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    Suchoi-Flugzeuge am Himmel Indiens

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    MOSKAU, 22. Oktober (Nikita Petrow für RIA Novosti). Indien hat mit Russland einen Vertrag über die Lizenzmontage von 40 Mehrfunktions-Jagdflugzeugen Su-30 MKI unterzeichnet.

    Nach Expertenschätzungen beträgt der Wert des Vertrages über 1,5 Milliarden US-Dollar. Der erste Vertrag über die Lieferung von 140 solchen Jagdflugzeugen an Neu Delhi wurde 2000 abgeschlossen.

    Die Vereinbarung über die Lizenzmontage wird die Irkutsker Forschungs- und Produktionsvereinigung Irkut (Sibirien) erfüllen, die der Flugzeugbauholding Suchoi (AHK) angehört. In dieser Vereinigung werden praktisch alle Su-Maschinen zusammengebaut, die Russland an Indien liefert.

    Im Rahmen des ersten Vertrages hatte Russland ab 2000 nicht nur Jagdflugzeuge an Indien zu liefern, sondern auch eine Lizenz für ihre Produktion in indischen Unternehmen zu verkaufen. Wie sich aber herausstellte, war es zu teuer, Su-30 MKI in indischen Unternehmen herzustellen. Viel vorteilhafter war es, sie bei Irkut praktisch zusammengebaut zu kaufen.

    Wie Oleg Demtschenko, Präsident von Irkut, mitteilte, sieht auch der heutige Vertrag die Lieferung von fast vollständig montierten Maschinen aus Russland vor. Dabei sind 15 Jagdflugzeuge schon eingeflogen. 15 Maschinen wurden montiert, sind aber noch nicht eingeflogen. Die restlichen werden an Neu Delhi als Flugzeuggruppen geliefert. Die Montage der ersten vier Jagdflugzeuge von insgesamt 40 Maschinen wird in den ersten Monaten 2008 beginnen.

    Das Mehrfunktions-Jagdflugzeug Su-30 MKI ist für die Erringung der Luftherrschaft, die Führung von Schlägen gegen Erd- und Seeziele unter Einsatz von gelenkten und ungelenkten Waffenarten sowie für Gruppenhandlungen unter Bedingungen des funkelektronischen Kampfes und der Feuergegenwirkung der Luftverteidigung des Gegners, tags und nachts, bei jeglichem Wetter bestimmt.

    Die zweisitzige Maschine ermöglicht es, in vollem Maße die umfassenden Möglichkeiten der modernen funkelektronischen Bordkomplexe und des gesamten Spektrums der Mittel zu realisieren, die für die Vernichtung verschiedenartiger Ziele angewendet werden.

    Das ist ein qualitativ neuer Typ eines Mehrfunktions-Kampfflugzeuges, an dem die einzigartigen Gefechtsmöglichkeiten der Flugzeuge der Baureihe Su-27 erhalten blieben und weiterentwickelt wurden. Darunter auch eine überaus große Manövrierfähigkeit, die anderen Jagdflugzeugen nicht immanent ist.

    Die Su-30 MKI wurde auf der Basis des Serienflugzeuges Su-30 entwickelt, kann in der Luft betankt werden, hat einen variablen Schubvektor an zwei Triebwerken und ein vorderes Höhenleitwerk. Das ermöglicht es der Maschine, mit Überschallgeschwindigkeit in sehr geringer Höhe zu fliegen, den Geländehindernissen auszuweichen, gelenkte Waffen der Luft-Boden-Klasse einzusetzen (darunter gleich gegen einige Ziele) und acht Tonnen Gefechtszuladung an zwölf Punkten der Waffenaufhängung zu tragen.

    Dieses Jagdflugzeug hat nach seinen Gefechtsmöglichkeiten in der Welt nicht seinesgleichen. Es ist mit funkelektronischen Bordgeräten versehen, wobei moderne französische, israelische und indische Elektronik genutzt wurde, mit der das Flugzeug sich sowohl nach dem Globalen Navigationssatellitensystem (GLONASS) als auch nach GPR orientieren kann.

    Der neue Vertrag über zusätzliche 40 Jagdflugzeuge zeugt nicht nur davon, dass sich Indien weiter auf russische Flugzeugtechnik orientiert (zur Bewaffnung der indischen Luftwaffe gehören etwa 600 Maschinen, die in der UdSSR bzw. in Russland produziert wurden, und lediglich etwa 50 französische Kampfjets), sondern auch davon, dass die Schwierigkeiten mit der Erfüllung des Vertrages zur Modernisierung des Flugzeugträgers "Vikramaditya" ("Admiral Gorschkow") durch Moskau, wobei die Fristen seiner Übergabe an die indische Kriegsmarine um einige Jahre verschoben werden mussten, die militärtechnische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern nicht allzusehr beeinflussten. Mehr noch. Es gibt Informationen darüber, dass Moskau und Neu Delhi demnächst einen neuen Vertrag über die gemeinsame Umsetzung eines Projektes zur Entwicklung eines aussichtsreichen Flugzeugkomplexes der fünften Generation unterzeichnen werden.

    Die Spezialisten wissen, dass AKH Suchoi eine von der Regierung durchgeführte Ausschreibung für die Entwicklung und Produktion des russischen Jagdflugzeuges der fünften Generation gewonnen hat, das auch als aussichtsreicher Flugzeugkomplex der Frontfliegerkräfte (russ. Abk.: PAK FA) bezeichnet wird. Die Führung der Holding und höchste russische Beamte schlugen Neu Delhi mehr als einmal vor, an dieser Arbeit teilzunehmen, die Finanzausgaben zu teilen und die Möglichkeit zu bekommen, ein solches Jagdflugzeug für seine Luftwaffe zu erwerben. Aber indische Militärs und Politiker wichen der endgültigen Antwort auf dieses Angebot aus. Sie wollten das amerikanische Flugzeug der fünften Generation F-22, das schon fliegt, oder die amerikanisch-europäische F-35 (JSF) kaufen, die in der nächsten Zeit die endgültigen Erprobungen durchlaufen soll.

    Aber irgendwas klappte nicht. Entweder war der Preis zu hoch oder die Vertragsbedingungen erwiesen sich als unannehmbar. In letzter Konsequenz neigten die indischen Generale zum russischen Vorschlag. Sie haben die Absicht, etwa 100 solche Maschinen zu bestellen. Die mögliche Summe dieses Geschäfts beträgt fast sechs Milliarden US-Dollar.

    Der reale Preis des Abkommens über PAK FA für Indien wurde jedoch bisher nicht festgelegt. Es gibt auch keine Vereinbarung, wem und in welchem Teil das Recht des geistigen Eigentums auf die gemeinsam zu entwickelnde Maschine gehören wird. Diese Fragen werden später gelöst. Vorläufig ist lediglich bekannt, dass diese Jagdflugzeuge in russischen und indischen Unternehmen gebaut werden und Neu Delhi das Recht auf deren Lieferungen an Drittländer bekommen wird. Es ist auch bekannt, dass sich das russische Jagdflugzeug der fünften Generation und das russisch-indische Jagdflugzeug PAK FA voneinander unterscheiden werden. Wodurch konkret, ist auch ein Geheimnis. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das eine Flugzeug zwei Triebwerke und das andere ein Triebwerk haben wird.

    Russland baut für sich ein Flugzeug mit zwei Triebwerken. Das ist darauf zurückzuführen, dass man in Russland über große Entfernungen ohne Zwischenlandungen fliegen muss. Sogar bei der Möglichkeit der Betankung in der Luft muss es eine größere Triebwerksleistung haben. In Indien sind die Entfernungen etwas geringer. Ein Triebwerk kann ausreichen. Um so mehr, als Mehrfunktions-Jagdflugzeuge Su-30 MKI schon zur Bewaffnung der indischen Luftwaffe gehören. Der Flugzeugträger "Vikramaditya", der modernisiert wird, wird an Bord die Jagdflugzeuge MiG-29/MiG-29 KUB tragen, die auch mit zwei Triebwerken versehen sind. So dass die Wahl der leichten Maschine der fünften Generation durch Neu Delhi durchaus voraussagbar ist.

    Aber das ist immerhin nur eine Vermutung. Wichtig ist, dass Indien ungeachtet aller Kompliziertheiten, die in letzter Zeit zwischen beiden Ländern entstanden sind, seine militärtechnischen Beziehungen mit Russland und dessen Verteidigungsindustrie festigt.

    Diese Schlussfolgerung schafft die Voraussetzungen dafür, dass auch die russische Maschine bei der von Neu Delhi bekannt gegebenen Ausschreibung für die Lieferung von 126 leichten Kampfjets eine Chance, wenn auch nicht für die ganze Partie, so wenigstens für die Hälfte des Auftrages hat. An der Ausschreibung beteiligen sich zwei amerikanische Firmen - Boeing Company mit dem Flugzeug F/A-18E/F Super Hornet und Lockheed Martin mit dem Kampfjet F-16A (B Fating Falcon), die französische Dassault Aviation mit dem Flugzeug Rafale, die schwedische SAAB mit dem Kampfjet JAS-39 Grippen, die Eurofighter (Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien mit dem Flugzeug EF-200 Typhoon) und unsere Flugzeugkorporation MiG mit dem Jagdflugzeug MiG-35.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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