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    Deal in Down Under: Russland bekommt "friedliches" Uran aus Australien

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    Australien, das über die weltweit größten Vorräte an Uranrohstoff verfügt, bekannt als "Atombrot", zog die Aufmerksamkeit der Atommacht Russland auf sich.

    MOSKAU, 14. September (Tatjana Sinizyna, RIA Novosti). Australien, das über die weltweit größten Vorräte an Uranrohstoff verfügt, bekannt als "Atombrot", zog die Aufmerksamkeit der Atommacht Russland auf sich.

    Am 7. September unterzeichneten Russlands Präsident Wladimir Putin und Australiens Premierminister John Howard in Sydney ein Abkommen über die australischen Uranlieferungen für die russische Atomenergiewirtschaft. Ab jetzt wird Russland jährlich Uran aus Australien für eine Million US-Dollar beziehen können.

    Faktisch werden die Lieferungen nach der Ratifizierung des Abkommens durch die Parlamente beider Länder aufgenommen. Dieses Verfahren wird voraussichtlich zumindest ein Jahr in Anspruch nehmen.

    Warum wurde dieses Abkommen von den Staatschefs unterzeichnet? Australien braucht Garantien, dass sein Uran nicht zu militärischen, sondern ausschließlich zu friedlichen Zwecken genutzt wird. Und das garantierte Putin auch. Diese strikten Bedingungen werden nicht nur Russland, sondern jedem Staat gestellt, der australisches Uran bekommen will.

    Die Gewinnung und der Export von Uran unter Kontrolle der Regierung hat eine lange Geschichte in dem Land. Von vornherein fordert das Land von seinen Partnern, die Nutzung australischen Urans zu militärischen Zwecken auszuschließen. Diese pazifistischen Bestrebungen der Australier sind durchaus verständlich.

    Der Atomwaffengroßmacht Russland reicht außerdem das eigene Uran für sein Militärprogramm aus. Die erkundeten Uranvorräte Russlands werden auf 615 000 Tonnen (die prognostizierten Ressourcen - 830 000 Tonnen) geschätzt. Das Uran ist vor allem für die Entwicklung des Atomenergieprogramms notwendig. Eben deshalb ist Russland darauf aus, seine Uranvorräte heute und zukünftig maximal zu erhalten.

    "Wir müssen uns dessen sicher sein, dass die Atomenergiewirtschaft Russlands stets mit Uran in notwendiger Menge versorgt wird", sagte Sergej Kirijenko, Chef der russischen Atomenergieagentur. Diese Zielsetzung wird auf allen Ebenen lobbyiert.

    Nach Worten Alexander Schkarowskis, Generaldirektor von "Uranowaja gornorudnaja kompanija" ("Uran-Bergbauunternehmen"), haben russische Atomkraftwerke und der Export von Kernbrennstoff ins Ausland einen Bedarf von 8000 bis 9000 Tonnen Uran im Jahr. Für das Jahr 2020 wird Gesamtbedarf an diesem Rohstoff in Höhe von 28 000 Tonnen im Jahr prognostiziert.

    Der Kreml misst der Entwicklung der Atomenergiewirtschaft überaus große Bedeutung bei, die zu den nationalen Prioritäten gehört. Im vergangenen Jahr wurde ein ambitioniertes föderales Zielprogramm für die Entwicklung der Atomindustrie ausgearbeitet und angenommen. Entsprechend diesem Programm werden Atomkraftwerke in unserem Land und im Ausland aktiv gebaut. Die russischen Unternehmen der Atomindustrie wollen auch um eine Spitzenstellung auf dem Weltmarkt für Kernbrennstoff kämpfen, sowie anderen Staaten, die ihre Atomenergiewirtschaft entwickeln wollen, Leistungen bei der Urananreicherung anbieten.

    Australien schloss zu verschiedenen Zeiten mit unterschiedlichen Staaten etwa 20 bilaterale Abkommen über Uranlieferungen ab. Darunter war auch das Abkommen mit der UdSSR über die Zusammenarbeit bei der Nutzung der Atomenergie zu friedlichen Zwecken vom 15. Februar 1990.

    Doch weder die Sowjetunion noch ihr Rechtsnachfolger Russland konnten die von der australischen Regierung gestellten Bedingungen erfüllen.

    Mittlerweile hat sich die Situation in jeder Hinsicht geändert. Russland ist ein zuverlässiger politischer und Handelspartner in der internationalen Arena. Unser Land nahm die Realität der Globalisierung an und will wie alle anderen Staaten von den positiven Ergebnissen dieses Weltprozesses profitieren. Dabei will Russland nicht nur Nutzen haben, sondern auch Varianten der internationalen Zusammenarbeit, unter anderem der atomaren, anbieten.

    Das australische Uran wird im Elektrolyse-Chemiekombinat in Angarsk (Sibirien) aufbereitet, das von der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO kontrolliert wird. Für Moskau bedeutet das, dass das Kombinat das Recht für Atomleistungen unter internationaler Kontrolle hat. Australien bekommt dabei die Garantie, dass sein Uran friedlichen Zwecken dient.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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