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    Die Rückkehr der Falken: Atomwaffen in Weißrussland und neue Patrouillenflüge/ Experten zweifeln an Turkmenistans Vorräten für Gasexport nach China/ Von einseitiger Anerkennung der Kosovo-Unabhängigkeit würde nur Russland profitieren/ Mordfall Politkowskaja: Ermittlung vor neuen Problemen/ Weiterer russischer Milliardär investiert in Londoner Fußballclub

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    MOSKAU, 31. August (RIA Novosti)

    "Nesawissimoje Wojennoje Obosrenije“: Die Rückkehr der Falken: Atomwaffen in Weißrussland und neue Patrouillenflüge

    In- und ausländische Beobachter haben aus der Äußerung des russischen Botschafters in Minsk, Alexander Surikow, den Schluss gezogen, dass in Weißrussland russische Kernwaffen stationiert werden könnten.

    Russlands Außenministerium hat mit großer Verspätung darauf reagiert, woraus sich der Schluss aufdrängt, dass schon die Erwähnung der Kernwaffen die Rolle eines Testballons oder eines in den Ameisenhaufen hineingesteckten Stockes spielt, schreibt die „Nesawissimoje Wojennoje Obosrenije“ (Unabhängige Militärrevue) in ihrer jüngsten Ausgabe.

    Surikows Interview hat bei den russischen Militärexperten einen nie dagewesenen Enthusiasmus ausgelöst. Gleich traten die geheimen Wünsche des rechten Flügels der Militärs an den Tag: die Einflusssphäre zu erweitern, an die NATO heranzurücken und neue Kernwaffenstützpunkte aufzustellen. Weißrussland ist für sie in dieser Hinsicht attraktiver als Kaliningrad, weil in dem letzteren Fall das vom russischen Militär kontrollierte Territorium nicht erweitert wird. Der Wunsch, Europa zu ändern im Geiste der Konfrontation zwischen dem Warschauer Vertrag und der NATO liegt damit auf der Hand.

    Es besteht kein Zweifel daran, dass der neueste Anlass zur Konfrontation in Polen und im Baltikum mit Freude aufgegriffen wird. Litauens Verteidigungsminister Juozas Olekas erklärte bereits: „Die russische Seite spricht von einer demonstrativen Verlegung ihrer offensiven Massenvernichtungswaffen, die gegen europäische Länder gerichtet ist.“

    Die Rhetorik des Kalten Krieges kommt damit in vollem Umfang zurück. Leicht lässt sich die Reaktion von Politikern und Medien in Europa und den USA voraussagen. Sie werden Russlands einseitige Aussetzung des Vertrags über konventionelle Streitkräfte in Europa, die Wiederaufnahme der Patrouillenflüge der Fernflieger und die Gefahr einer Kernwaffenstationierung in Weißrussland als Glieder von ein- und derselben Kette betrachten. Aus diesem Grund werden sie erneut auf die Notwendigkeit hinweisen, die NATO angesichts der gewachsenen Aggressivität Russlands zu verstärken und Teile des amerikanischen Raketenabwehrsystems zu stationieren. Da wird es schon nicht mehr wichtig sein, was der Botschafter gesagt hat. Wichtig ist, dass die „Falken“ Sehnsucht nach den Zeiten empfinden, in denen sie eine viel wichtigere Rolle in der Gestaltung der Welt gespielt haben. Dafür muss aber die Welt wieder gespaltet werden.

    „Wedomosti“: Experten zweifeln an Turkmenistans Vorräten für Gasexport nach China

    Turkmenistan und China haben mit dem Bau einer Gaspipeline begonnen, über die 30 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr nach China geliefert werden sollen. Experten zweifeln indes an Turkmenistans Fähigkeit, dieses Versprechen 2009, wenn das Rohr fertiggestellt werden soll, einzuhalten, schreibt die Tageszeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Das Abkommen über den Bau der Gasfernleitung Turkmenistan - China und über Gasförderung am rechten Ufer des Flusses Amudarja unter Beteiligung chinesischer Unternehmen war im April 2006 unterzeichnet worden. Laut diesem Dokument soll Turkmenistan ab 2009 im Laufe von 30 Jahren jährlich 30 Milliarden Kubikmeter Gas liefern.

    Wie Turkmenistans Staatschef Gurbanguly Berdymuhammedow bei der Übergabe von Unterlagen zur Erkundungs- und Förderarbeiten an der Amudarja an das chinesische Staatsunternehmen CNPC betonte, „bietet Turkmenistan erstmals einer ausländischen Gesellschaft das Recht an, Gas auf seinem Festland zu gewinnen“.

    In dem Product-Sharing-Abkommen mit CNPC war vom Vorkommen Bagtyjarlyk die Rede. Dort sollen 13 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr gefördert werden. Die restlichen 17 Milliarden Kubikmeter sollen aus „neuen Lagerstätten“ kommen, so Turkmenistans Staatschef. Konkrete Vorkommen nannte er zwar nicht, betonte jedoch zugleich, dass die Gesamtvorräte auf dem rechten Amudarja-Ufer 1,3 Billionen Kubikmeter Gas ausmachen. Diese Zahl wurde von einer turkmenisch-chinesischen Expertengruppe bestätigt.

    Unter den „neuen Vorkommen“ meinte der Staatschef offenbar Iolotan und Osman am linken Amudarja-Ufer, sagt Andrej Grosin aus dem Moskauer GUS-Institut. Die beiden Gasfelder sind relativ neu, von dort wird kein Gas nach Russland geliefert.

    Konstantin Tscherepanow, Analyst der Investmentgesellschaft KIT Finans, zweifelt daran, dass Turkmenistan bis 2009 seine Fördermenge bis zu dem von den Exportverträgen mit Russland, Iran und China erforderlichen Stand anheben wird.

    Nach Angaben des Konzerns BP belief sich die Gasförderung in Turkmenistan im vergangenen Jahr auf 62 Milliarden Kubikmeter. Zugleich verpflichtete sich der zentralasiatische Staat, in den Jahren 2007 bis 2009 jährlich 50 Milliarden Kubikmeter Gas an Russland zu liefern. Weitere sieben Milliarden Kubikmeter werden jährlich nach Iran gepumpt, während der Inlandsverbrauch bei 17,4 Milliarden Kubikmetern im Jahr liegt.

    „Moskowskije Nowosti“: Russland alleiniger Profiteur bei Anerkennung des Kosovo durch den Westen

    Mehrere Versuche der Westmächte mit den USA an der Spitze, eine Resolution im UN-Sicherheitsrat durchzupeitschen, mit der dem Kosovo eine Unabhängigkeit unter EU-Kontrolle gewährt wird, sind an einem festen „Nein“ Russlands gescheitert.

    Nun wird ein Vermittler-Trio mit Unterhändlern aus Russland, den USA und der EU eine neue Verhandlungsrunde durchführen müssen, schreibt die Wochenzeitung „Moskowskije Nowosti“ in ihrer jüngsten Ausgabe.

    Bei den jetzigen Kosovo-Führern könnten nur Amerikaner und Europäer eine Änderung der Position erwirken. Von den USA stammt aber die Idee eines unabhängigen Kosovo. Die EU wäre eventuell auch zu anderen Lösungen bereit. Nicht zufällig hat Wolfgang Ischinger, EU-Beauftragter im Trio, erklärt, die Vermittler wären mit jeder Lösung einverstanden, die die Seiten vereinbaren würden, einschließlich einer Teilung des Kosovo.

    Die Kosovo-Führung, die von den USA Rückendeckung erhält, erklärte: Weder Unabhängigkeit noch territoriale Integrität der Region können ein Gegenstand der Verhandlungen sein. Aber auch die serbischen Behörden wollten ihre Position nicht ändern. Wahrscheinlich hofft Belgrad insgeheim auf eine faktische Aufteilung des Kosovo, sobald die bevorstehenden Verhandlungen in die von allen erwartete Sackgasse gelangen werden.

    Die weitere Entwicklung wurde bereits mehrfach vorausgesagt. Auf ein Signal aus Washington werden die Führer der Kosovo-Albaner die Unabhängigkeit ausrufen. Belgrad wird sich weigern, diese anzuerkennen. Die Kosovo-Serben werden die Landsleute um Hilfe bitten. Die Kosovo-Albaner werden das mit Gewalt erwidern. Zu den ersten Opfern werden die Serben im Kosovo sowie die dort gelegenen serbischen Kirchen und Klöster. Die USA und ihre Satelliten werden den neuen Staat voraussichtlich anerkennen, während die EU kaum das Risiko übernehmen wird, Verantwortung für die Zukunft des Kosovo ohne UN-Sanktion zu übernehmen. Selbst Belgrad und Pristina werden die Entwicklung nicht kontrollieren können, von Washington und Brüssel ganz zu schweigen.

    Weder die USA noch die EU würden dabei zu den Gewinnern gehören. Wie aber der ehemalige US-Botschafter in Belgrad, William Montgomery, vor kurzem in einem Zeitungsartikel feststellte, wird Russland zu einem eindeutigen Sieger dieses internationalen Spiels. Es habe sich bereits als ein Schlüsselspieler in der außenpolitischen Arena durchgesetzt. Washington und Brüssel sind vor eine unangenehme Wahl gestellt: Entweder nichts unternehmen oder sich zu einer einseitigen Anerkennung der Unabhängigkeit vom Kosovo entschließen, was zu einer ernsthaften Spaltung in der EU und der NATO führen würde. Die Vereinigten Staaten würden damit erneut gegen das Völkerrecht verstoßen, während Russland einen nützlichen Präzedenzfall für Moldawien und Georgien bekommen würde.

    "Wremja Nowostej"/ "Wedomosti": Mordfall Politkowskaja: Ende der Ermittlungen erst der Anfang

    Die Ermittlungen zum Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja stehen offenbar vor neuen Problemen. Zwei der zuvor festgenommenen mutmaßlichen Täter wurden wieder freigelassen. Kollegen der Journalistin sprechen indes von einer zielgerichteten Zerstörung des Verfahrens, schreiben die Tageszeitungen „Wremja Nowostej“ und „Wedomosti“ am Freitag.

    Am 27. August hatte Generalstaatsanwalt Juri Tschaika dem russischen Präsidenten Wladimir Putin von der Festnahme von zehn mutmaßlichen Komplizen berichtet. Am Donnerstag wurde allerdings bekannt, dass zwei der Festgenommenen aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen wurden. Ein weiterer mutmaßlicher Täter war zum Zeitpunkt des Mordes in einer Haftanstalt und fiel dementsprechend ebenfalls weg. Die Festnahme des Oberstleutnants des Inlandsgeheimdienstes FSB, Pawel Rjagusow, der ebenfalls im Zusammenhang mit dem „Fall Politkowskaja“ erwähnt wurde, sei, wie es am Donnerstag hieß, nicht mit dieser Straftat verbunden.

    Sergej Sokolow, stellvertretender Chefredakteur der „Nowaja Gaseta“, in der Politkowskaja vor ihrem Tod arbeitete, ist der Auffassung: „Das Verbrechen ist längst nicht aufgedeckt, nicht alle Personen, die verwickelt waren, sind festgenommen. Außerdem haben wir eigene Recherchen angestellt, die mit den Resultaten der offiziellen Ermittlungen übereinstimmen. Wenn der Ermittlungsbeamte die Verdächtigen gehen ließ, so musste es halt so sein. Der entstandene Rummel behindert aber den Ermittlungsprozess.“

    Nach seiner Ansicht könnten hinter dem Informationsloch über die Verhafteten sowohl geschäftliche Interessen der Hinweisgeber als auch zielgerichtete Handlungen bestimmter Personen stehen, die an einem Scheitern des Verfahrens interessiert sind.

    Jedenfalls steht fest, dass die Ermittlung nicht am Endpunkt, sondern eher erst am Anfang ihres Weges steht, der sich als überaus schwierig erweisen könnte. Von einer Aufklärung dieses spektakulären Verbrechens kann allerdings noch keine Rede sein.

    "Gazeta.ru"/ "Kommersant": Russischer Milliardär poliert Image mit Investitionen in Arsenal auf

    Der russische Milliardär Alischer Usmanow hat 14,58 Prozent der Aktien des Londoner Fußballclubs Arsenal gekauft. Es wird nicht ausgeschlossen, dass seine Arsenal-Anteile weiter wachsen werden. Wie die Internetzeitung „Gazeta.ru“ und die Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag feststellen, ist es sowohl aus Imagegründen als auch finanziell ein gutes Geschäft.

    Die 14,5 Prozent der Arsenal-Aktien, die zuvor dem ehemaligen Vizepräsidenten des Clubs, David Dean, gehörten, wurden für 75 Millionen Pfund erworben. Zum Kauf der Aktien hatten Usmanow und sein iranischer Geschäftspartner Farhad Moshri das Unternehmen Red & White Holdings gegründet. Wie aus einer Mitteilung dieser Gesellschaft hervorgeht, hat R & W vor, ihren Anteil am Arsenal weiter zu vergrößern, wobei es nicht um einen Erwerb des Kontrollaktienpakets geht.

    Usmanow ist Generaldirektor der Gesellschaft Gasprominvestholding. Außerdem besitzt er den Konzern Mediaholding und ist an der Holding Metalloinvest beteiligt. Er ist auch Inhaber der Mediengesellschaft Kommersant Holding. Seit 2005 ist er Präsident des Europäischen Fechtverbandes, zuvor hatte er den russischen Fechtverband geleitet. Usmanows Ehefrau Irina Winer ist als Trainerin der russischen Nationalmannschaft in der Rhythmischen Gymnastik bekannt.

    Im Sommer 2003 hatte der russische Großunternehmer Roman Abramowitsch den Londoner Fußballclub Chelsea für 140 Millionen Euro gekauft.

    Wlas Larkin, Partner in der Gesellschaft Russian Sports Consulting Moscow, führt das Interesse der Großunternehmer für die britischen Fußballclubs auf deren finanzielle Attraktivität zurück: „Dies sind in erster Linie Geschäftsprojekte, die bei richtigem Management beträchtliche Gewinne bringen können.“ Außerdem sei das eine Investition in die Reputation des jeweiligen Unternehmers.

    Wie Wladislaw Kotschetkow aus der Investmentgesellschaft Finam feststellte, hat Usmanow auf diese Weise einen geringen Teil seiner Geldmittel in einen „geschützten Vermögenswert“ investiert. „Eine solche Investition wird sich in acht bis zehn Jahren rentieren“, so der Experte.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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