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    Subkow soll für Putin Präsidentensessel warm halten/ US-Hypothekenkrise reißt russische Banken ins Finanzierungsloch/ Südkorea intensiviert Verhandlungen über Gasimport aus Russland/ Subkow fiel nur durch effizienten Anti-Korruptions-Kampf auf

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    MOSKAU, 14. September (RIA Novosti)

    „Wremja Nowostej“/„Moskowskije Nowosti“: Subkow soll für Putin Präsidentensessel warm halten

    Viktor Subkow wurde zum ersten russischen Staatsbeamten, der öffentlich seine Bereitschaft bekundet hat, Russlands Präsident zu werden. Experten erörtern die besonders populär gewordene Version, wonach jetzt mit der Umsetzung des Plans begonnen wurde, der Wladimir Putin die baldige Rückkehr in den Kreml ermöglichen soll. Auf dieses Thema gehen unter anderem die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ und die Wochenzeitung „Moskowskije Nowosti“ ein.

    Jewgeni Jassin, wissenschaftlicher Leiter der Moskauer Wirtschaftshochschule und ehemailger russischer Wirtschaftsminister: „Es wird angenommen, dass Viktor Subkow als eine Vertrauensperson des Staatschefs notwendig geworden ist, damit Wladimir Putin 2012 wieder Russlands Präsident werden kann. In den dazwischen liegenden vier Jahren wird Subkow alle Regierungs- und Geschäftsstrukturen kontrollieren, weil er die Finanzaufsicht geleitet hatte und nun alles in seiner Hand hat. In unserer Geschichte hat es aber noch nie gegeben, dass ein Herrscher seine Machthebel jemandem anvertrauen und dann wieder zurücknehmen würde. Was allerdings nicht bedeutet, dass dies einmal geschieht, denn Russland ist ein unberechenbares Land.

    Alexander Konowalow, Präsident des Instituts für Strategische Studien: Es ist durchaus möglich, dass Subkow wirklich Präsident für die Zeit bis zu Putins Rückkehr werden soll. Subkows Aufgabe besteht darin, den Sessel warm zu halten und keine Knöpfe zu drücken. Dieses Szenario hat aber ein großes Manko. Sobald er begreift, was für Machthebel er in der Hand hat, kann er alle „aufessen“, die ihn in diesen Sessel gehievt haben. Breschnew wurde ebenfalls wie eine provisorische Figur installiert, während die „starken Leute“ die Beziehungen untereinander geklärt und nicht beschlossen haben, was weiter zu tun ist. Breschnew aber ist dann 18 Jahre im Amt geblieben, wo aber diese „starken Leute“ sind, weiß heute niemand mehr.

    Alexej Makarkin, Vizegeneraldirektor des Zentrums für Politische Technologien: Ich denke nicht, dass man aus Subkows Worten bestimmte Schlüsse ziehen soll. Subkow steht dem Präsidenten sehr nahe. Eine absolute Mehrheit der Beamten antwortet auf die Frage nach Präsidialambitionen, sie seien damit völlig zufrieden, was sie jetzt tun. Subkow dagegen kann sich dank der Nähe zum Präsidenten freier sprechen. Putin wird ihm das nicht übel nehmen.

    „Kommersant“: US-Hypothekenkrise reißt russische Banken ins Finanzierungsloch

    Die russischen Banken haben die in den USA im Februar ausgebrochene Krise auf dem Hypothekenmarkt in ganzer Härte zu spüren bekommen. Ihre Finanzierungsmöglichkeiten im Ausland haben sich wesentlich verringert und liegen im September bereits bei Null. Die Antwort auf die Hauptfrage, wie der Liquiditätsmangel wettgemacht werden kann, ist vorerst nicht gefunden. Wie die Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag schreibt, würde das Wachstumstempo der Aktiva des Bankensystems mindestens auf die Hälfte schrumpfen, sollte keine Lösung gefunden werden.

    Wie Natalja Orlowa, Analystin der Alfa-Bank, feststellt, gibt es bei den erschrockenen Investoren keine Nachfrage nach Bankpapieren mehr. Die russischen Banken haben den Zugang zu den westlichen Wertpapiermärkten eingebüßt, die im Laufe von mehreren Jahren als der Hauptkanal für die Finanzierung gebraucht wurden. Relativ billige westliche Kredite mit einer langen Laufzeit waren eine der Quellen des Wachstums des russischen Banksystems.

    Expertenprognosen sind meist pessimistisch. „Da sich zu der Hypothekenkrise nun eine politische Instabilität im Zusammenhang mit dem Regierungsrücktritt gesellt hat, werden die westlichen Investoren die russischen Bankpapieren selbst mit 20-prozentigen Renditen nicht kaufen“, prognostiziert Anatoli Maksakow, Vizevorstandschef der Absolut Bank.

    Der Vizechef der russischen Zentralbank, Gennadi Melikjan, hatte bereits im August die russischen Banken vor einer übermäßigen Affinität zu ausländischen Anleihen gewarnt. Nach seiner Schätzung sollte der Anteil der Auslandsanleihen höchstens 20 Prozent der Passiva ausmachen. Er forderte die Bankiers auf, „gemeinsam Quellen für Anleihen im Inland zu suchen“.

    „Wremja Nowostej“: Südkorea intensiviert Verhandlungen über Gasimport aus Russland

    Innerhalb einer Woche ist Lee Soo-Ho, Präsident der Gesellschaft Kogas, in Sydney und Moskau mit Top-Managern des Konzerns Gasprom zusammengetroffen.

    Dazwischen besuchte Südkoreas Botschafter in Russland, Gyu Hy Ung, den Gasprom-Chef Alexej Miller, berichtet die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ am Freitag.

    Der stärker gewordenen Aktivitäten der Koreaner kamen unmittelbar nach der Billigung des Programms für den Aufbau eines einheitlichen Systems der Gasförderung, -transport und -lieferung in Ostsibirien und im Fernen Osten mit Blick auf einen eventuellen Export in die Länder des Asiatisch-Pazifischen Raums.

    Seoul ist an neuen Gasquellen äußerst interessiert, weil seine Großverträge mit den traditionellen Lieferanten - in erster Linie mit Indonesien - abgelaufen sind. Russland erscheint in dieser Hinsicht als eine überaus geeignete Variante.

    Südkorea hat bereits einen Vertrag über den jährlichen Kauf von 2,1 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas vom Projekt Sachalin-2. Laut einem Gasprom-Papier wäre Südkorea bereit, bis 2020 bis zu sechs Milliarden Kubikmeter verflüssigtes Gas zu beziehen.

    Was eventuelle Gaslieferungen per Pipeline anbelangt, so ist hier die Route für die zukünftige Rohrleitung noch nicht festgelegt. Sie soll entweder über Nordkorea oder auf dem Grund des Japanischen Meeres verlaufen. Beide Varianten erscheinen allerdings vorerst problematisch.

    „Trud“: Subkow fiel nur durch effizienten Anti-Korruptions-Kampf auf

    Der Aufbau der russischen Finanzaufsichtsbehörde (Rosfinmonitoring) war bestimmt die bisher komplizierteste Aufgabe im Leben von Viktor Subkow, schreibt die Tageszeitung „Trud“ am Freitag.

    Die ausufernde organisierte Kriminalität sowie Korruption und Terror waren die Faktoren, die Präsident Wladimir Putin im November 2001 dazu bewogen haben, die Gründung dieser Behörde anzuordnen.

    Innerhalb von sechs Jahren baute Subkow ein zwar absolut geschlossenes, dafür mächtiges Amt auf. Informationen über dessen Arbeit sickerten kaum in die Öffentlichkeit durch, Interviews von Subkow selbst lassen sich an den Fingern einer Hand abzählen.

    Besonders bekannt war wohl die Initiative des früheren Chefs dieser Behörde, laut der alle Bankgeschäfte über 17 000 Euro gemeldet werden müssen.

    Allein im vergangenen Jahr leitete Rosfinmonitoring Unterlagen zu 120 000 suspekten Transaktionen für insgesamt 22 Milliarden Euro an die Rechtsschutzbehörden weiter. Viele dieser Daten dürften - insbesondere im Wahljahr - durchaus explosiv sein.

    Ein weiteres wichtiges Arbeitsergebnis der Behörde bestand darin, dass 2003 Russland zwei Jahre nach der Gründung der Finanzaufsichtsbehörde von der FATF-Schwarzliste der Geldwäsche verdächtigen Länder gestrichen wurde.

    Laut Umfragen war jeder dritte Russe in irgendeiner Form mit Korruption konfrontiert. Laut einer internationalen Studie stiegen die durchschnittlichen Bestechungssummen, die russische Unternehmer an die Beamten zu zahlen haben, innerhalb einiger Jahre von 10 000 auf 136 000 Dollar. Anderen Schätzungen zufolge kassieren die russischen Beamten jährlich mehr als 30 Milliarden Dollar an Bestechungsgeld ein.

    Um das Korruptionsniveau in Russland auf den Stand herabzusetzen, wie er in Schweden existiert, seien systematische Bemühungen im Laufe von 100 Jahren erforderlich, stellte der soziologische Stiftung INDEM fest. Viktor Subkow versprach allerdings, diese Zeit wesentlich zu verkürzen. Wird es ihm vielleicht im Amt des Premiers gelingen?

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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