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    Petschora-Fla-Raketen für Russlands Rundumschutz

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    Auf dem Manövergelände Aschuluk bei der Wolgastadt Astrachan hat am 22. August die Schlussphase der Übungen „Kampfgemeinschaft 2007“ mit Gefechtsschießen stattgefunden.

    MOSKAU, 22. August (Nikolai Petrow für RIA Novosti). Auf dem Manövergelände Aschuluk bei der Wolgastadt Astrachan hat am 22. August die Schlussphase der Übungen „Kampfgemeinschaft 2007“ mit Gefechtsschießen stattgefunden.

    An den Übungen beteiligten sich die Luftverteidigungstruppen Russlands und der GUS-Staaten.

    Das Schießen aus den Fla-Raketenkomplexen S-125 Petschora, S-300 PMU Favorit und anderen Luftverteidigungsanlagen sowie die Flüge der Abfangjäger Su-27 und der Schlachtflugzeuge Su-25 sind von den Verteidigungsministern der zehn GUS-Staaten beobachtet worden, die nach der Eröffnung der Luft- und Raumfahrtausstellung MAKS 2007 in Aschuluk eingetroffen waren.

    Man kann sagen, dass die MAKS-Exponate in Aschuluk in der Praxis beobachtet wurden. Das vereinigte Luftabwehrsystem ist wohl das einzige Verteidigungssystem, das derzeit die Mehrheit der GUS-Staaten erfasst. Sogar jene, die der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit nicht angehören. Zum Beispiel die Ukraine.

    Nicht nur die Spezialisten für Luftverteidigung, sondern auch die Verteidigungsminister haben mit eigenen Augen sehen können, wie dieses System verschiedene Luftziele (Marschflugkörper, Flugzeuge, Hubschrauber, unbemannte Flugkörper und so weiter) bekämpfen kann.

    Freilich sind in Aschuluk auch Luftverteidigungssysteme vertreten gewesen, die an den Gefechtsschießen nicht teilgenommen haben. Sie wurden eigens gebracht, damit die GUS-Verteidigungsminister die Möglichkeit hatten, Einblicke zu nehmen. Eines von diesen Systemen ist Petschora-2M. Es ist dasselbe System, das heute zur Bewaffnung der ägyptischen Streitkräfte gehört. Auch Armeen der GUS-Staaten bekommen diesen Fla-Raketenkomplex. Petschora-2M wurde in die Bewaffnung der tadschikischen Streitkräfte aufgenommen. Usbekistan kauft dieses System. Mit Armenien werden Verhandlungen geführt. Worauf ist eine solche Beliebtheit zurückzuführen?

    Wjatscheslaw Korotajew, stellvertretender Generaldirektor von „Oboronitelnyje sistemy“ („Verteidigungssysteme“), das die Fla-Raketenkomplexe Petschora-2M produziert, erklärt das damit, dass dieser Komplex eine groß angelegte Modernisierung des alten Komplexes Petschora S-125 ist, der zur Bewaffnung der Armeen von sieben GUS-Staaten gehört.

    Petschora-2M ist mit stärkeren und effektiveren Raketen bestückt. Sie haben einen besseren Funkzünder und Gefechtskopf.

    Der neue Fla-Raketenkomplex hat auch weitere Unterschiede. Erstens ist er mobiler und kann binnen 20 bis 25 Minuten aufgebaut werden.

    Sein zweiter grundsätzlicher Unterschied besteht in der neuartigen Steuerungsbasis, die zu 90 Prozent digital ist. Die Grundlage von Petschora-2M sind moderne Mikroprozessoren. Außerdem wurde der Störschutz des Systems wesentlich verbessert. Heute kann sogar die neuartige Anti-Radar-Rakete Harm den Antennenstand von Petschora-2M nicht orten. Sie verliert ihn aus der Sicht, ohne das Ziel erreicht zu haben. Das Fla-Raketensystem kann fremde Flugzeuge und andere Flugkörper in einer Entfernung von 35 Kilometer (früher 26 Kilometer) beschießen. Petschora-2M ist auch mit einem elektronischen Sichtsystem versehen, das bei Tag und Nacht funktioniert und aus einem Fernseh- und einem Infrarotkanal besteht.

    Nebenbei gesagt, sind auch die modernisierten Fla-Raketenkomplexe der Landstreitkräfte Osa-AKM, Tor-M1 und Buk-M1-2 mit ähnlichen optisch-elektronischen Systemen ausgerüstet. Aber im Unterschied zu den genannten Fla-Raketenkomplexen deckt Petschora -2M allein den Luftraum, für dessen Schutz sechs bis acht Komplexe Osa-AKM oder Tor-M1 erforderlich wären. Was das Verhältnis zwischen Preis und Kampfwert betrifft, so ist das ein sehr solider Vorzug.

    Nebenbei gesagt, wurde gerade dieses Verhältnis zu einem Beweggrund der Entscheidung der GUS-Staaten, bei Russland nicht S-300PMU oder S-400, sondern den Fla-Raketenkomplex Petschora-2M zu erwerben, der um eine Größenordnung billiger als S-300 ist. Geschweige denn S-400.

    Ist das aber für Russland vorteilhaft, an seine Verbündeten in der Organisation des Vertrages für kollektive Sicherheit und an die GUS-Staaten billigere Kampftechnik als S-300 zu liefern? Ja, behaupten Militärexperten. Warum? Erstens reichen die modernisierten S-300 und die neuen S-400 vorläufig auch für die Luftverteidigungstruppen der russischen Armee nicht aus. Zweitens kann Petschora-2M genauso effektiv wie sie auch viele Luftziele bekämpfen. Einschließlich einiger ballistischer Raketen und Marschflugkörper. Aber für viel geringeres Geld.

    Außerdem ermöglicht ein Ring aus modernisierten Petschora-Fla-Raketenkomplexen an den russischen Grenzen es, einen wahrscheinlichen Luftfeind oder Terroristen um das Überraschungsmoment zu bringen und seine Hauptkräfte zu vernichten, bevor sie große Industrie-, Wirtschafts- und Kulturzentren erreichen.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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