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    Stehen US-Geheimdienste hinter Twin-Towers-Einsturz?/ Russland erwägt Beschränkungen für ausländische Investoren/ Russlands Nachbarn wollen mit Moskau feilschen/ Sechs Jahre nach 9/11-Tragödie sind Wolkenkratzer wieder „in“

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    MOSKAU, 11. September (RIA Novosti)

    „Komsomolskaja Prawda“: Stehen US-Geheimdienste hinter Twin-Towers-Einsturz?

    Sechs Jahre nach dem Terroranschlag auf die Twin Towers in Manhattan haben 130 Ingenieure und Architekten eine sensationelle Version der wirklichen Ursache der Tragödie geäußert. Am Dienstag wollen sie in Oakland (Kalifornien) ihre Botschaft dem US-Kongress präsentieren.

    Nach ihrer Überzeugung war der Einsturz der beiden Wolkenkratzer des World Trade Center eine „vorbereitete Demontage“ gewesen, für die Sprengstoff verwendet wurde, und nicht eine direkte Folge der Selbstmordattacke von den Terroristen, schreibt die „Komsomolskaja Prawda“ am Dienstag.

    Der Hauptinitiator der Botschaft, Richard Gage, Mitglied des Amerikanischen Architekten-Instituts, stellt fest: „Wir kommen zu einem furchtbaren Schluss: Die US-Regierung könnte beim Terrorakt ‚Regie geführt’ haben.“

    Einige russische Experten betrachten diese Version als durchaus möglich.

    Viktor Baranez, ehemaliger Berater des russischen Generalstabschefs: Die Version, laut die Tragödie am 11. September von US-Geheimdiensten vorbereitet wurde, kann man nicht ausschließen. Man kann annehmen, dass die Spitze der US-Regierung das brauchte, um ihre neue Strategie des Anti-Terror-Kampfes zu rechtfertigen. Parallel wurden auch andere strategische Aufgaben gelöst: Die gewaltsamen Invasionen in Afghanistan und in den Irak sowie ein Anstieg der „patriotischen“ Stimmungen in den USA.

    Während die Ziele aus der Luft von Selbstmordattentätern angegriffen wurden, war wahrscheinlich unmittelbar in den Türmen Sprengstoff deponiert worden. Man will uns davon überzeugen, dass die islamistischen Piloten im Laufe von sechs Monaten ausgebildet wurden. Ein jeder Flieger würde Ihnen sagen, dass es unmöglich ist, eine Besatzung für derart komplizierte Flugmanöver innerhalb dieser kurzen Zeit auszubilden. Mindestens anderthalb Jahre wären notwendig.

    Zweitens: Es ist völlig unglaubwürdig, dass die US-Geheimdienste die gefährliche Konzentration der islamistischen Piloten in der Boeing übersehen hatten - wenn man berücksichtigt, dass die Regierung das ganze Land permanent mit Islamisten eingeschüchtert hat. Offenbar hat jemand diesen Vorgang absichtlich ignoriert bzw. geleitet.

    Dennoch gab es keine völlige Garantie dafür, dass es in der Praxis zu 100 Prozent realisiert werden kann. Immerhin hat das Flugzeug, das das Pentagon attackierte, das Ziel praktisch verfehlt. Es war auch unmöglich, Sprengstoff ins Pentagon-Gebäude zur „Absicherung“ hineinzuschleusen - im Unterschied zu den WTC-Türmen, in denen dauernd Renovierungsarbeiten im Gange waren. Es war insofern nicht kompliziert, den als Baustoff verkleideten Sprengstoff (rund 400 Kilogramm) in die Türme hineinzubringen und zum notwendigen Zeitpunkt mit einem Signal von einem gewöhnlichen Handy zu zünden.

    “Business & Financial Markets”: Russland erwägt Beschränkungen für ausländische Investoren

    Präsident Wladimir Putin hat am Montag gemahnt, dass Russland als Antwort auf ein US-Gesetz über Beschränkungen für ausländische Kapitalbeteiligungen an der amerikanischen Wirtschaft gezwungen sein wird, Schritte zum Schutz seiner Interessen zu unternehmen.

    Nach Ansicht von Experten werden nun die Staatsduma-Abgeordneten die Normen des vom Ministerium für Industrie und Energiewirtschaft vorgelegten Gesetzentwurfs über den Zugang der ausländischen Investoren zu den strategischen Vorkommen revidieren müssen, schreibt die Zeitung „Business & Financial Markets“ in ihrer jüngsten Ausgabe.

    „Dies ist natürlich eine Abweichung von der liberalen Wirtschaft“, meinte der Präsident. Nach seinen Worten hatte Russland „die Annahme solcher Gesetzentwürfe über eine lange Zeit zurückgehalten“. Jetzt aber habe Russland Handlungsfreiheit bekommen, gab Putin zu verstehen. „Wird es weiterhin so laufen, werden wir gezwungen sein, entsprechende Schritte zum Schutz unserer Interessen zu unternehmen.“

    Russland hat bereits ein ähnliches Gesetz, das allerdings noch nicht von der Staatsduma angenommen wurde. Laut dem Gesetzentwurf werden die ausländischen Unternehmer mehr als 25 Prozent der Aktien in den strategisch wichtigen Unternehmen nur mit Zustimmung einer Regierungskommission unter Leitung des Premiers erwerben dürfen. Auch in Russland werden die Geheimdienste ihren Einfluss auf die Beschlüsse über den Erwerb von Unternehmen durch Ausländer haben können: Ein Geschäft über den Kauf einer Institution, die Zugang zum Staatsgeheimnis hat (das sind praktisch alle strategischen Unternehmen) muss vom Inlandsgeheimdienst FSB gebilligt werden.

    Nach Ansicht von Igor Nikolajew, Direktor des Amtes für Strategische Analyse der Gesellschaft FBK-Prawo, „steht nun den Abgeordneten nichts im Wege, Beschränkungen in verschiedenen Parametern zu beschließen - sei das bei der Anzahl der Branchen oder hinsichtlich einer Beteiligung am Unternehmensmanagement. Europa und die USA verschärfen ebenfalls ihre Anforderungen an die ausländischen Investoren“.

    Härtere Bedingungen für den Zugang der amerikanischen Investoren zur russischen Industrie sind nur in dem Fall möglich, wenn die USA den Zugang ausschließlich für die russischen Investoren beschränken würden, meint dagegen Viktor Pleskatschewski, Chef des Ausschusses für Verwaltung des Staatseigentums der Staatsduma. „Die amerikanischen Investoren sind aber am Erwerb russischer Unternehmen interessiert und werden ihre Geschäfte über Offshore-Unternehmen abwickeln.“

    Die Gesamtinvestitionen der USA in Russlands Wirtschaft beliefen sich laut Stand von Ende Juni auf 3,6 Milliarden Dollar, während die russischen Investitionen in die US-Wirtschaft 706 Millionen Dollar ausmachten.

    „Wedomosti“: Nachbarstaaten beginnen Feilschen mit Russland

    Ob Weltraumstarts in Kasachstan, Gas aus Turkmenistan oder der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte in der Ukraine - alles, was ins Visier von Russlands Interessen außerhalb des Landes geraten ist, ist zum Verhandlungsgegenstand mit den jeweiligen GUS-Partnern geworden.

    Wie aber die Tageszeitung „Wedomosti“ am Dienstag feststellt, haben die Möglichkeiten zum Feilschen auch ihre Grenzen.

    Nach dem jüngsten Absturz einer Proton-M-Rakete mit einem japanischen Satelliten in der Nähe der kasachischen Stadt Dscheskasgan, wo zu diesem Zeitpunkt Präsident Nursultan Nasarbajew weilte, hat die kasachische Regierung die Starts der Proton-Raketen bis zur Klärung der Umstände der Panne untersagt. Später sollen Maßnahmen „zur Gewährleistung der Sicherheit des Präsidenten Kasachstans während der Starts vom Weltraumbahnhof Baikonur“ mit der russischen Seite abgestimmt werden.

    Solche Erklärungen werden als ein Signal für die Absicht der kasachischen Behörden ausgelegt, Russland zur Kasse zu bitten. Momentan kostet Russland die Pacht des Weltraumbahnhofs Baikonur 115 Millionen Dollar im Jahr. Indes war allein der jüngste Proton-Start mit 300 Millionen Dollar versichert. Die russische Weltraumbehörde Roskosmos kassiert gutes Geld für die kommerziellen Starts, und Kasachstan will nun wohl Anspruch auf einen „fairen“ Anteil erheben.

    Beim Feilschen mit Russland um die Baikonur-Pacht hat Kasachstan auch bestimmte Grenzen. Zwar ist Baikonur ein Weltraumbahnhof mit Eigenschaften, die für Russland einmalig sind: Bestimmte Starts lassen sich weder in Plessezk noch in Swobodny bewerkstelligen. Sollte aber Russland dennoch auf die Pacht verzichten, wird Kasachstan Baikonur an niemanden sonst verkaufen können. Entsprechende Bemühungen wurden bereits Mitte der 90er Jahre vorgenommen, brachten aber kein Ergebnis. Insofern wird wohl der bis 2050 geltende Pachtvertrag weiter in Kraft bleiben, während der Pachttarif höchstwahrscheinlich nur unerheblich angehoben wird.

    Das Problem von Baikonur erinnert an ähnliche Schwierigkeiten, die in letzter Zeit in den Beziehungen Russlands mit seinen Nachbarstaaten entstehen, die bei Moskau marktwirtschaftliches Beziehungsprinzip abgeguckt haben. So versucht zwar die Ukraine, den bis 2017 geltenden Vertag über die Stationierung der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol zu revidieren, ist aber dabei bis jetzt erfolglos gewesen. Russland hat genügend Hebel, um die Ukraine unter Druck zu setzen - sowohl bei den Gaslieferungen als auch im politischen Bereich. Turkmenistan will von Gasprom einen höheren Preis für sein Erdgas haben und droht, dieses nach China und nach Europa zu verkaufen. China ist aber nicht bereit, mehr als Gasprom zu zahlen, Turkmenistan hat vorerst auch keine Pipelines nach Europa und China. Auch Kasachstan ist von den russischen Pipelines abhängig.

    „Expert“: Sechs Jahre nach 9/11-Tragödie sind Wolkenkratzer wieder „in“

    Für den 18. September - wenige Tage nach dem 6. Jahrestag der WTC-Tragödie in New York - ist in Moskau die Grundsteinlegung für den Wolkenkratzer Rossija geplant, der das höchste Gebäude der Welt werden soll. Für das Projekt ist Architektenstar Norman Foster zuständig, schreibt das Moskauer Magazin „Expert“ in seiner jüngsten Ausgabe.

    Ob Rossija im Endeffekt zum welthöchsten Gebäude wird - das kann man nicht einmal erahnen: Das weltweite Wolkenkratzer-Wettrennen, das nach dem furchtbaren Terrorakt am 11. September 2001 erst einmal zum Stillstand gekommen war, ist in den vergangenen fünf Jahren wieder zunehmend im Gange.

    Recht schnell haben die Wolkenkratzer den Stempel eines Unheils abgeschüttelt, der nach dem 11. September an ihnen haftete. Schon im Sommer danach war der amerikanische Pavillon bei der Architektur-Biennale in Venedig von Wolkenkratzer-Projekten voll gestopft.

    Ende der 90er Jahre wurde klar, dass Moskau mit einem eigenen supermodernen, das heißt Geschäftsviertel mit superhohen Gebäuden ins neue Jahrtausend gehen muss. Es war quasi unangemessen, ohne Wolkenkratzer dazustehen. So entstand das Moscow-City-Projekt mit verschiedenen Wolkenkratzern.

    Nun hat sich auch Sankt Petersburg mit seinem Gasprom-Turm-Projekt zum Wettrennen gemeldet. Als ob sich sonst niemand auf der Welt daran erinnern würde, dass es eine Stadt wie Sankt Petersburg auf der Welt gibt, die Moskau mit ihrer Schönheit, ihrem europäischen Geist und nach dem Interesse der Touristen stets übertroffen hat.

    Die Geschichte mit dem Turm in Sankt Petersburg, wo die Errichtung von Gebäuden mit mehr als 48 Meter Höhe gesetzlich verboten ist, ist ein weiterer Beweis dafür, dass ein Wolkenkratzer heute eine Art Pflicht für Orte ist, die zukünftig eine Rolle spielen wollen.

    Aus dieser schier ausweglosen Situation könnte es zwei Auswege geben. Erstens einen Wolkenkratzer zu entwerfen, der nach Belieben schnell noch höher aufgebaut werden könnte. Zweitens einen anderen Rekord zu wagen - nach dem Ausbleiben von Wolkenkratzern am Horizont.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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