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    Stationierung von russischen Atomwaffen in Weißrussland unnötig/ Magnat Deripaska übernimmt Kontrolle über Autozulieferer Magna/ Russland beginnt mit Lieferungen von Flugabwehrsystemen „Buk“ an Syrien/ Gefahr eines Dollar-Sturzes übertrieben

    MOSKAU, 29. August (RIA Novosti)

    „Nesawissimaja Gaseta“: Stationierung von russischen Atomwaffen in Weißrussland unnötig

    Der russische Botschafter in Weißrussland, Alexander Surikow, hat am Dienstag erklärt, seine Äußerung vom Montag bezüglich einer eventuellen Stationierung russischer Atomwaffen in Weißussland sei falsch ausgelegt worden.

    Auch die meisten Militärexperten meinen, dass ein solcher Schritt in jeder Hinsicht sinnlos wäre, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die Experten verweisen darauf, dass es in Weißrussland ohnehin Objekte gibt, die mit den russischen Kernwaffen in einem Zusammenhang stehen: Eine Radarstation, eine Raketen-Frühwarnwarte und eine Zentrale für die Hochfrequenz-Funkverbindung mit den im Weltmeer kreuzenden russischen Atom-U-Booten.

    Eine Stationierung von Kernraketen in Weißrussland wäre indes allein schon deshalb sinnlos, weil die russischen strategischen Raketen beliebige Ziele in 10 000 Kilometer Reichweite treffen können. Insofern besteht kein Grund, diese Raketen näher an die westlichen Grenzen heranzurücken.

    Darüber hinaus hat Weißrussland genauso wie die Ukraine und Kasachstan 1992 das Lissaboner Protokoll unterzeichnet: Damit wurden sie zu den Teilnehmern des START-1-Vertrages und übernahmen die Verpflichtung, sich dem Atomsperrvertrag als kernwaffenfreie Staaten anzuschließen. Russland verpflichtete sich seinerseits, seine Kernwaffen in seinem Territorium zu behalten. Ein Ausstieg aus diesen Vereinbarungen würde das gesamte Atomsperrsystem zerstören.

    „Business & Financial Markets“: Magnat Deripaska übernimmt Kontrolle über Autozulieferer Magna

    In ihrer Sonderversammlung haben die Aktionäre des kanadischen Konzerns Magna International am Dienstag den Verkauf von 20 Millionen Aktien der A-Klasse für 1,54 Milliarden Dollar an das Unternehmen Russkije Maschiny gebilligt, das dem russischen Großunternehmer Oleg Deripaska gehört.

    Dem Vorstand der kanadischen Gesellschaft gelang es offenbar, die Minderheitsaktionäre von den positiven Entwicklungsperspektiven der Russland-Geschäfte trotz der damit verbundenen Risiken zu überzeugen, schreibt die Wirtschaftszeitung „Business & Financial Markets“.

    Gemäß der im Mai bekanntgegebenen Abmachung wird Russkije Maschiny die gekauften Magna-Aktien in die speziell gegründete Gesellschaft NewCo investieren, die die Kontrolle über Magna übernehmen wird. Auch der Gründer und der größte Aktienbesitzer von Magna, Frank Stronach, wie auch mehrere Magna-Top-Manager werden ihre Aktien beisteuern. Deripaska und Stronach sollen gleiche NewCo-Anteile bekommen und diesen Großproduzenten von Autoteilen kontrollieren.

    Noch am Vorabend der Abstimmung hatten viele Minderheitsaktionäre erklärt, sie würden gegen das geplante Geschäft stimmen. Wie die Zeitung „Globe and Mail“ schrieb, kontrollierten die Gegner der Abmachung mindestens acht Prozent der Magna-Aktien der A-Klasse. Sie begründeten ihre ablehnende Haltung damit, dass der Verkauf von weniger als 20 Prozent der Aktien an Russkije Maschiny faktisch einen Wechsel des Besitzers bedeuten würde. Nach der Billigung des Geschäfts sank der Kurs der Magna-Aktien an der New Yorker Effektenbörse um 1,59 Prozent.

    Sewastjan Kosizyn, Analyst der Investmentgesellschaft BrokerKreditService, führt die negative Marktreaktion darauf zurück, dass die Investoren das Geschäft mit Russkije Maschiny als übermäßig riskant bewerten. Dabei ist es für Magna vom Vorteil, weil in Russland ein Wachstum des Marktes für die Magna-Produkte zu erwarten ist, stellt der Experte fest.

    Russkije Maschiny profitiert vom Geschäft wohl noch eindeutiger: Die Gesellschaft wird neue Technologien und einen Zugang zum Weltmarkt bekommen, betont Iwan Bontschew, Experte für die Kfz-Industrie der Gesellschaft Ernst & Young.

    "Wedomosti": Russland beginnt mit Lieferungen von Flugabwehrsystemen „Buk“ an Syrien

    Russland hat mit der Erfüllung des Liefervertrags mit Syrien über die Flugabwehr-Raketensysteme „Buk“ begonnen, teilte die russische Zeitung "Wedomosti" am Dienstag mit.

    Syrien hat bereits mehrmals Interesse an den neuesten russischen Flugabwehrsystemen S-300 und S-400 bekundet. Doch Quellen in der russischen Rüstungsindustrie teilten der Zeitung „Wedomosti“ mit, dass S-300 und S-400 wohl kaum jemals nach Syrien verkauft werden.

    Dennoch trat Anfang dieses Jahres ein Vertrag in Kraft, wonach Russland Fla-Systeme Buk-M2 im Wert von mindestens 200 Millionen Dollar an Syrien liefern soll.

    Der staatliche Waffenexporteur Rosoboronexport verweigert jeden Kommentar zu dem Deal. Die neue Modifikation Buk-M2, ausgestattet mit einem neuen Radar, wurde auf der Luftfahrtmesse MAKS 2007 im Moskauer Vorort Schukowski zum ersten Mal präsentiert.

    2004 habe Russland mit Syrien Verträge über die Lieferung von Fla-Systemen mit kurzer („Strelez“ und „Panzir“) und mit mittlerer Reichweite („Buk“) abgeschlossen, sagte Ruslan Puchow, Direktor des Zentrums für Strategie- und Technologieanalyse. Das belege, dass Moskau nicht nur keine Angriffswaffen (wie Iskander-Raketen) an Syrien liefern will, sondern auch von den Verteidigungssystemen nur jene liefert, die keine großen Reichweiten haben und deshalb Israel nicht gefährden.

    Dennoch verfolge Russland Geschäftsinteressen in der Region, konstatierte der Experte. Syrien sei einer der wenigen Partner Moskaus in der arabischen Welt. Deshalb könne Russland auf Waffengeschäfte mit ihm nicht völlig verzichten.

    Die russische Regierung hatte bereits seit langem angekündigt, sie wolle die Region nicht mit den Waffen spicken, die die dortige Lage destabilisieren können, sagte Jewgeni Satanowski, Präsident des Instituts für den Nahen Osten. Deshalb haben Syrier und mit ihnen verbündete Iraner nicht weniger Vorbehalte gegen Moskau als die Israelis. Die Syrier und Iraner seien nämlich mit dem Sortiment der ihnen angebotenen Waffen unzufrieden, während die Israelis grundsätzlich gegen Waffenlieferungen an Syrien und Iran seien, stellte Satanowski fest.

    Das neue Flugabwehrsystem Buk-M1-2 kann 45 Kilometer weit und 25 Kilometer hoch schießen. Russland schloss mit Ägypten und Iran Verträge ab, wonach es alte sowjetische Flugabwehr-Systeme „Kub“ in diesen Staaten auf Buk-Raketen umrüsten soll.

    “Rossijsksaja Gaseta”: Dauergerede über Dollar-Sturz übertrieben

    Von einem baldigen Dollar-Sturz wird schon seit etwa fünf Jahren geredet. Zweifellos macht die US-Wirtschaft momentan nicht die besten Zeiten durch. Dennoch wäre es verfrüht, die US-Währung abzuschreiben, meint Jewgeni Jassin am Mittwoch in der „Rossijskaja Gaseta“.

    Trotz aller Probleme bleibt die US-Wirtschaft weiterhin die stärkste in der Welt, führt Dmitri Jassin, wissenschaftlicher Leiter der Moskauer Wirtschaftshochschule und ehemaliger russischer Wirtschaftsminister, weiter aus. Das BIP in den USA beträgt 38 000 Dollar pro Kopf im Jahr, in Europa liegt diese Zahl im Durchschnitt bei 25 000 und in Russland bei 10 000 Dollar.

    Man spricht von einer gestiegenen Konkurrenz mit China, so der Experte. Dabei liefert China Massenartikel an die Vereinigten Staaten, während alle Innovationsprodukte in erster Linie aus den USA kommen. Die stärkste Wirtschaft ist nämlich diejenige, die bei der Herstellung ihrer Erzeugnisse am kreativsten und am flexibelsten ist. Bei einer vernünftigen Finanz- und Wirtschaftspolitik kann die US-Wirtschaft überaus schnell wieder die frühere Form zurück erlangen. Die neue Administration, die nach der Präsidentenwahl im kommenden Jahr an die Macht kommt, wird die Fehler korrigieren müssen, die die US-Wirtschaft zwar ernsthaft belastet, jedoch keinesfalls in die Enge getrieben haben. Insofern sind alle Prognosen, laut denen die US-Wirtschaft zusammenbrechen wird und andere Länder vorpreschen würden, unbegründet.

    Russland sollte sich von den Märchen über einen baldigen „Dollar-Tod“ nicht einlullen lassen. Statt dessen soll es um eine Festigung des Rubels in der Welt kämpfen. Solange aber ein Wettrennen zwischen dem Dollar und dem Euro im Gange ist, wird sich der Rubel zwar weiter festigen, aber keine ernsthafte Bedrohung für die amerikanische und die europäische Währung darstellen. Russland müsste sein Entwicklungsprogramm gerade auf einer Steigerung der Konkurrenzfähigkeit aufbauen, betont der Experte.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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