen begonnen, deren Aktien an der Londoner Effektenbörse (LSE) gehandelt werden, berichtet die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Freitag.

    Auf der "schwarzen Liste" stehen die britischen Öl- und Gasunternehmen Timan Oil&Gas, Urals Energy, JKX Oil & Gaz, sowie die schwedische Gesellschaft Lundin Petroleum und das kanadische Unternehmen Heritage Oil.

    All diese Firmen geben den westlichen Investoren falsche Informationen über ihre Projekte und die Vorräte, behauptet der Rosprirodonadsor-Vizechef Oleg Mitwol.

    All diese Unternehmen haben noch einiges gemeinsam: Sie verfügen über Abschnitte in verschiedenen Regionen Russlands mit geringen nachgewiesenen Vorräten und werden seit höchstens zwei Jahren in London gehandelt. An allen dieser Unternehmen ist russisches Kapital direkt oder indirekt beteiligt.

    Die Londoner Börse wäre kaum bereit, wegen dieser Gesellschaften eine interne Untersuchung zu initiieren, die zu einem großen Skandal führen könnte. Insofern wird höchstwahrscheinlich Moskau allein diese Probleme lösen müssen, schreibt die Zeitung.

    "RBC Daily": Bald neue Öl-Sorte in Russland

    Die Qualität des Öls, das über die Pipeline Ostsibirien - Pazifik exportiert werden soll, wird wesentlich höher sein, als die russische Ölmarke Urals.

    Das berichtet die Wirtschaftszeitung "RBC Daily" am Freitag unter Berufung auf das Ministerium für Industrie und Energiewirtschaft Russlands. "Dieses Öl soll zu einem höheren Preis verkauft werden", hieß es beim Ministerium. Zugleich wurde nicht konkretisiert, auf welche Weise die Qualität erhöht werden konnte.

    Nach Ansicht von Experten könnte Russland durchaus eine neue Öl-Sorte konkret für diese Pipeline registrieren lassen. "Unternehmen wie Rosneft sind bemüht, ihr Öl in China möglichst teuer zu verkaufen", stellte Artjom Kontschin aus der Investmentgesellschaft Aton fest. "Sie würden die Registrierung einer neuen Sorte sicherlich unterstützen."

    Andrej Fjodorow von der Alfa-Bank betonte: Die Einführung einer neuen Öl-Sorte ist immer zweckmäßig, wenn sich dieses Öl qualitativ von den bestehenden unterscheidet. "Russland hat die Ölmarken Urals, Siberian Light, Rebco und Sokol, die über verschiedene Häfen geliefert werden", so Fjodorow. "Nun kann auch eine asiatische Öl-Marke entstehen."

    Während noch nicht feststeht, welche Öl-Sorte über die ostsibirische Pipeline geliefert wird, wird bereits die Zuversicht geäußert, dass die Rohrfernleitung voll ausgelastet wird. Rosneft will ab 2009 eine Jahresmenge von 25 Millionen Tonnen durch die Leitung pumpen. Außerdem werden das Unternehmen Surgutneftegas zwei Millionen Tonnen, TNK-BP weitere rund zwei Millionen Tonnen und die Gesellschaft Urals Energy 700 000 bis 800 000 Tonnen beisteuern.

    "Rossijskaja Gaseta": Russland muss Unklarheiten in Bezug auf arktischen Schelf beseitigen

    Das Forschungsschiff "Akademik Fjodorow" ist dieser Tage zu einer Arktis-Reise ausgelaufen. Untersucht wird der Unterwasser-Bereich des Ozeanschelfs.

    Gleichzeitig denken Juristen über die Rechtsnormen nach, die Russland zum Besitz des arktischen Schelfs berechtigen würden, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Freitag.

    Professor Kamil Bekjaschew, Leiter des Lehrstuhls für Völkerrecht der Moskauer staatlichen juristischen Akademie, stellt in diesem Zusammenhang fest: Die Arktis beherbergt riesige Öl- und Gasvorräte. Dort ist auch die Förderung von Gold, Nickel, Rohdiamanten und anderen wertvollen Mineralen möglich.

    Zugleich ist der Rechtsstatus der arktischen Sektoren immer noch unklar. Außerdem sind Änderungen des Rechtsstatus der Schelfsektoren infolge des Klimawechsels und des schnellen Eistauens möglich.

    Der Experte verwies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit eines russischen Föderationsgesetzes über die Arktis, mit dem das gesamte Gewässer von der Küste bis zum Pol zum russischen Gewässer erklärt werden könnte. Kanada habe das bereits 1925 getan und niemand habe etwas gegen das kanadische Gesetz gesagt.

    Außerdem muss die äußere Grenze des russischen Kontinentalschefs in der Arktis geklärt werden. Gemäß der UN-Seerechtskonvention von 1982 darf ein Staat bis zu 350 Seemeilen als seine Schelfbreite angeben. Wenn das aber geschieht, wird Russland damit die Gültigkeit der Konvention für den Arktischen Sektor zulassen. In diesem Fall könnten aber die Mineralressourcen, die außerhalb des 350-Meilen-Streifens liegen, von anderen Staaten gefördert werden, betont der Experte.

    "Gaseta": Präsident und FSB sind in Russland am einflussreichsten - Umfrage

    Die einflussreichsten Kräfte in Russland sind der Präsident und der Sicherheitsdienst FSB. Dies ergab eine Umfrage des Lewada-Meinungsforschungszentrums, schreibt die Tageszeitung "Gaseta" am Freitag.

    Russlands Bürger begreifen das Prinzip der Machtteilung weiterhin nicht und ahnen nicht, dass die drei Machtsäulen - die Exekutive, die Legislative und die Gerichtsbarkeit - an und für sich gleich bedeutend sein sollten. Die reale Machtquelle ist für die meisten Befragten nicht das Volk, sondern die Stärke.

    Die drittbedeutendste Kraft im Lande ist laut den Befragten das Geld, in der Umfrage als "Oligarchen, Bankiers und Financiers" bezeichnet.

    Wie Experten in ihren Kommentaren zu diesen Ergebnissen feststellen, spielt das Fernsehen im Massenbewusstsein der russischen Bürger weiterhin eine große Rolle. "Auf allen Ebenen herrscht in den Medien ein Konsens darüber, dass Präsident Putin nicht kritisiert, sondern nur gelobt wird", äußerte der Politologe Dmitri Oreschkin. "Dies ist eine der Haupterrungenschaften der Präsidentenadministration. Da die Wirtschaftssituation im Prinzip nicht schlecht ist, entsteht bei den Menschen der Eindruck, dass dies alles dank der Tätigkeit des Präsidenten geschehen ist."

    Recht bewusst fördern die Medien die generelle Meinung, dass Russland rundum von Feinden umgeben ist, die den wirtschaftlichen Wohlstand untergraben möchten, fügt Oreschkin hinzu. Unter anderem sei damit der hohe Stellenwert des FSB zu erklären.

    Weit abgeschlagen sind die Gerichtsorgane gelandet. Nach Ansicht der russischen Bürger können die Gerichte in ihrem Leben nichts entscheiden. "Das Gericht ist eine überaus abhängige Struktur", äußert ein Moskauer Richter in der Zeitung. "Die Richter hängen vom Geld und von der administrativen Ressource ab. Deshalb werden positive Urteile zu Gunsten von Bürgern selten gefällt."

    Die Staatsduma (Unterhaus des Parlaments) und die Parteien rangierten ebenfalls auf den untersten Einfluss-Stufen im Lande.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.