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    England vs. Russland: Endspiel vor der Fußball-EM

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    Die russische Fußballnationalmannschaft spielt am heutigen Mittwoch im Londoner Wembley-Stadion gegen England um den Einzug in die EM-Finalrunde 2008 in Österreich und in der Schweiz.

    MOSKAU, 12. September (RIA Novosti). Die russische Fußballnationalmannschaft spielt am heutigen Mittwoch im Londoner Wembley-Stadion gegen England um den Einzug in die EM-Finalrunde 2008 in Österreich und in der Schweiz.

    In der Gruppe E geht es für beide Mannschaften um den Sieg, wollen sie nicht die Segel streichen. Nach acht Spielen hat die russische Elf 18 Punkte zu Buche stehen, zwei weniger als die führenden Kroaten. Der Gegner, gegenwärtig auf Platz drei, verbucht nach ebenfalls acht Spielen nur 17 Punkte für sich. Ihm sitzen die Israelis im Nacken, die ebenfalls 17 Punkte erkämpft, doch einen Sieg mehr zu Konto zu stehen haben.

    Für die Endrunde qualifizieren sich in jeder Gruppe jeweils die beiden führenden Mannschaften. So hat es sich ergeben, dass bei den beiden Spielen der Russen und der Engländer gegeneinander - am 12. September in London und am 17. Oktober in Moskau - voraussichtlich die Würfel fallen. Wer will schon ausschließen, dass die Kroaten etwas nachlassen und die Konkurrenten vorbeiziehen lassen. Noch gibt es für diese Vermutung kaum einen Anlass. Slaven Bilics Truppe spielt sehr selbstbewusst auf. Nach sechs Siegen in acht Spielen und zwei Unentschieden - beide gegen Russland - haben sie dazu auch allen Grund.

    Was die Aufstellung angeht, haben die Engländer vor dem Spiel wohl mehr Sorgen als die Gäste aus Russland. Dem Kader fehlen im Mittelfeld Frank Lampard vom FC Chelsea, Owen Hargreaves von Manchester United und David Beckham von Los Angeles Galaxy. Alle drei müssen wegen Verletzungen pausieren. Außerdem fällt Stürmer Wayne Rooney von Manchester United für mehrere Wochen aus. Ihn plagen Schmerzen am linken Fuß.

    So blieb Trainer Steve McClaren nichts übrig, als Emile Heskey zu reaktivieren, der das Nationaltrikot schon seit drei Jahren nicht mehr getragen hat. Er berief außerdem Gareth Barry von Aston Villa, angesichts der drei Fehlenden der wohl einzige gesunde Mittelfeldspieler in der Nationalmannschaft.

    Gesondert muss wohl von Steven Gerrard vom FC Liverpool gesprochen werden. Bei der Landesmeisterschaft hat er sich einen Zeh gebrochen, sodass es hieß, er könne gegen Russland nicht aufgeboten werden. Doch die Ärzte machten ihn fit. Gegen Israel am 8. September stand er 71 Minuten auf dem Rasen, und zwar ohne Schmerzmittel. Beim bevorstehenden Spiel in Wembley ist er vermutlich der gewichtigste Spielmacher in der englischen Elf.

    Die Russen hat es mit Verletzungen nicht ganz so hart getroffen. Am 8. September, als es gegen Mazedonien ging, waren Stürmer Iwan Sajenko und Mittelfeldspieler Juri Schirkow wegen Verletzungen nicht dabei. Dennoch brachte die Mannschaft das Spiel mit 3:0 nach Hause. Während sich für Sajenko, der sich unter Coach Guus Hiddink auf dem rechten Flügel einen Platz erobert hat, mit Wladimir Bystrow ein gleichwertiger Ersatz gefunden wurde, kann das im Fall von Schirkow nicht gesagt werden. Sein Ausfall war auf dem linken Flügel spürbar. Gegen Mazedonien sprang für ihn Dinijar Biljaletdinow ein, den es jedoch die ganze Spielzeit über in die Mitte zog. Nach mehreren Fehlern in der Verteidigung blieb er dann ganz hinten und beschränkte sich auf das Stören des Gegners.

    Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte Hiddink am Dienstag, dass Schirkow für einen Einsatz gegen England wieder fit sei. Dass Sajenko auf den Rasen aufläuft, ist ihm zufolge jedoch wenig wahrscheinlich. Beim Abendtraining im Wembley hat Nürnbergs Verteidiger am Spielrand gesessen und seinen Mannschaftskameraden, darunter auch Schirkow, zugeschaut.

    Nach dem Spiel gegen Mazedonien tauchte plötzlich aber ein neues Problem auf, und zwar die Frage, wer für Russland zwischen den Pfosten stehen soll. Wladimir Gabulow hatte Rot gesehen. Für ihn kam Wjatscheslaw Malefejew, der einen Elfer hielt. Auch in der folgenden Spielzeit hielt er das Tor sauber.

    Den vakanten Platz des Torwarts will Hiddink möglicherweise mit Dmitri Borodin von Torpedo besetzen. Es kann also nur geraten werden, wer zum Spielbeginn den Londoner Rasen betritt. Vor dem Spiel gegen Mazedonien waren sich die Fachleute eigentlich einig, dass Malefejew das Tor hüten wird. Es kam aber Gabulow. Hiddink wird es sicherlich vom Abschlusstraining abhängig machen, wer den Vorzug als Stammtorhüter bekommt.

    Am meisten müssen die Russen bei den Engländern fünf bis sechs Mann fürchten. In erster Linie sind das Steven Gerrard und Shaun Wright-Phillips. Der Mann aus Merseyside mag in der nicht besten Verfassung sein, doch für einen überraschenden Steilpass, der Torchancen heraufbeschwört, ist er immer gut. McClaren sieht ihn wohl lieber in der eigenen Hälfte, wo Gerrard nicht immer sehr einfallsreich aufspielt und abkömmlich ist.

    Wenn er doch vorne vor dem Tor des Gegners zum Einsatz kommt, dann ist er in seinem Element und wird den Russen das Leben schwer machen. Gegen Israel spielte Gareth Barry auf dieser Position, was das Bild nicht verdarb.

    Wright-Phillips ist der reaktionsschnellste Engländer, der jeden auszuspielen vermag. Ihn muss wohl Schirkow unter Kontrolle bekommen, der für seine Schnelligkeit bekannt ist. Sollte ihm das gelingen, haben die Russen ein Problem weniger.

    Am schwächsten sind die Engländer auf der Torlinie. Weder Paul Robinson noch David James überzeugen in Bezug auf Zuverlässigkeit. Sie haben in ihrer Karriere schon so manchen kuriosen Ball passieren lassen. Andererseits musste Robinson, der bei allen acht Spielen zum Einsatz gekommen ist, nur zweimal hinter sich greifen, und zwar im Auswärtsspiel gegen Kroatien, welches mit 0:2 verloren wurde. In allen anderen Spielen blieb er fehlerfrei.

    Nur drei Spiele absolvierten die Spieler aus dem nebligen Albion auf eigenem Platz. Vor einem Jahr blamierten sie die Kicker aus Andorra, gegen die sie mit 5:0 triumphierten. Einen Monat später spielten sie in Old Trafford gegen Mazedonien 0:0 unentschieden. Am 8. September besiegten die Engländer auf dem legendären Rasen die israelische Elf mit 3:0. Nun muss auch Hiddinks Truppe dort auflaufen.

    Die russische Nationalmannschaft hat bisher noch nicht gegen England gespielt. Ihre Vorgänger, die Auswahl der UdSSR und die der GUS-Staaten, trafen indes zwölfmal auf den namhaften Gegner. Nur dreimal behielten die sowjetischen Fußballer die Oberhand. Viermal gelang ihnen ein Unentschieden. Die Engländer brachten derweil 5 Siege nach Hause.

    Der erste Sieg gegen das Mutterland des Fußballs wurde bei der Weltmeisterschaft 1958 in Göteborg erreicht. Das einzige Tor des Spiels erzielte damals Anatoli Iljin. Im Juni 1984 siegte die sowjetische Auswahl bei einem Freundschaftsspiel in Wembley mit 2:0. Die Treffer konnten Sergej Gozmanow und Oleg Protassow für sich verbuchen.

    Bei der Europameisterschaft 1988 in Deutschland wurden die Engländer mit 3:1 besiegt. Mit präzisen Schüssen verwandelten Sergej Alejnikow, Alexej Michajlitschenko und Viktor Passulko. Bei dem Turnier konnte die russische Nationalmannschaft mit der Silbermedaille ihren letzten redenswerten internationalen Triumph sicher stellen.

    Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften datiert vom 29. April 1992, als die Auswahl der GUS-Staaten gegen den berühmten Gegner bei einem Freundschaftsspiel in Moskau unentschieden spielte. Damals trafen Kachaber Zchadadse und Sergej Kirjakow ins Tor.

    Nun wollen 6 700 russische Fans ihre Mannschaft in Wembley anfeuern. 250 hat die britische Botschaft in Moskau kein Visum gegeben. Wer indes nach London gelangt, muss für eine Eintrittskarte immerhin etwa 50 Pfund Sterling auf den Tisch packen.

    Das Qualifikationsspiel für die EM 2008 zwischen England und Russland findet am 12. September um 20.00 Uhr Ortszeit im Londoner Wembley-Stadion statt. In Russland wird das Spiel vom Ersten TV-Kanal direkt übertragen.

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