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    OPEC dämmt die Weltwirtschaft ein

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    Das Ölkartell OPEC, das 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion kontrolliert, ist an diesem Dienstag in Wien zu seiner 145. Konferenz zusammengetreten, um neue Förderquoten festzulegen.

    MOSKAU, 11. September (Oleg Mitjajew, RIA Novosti). Das Ölkartell OPEC, das 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion kontrolliert, ist an diesem Dienstag in Wien zu seiner 145. Konferenz zusammengetreten, um neue Förderquoten festzulegen.

    Die meisten Kartell-Mitglieder plädierten vor der Konferenz gegen eine Aufstockung der jetzigen Quote von 25,8 Millionen Barrel pro Tag und verwiesen auf die zu erwartende Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den USA und in anderen Staaten.

    Die Erdölexporteure sind offenbar daran gewöhnt, dass der Ölpreis über 70 US-Dollar je Barrel liegt, und wollen auf die Supergewinne nicht verzichten, obwohl sie erst vor einem Jahr einen Preis von 60 Dollar je Barrel als gerecht einstuften. Viele von ihnen begreifen offenbar nicht, dass sie sich ins eigene Fleisch schneiden.

    Bleibt die OPEC untätig, wird der Ölpreis laut Analysten die Marke von 80 Dollar je Barrel überschreiten. Bereits vor der OPEC-Konferenz kletterte der Preis auf 78 Dollar und somit ganz dicht an den absoluten Rekord vom 1. August 2007 (78,77 Dollar).

    Die hohen Energiepreise in Verbindung mit der Hypothekenkrise und der wachsenden Arbeitslosenzahl in den USA können die Wirtschaft der USA und anderer Industriestaaten in eine Rezession reißen. Die rückläufige Nachfrage wird zu einem Preissturz auf dem Ölmarkt führen und die Ölexporteure ihrer Supergewinne berauben.

    Die Wirtschaftsinteressen Russlands, das zweitgrößter Ölexporteur hinter Saudi-Arabien ist, stimmen mit denen der OPEC überein. Dank der Produktionsdrosselung der OPEC dreht Russland, das kein Kartell-Mitglied ist, in den letzten Jahren seinen Ölhahn maximal auf und kassiert Supergewinne. Dennoch würde es ebenso wie die OPEC-Staaten von schweren Folgen eines Preisabfalls auf dem Ölmarkt nicht verschont bleiben, sollte die Weltwirtschaft in eine Rezession geraten.

    Die russische Wirtschaft ist an den billigen US-Dollar gewöhnt: Sowohl Verbraucher als auch Produzenten sind auf billige Importe von Industriegütern und Rohstoffen angewiesen. Je weniger Petrodollars ins Land fließen, desto stärker wird der US-Dollar gegenüber der russischen Nationalwährung, dem Rubel; erschwingliche Importwaren werden immer unerschwinglicher. Produzenten werden weniger Maschinen und Anlagen importieren, was das Wirtschaftswachstum hemmen wird.

    Immerhin ist zu hoffen, dass ein Preissprung auf dem Ölmarkt und eine Rezession der Weltwirtschaft vermieden werden können. Der größte OPEC-Förderer Saudi-Arabien, das zahlreiche brachliegende Ölvorkommen hat, setzt sich für eine Steigerung der Tagesproduktion um 0,5 bis eine Million Barrel ein. Es bleibt allerdings offen, ob es ihm auf der OPEC-Konferenz gelingen wird, alle anderen Kartellmitglieder zu überzeugen. Deshalb ist eine Kompromissvariante möglich: Die OPEC beschließt zwar keine sofortige Produktionssteigerung, gibt jedoch ein klares Signal, dass die Ölförderung später aufgestockt werden kann, zum Beispiel nach der nächsten OPEC-Konferenz im Dezember.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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