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    Moskau will Teheran zur Aussetzung der Urananreicherung bewegen * Putins Freund mit 50 Prozent am drittgrößten Ölhändler der Welt beteiligt * Ukraine: Nach Tilgung der Gasschulden stehen schwierigeVerhandlungen mit Gasprom bevor * Amsterdamer Gericht bewertete russischen Rechtsspruch über Yukos-Bankrott als gesetzwidrig

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    MOSKAU, 01. November (RIA Novosti).

    "Nesawissimaja Gaseta": Moskau will Teheran zur Aussetzung der Urananreicherung bewegen

    Russland hofft immer noch darauf, dass Teheran seine Zustimmung für eine zumindest vorübergehende Aussetzung der Urananreicherung gibt. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, einen US-Schlag gegen Iran zu verhindern, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Wie die Zeitung erfuhr, hatte sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow bei seinem jüngsten Blitzbesuch in Teheran vor den Konsultationen der Weltmächte über weitere Schritte in Bezug auf Iran darum bemüht.

    Die Behandlung des iranischen Atomprogramms ist jetzt in eine Sackgasse geraten. Ein diplomatischer Ausweg ist nicht mehr zu erkennen. Moskau ist sich bewusst, dass die iranische Staatsführung angesichts der inzwischen entstandenen Eigendynamik des Atomprogramms nicht mehr in der Lage sein wird, dieses allein schon aus Angst um ihre eigene politische Stabilität zu stoppen. Solange aber Iran die Urananreicherung betreibt, verstößt es gegen die beiden zuvor angenommenen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, die die Einstellung der Atomarbeiten fordern.

    "Selbst wenn die IAEO versichern sollte, dass das iranische Atomprogramm einen ausschließlich zivilen Charakter hat, wird es nicht möglich sein, die Verstöße gegen die Resolutionen des Sicherheitsrates zu ignorieren", erfuhr die Zeitung von einer diplomatischen Quelle. "Andererseits können auch die Feststellungen der internationalen Atomenergiebehörde nicht ignoriert werden, damit dieses wichtige internationale Organ nicht diskreditiert wird."

    Die Situation könnte sich allerdings radikal ändern, wenn die Iraner zumindest einer Aussetzung der Urananreicherung zustimmen würden. In dem Fall könnte der Fakt fixiert werden, dass Teheran die Anforderungen des Sicherheitsrates erfüllt. Dann könnte auch versucht werden, Verhandlungen zwischen Iran und den sechs Ländern (Russland, USA, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) aufzunehmen, die sich um die Regelung der Krise bemühen. Anschließend könnte die Islamische Republik die Arbeit in den Nuklearanlagen auf der Grundlage einer Zusammenarbeit mit der IAEO sowie ihrer Rechte als ein Teilnehmerstaat des Atomwaffensperrvertrags wiederaufnehmen.

    "Wedomosti": Putins Freund mit 50 Prozent am drittgrößten Ölhändler der Welt beteiligt

    Der russische Unternehmer und Wladimir Putins Freund Gennadi Timtschenko ist mit 50 Prozent am Schweizer Unternehmen Gunvor beteiligt, das als der drittgrößte Ölhändler der Welt gilt, berichtet die Tageszeitung "Wedomosti" am Donnerstag.

    Wie Torbjörn Thörnquist, einer der Gunvor-Mitbesitzer, mitteilte, hatte er diese Gesellschaft 1997 auf paritätischer Grundlage mit Timtschenko in Genf gegründet. Nach Angaben anderer Marktteilnehmer sollen Timtschenko auch 25-prozentige Anteile an der Gesellschaft Surgutneftegas gehören. Wie die Zeitung von mehreren Bekannten des russischen Unternehmers erfuhr, hatte der langjährige Freund Putins gemeinsam mit ihm im KGB gedient und Judo-Training genommen.

    Im vergangenen Jahr hatte Gunvor 60 Millionen Tonnen russisches Erdöl und Ölprodukte im Wert von 30 Milliarden Dollar exportiert. In diesem sollen es 83 Millionen Tonnen für 43 Milliarden Dollar sein - mehr verkaufen nur Glencore und Vitol.

    Nach Angaben von Alexander Temerko, ehemaliger Vizevorstandschef der Ölgesellschaft Yukos, sind die meisten russischen Ölunternehmen in den vergangenen Jahren von Glencore zu Gunvor übergewechselt, womit der steile Anstieg der Gunvor-Umsätze zu erklären ist.

    Nach Thörnquists Worten sind GaspromNeft, Rosneft und TNK-BP die Hauptkunden von Gunvor.

    "Wir verkaufen unsere gesamten Öl-Exportmengen an die in Wien eingetragene Gesellschaft GaspromNeft-Trading", sagte Natalja Wjalkina, Sprecherin von GaspromNeft. "An wenn diese das Öl weiterverkauft, interessiert uns nicht."

    Wie Alexander Rjasanow, GaspromNeft-Präsident bis November 2006, mitteilte, sei Gunvor zum größten Handelspartner geworden, weil sie günstigere Preise als die Konkurrenz angeboten hatte.

    Vertreter von Rosneft und TNK-BP verweigerten jede Stellungnahme zu Thörnquists Erklärung.

    "Gazeta.Ru": Trotz Schuldentilgung nächster Konflikt zwischen Ukraine und Gasprom vorprogrammiert

    Die Ukraine hat ihr Versprechen gegenüber dem Konzern Gasprom eingelöst und das gelieferte Gas "fünf vor zwölf" bezahlt, berichtet die Internetzeitung "Gazeta.Ru".

    Experten schließen allerdings einen neuen Energiekonflikt bis zum Jahresende nicht aus. Die Regelung wird in vieler Hinsicht vom künftigen ukrainischen Premier abhängen.

    "Eine Julia Timoschenko würde Gasprom nicht passen", stellt Dmitri Absalow, Experte des Zentrums für Politische Konjunktur, fest. "Sie will nämlich schon seit geraumer Zeit das Schema der Gaslieferungen aus Russland ändern."

    Nach seinen Angaben will Timoschenko den Zwischenhändler RosUkrEnergo, an dem Gasprom beteiligt ist, wechseln und höchstwahrscheinlich das Unternehmen Itera vorziehen, mit dem Timoschenko früher verbunden war. In dem Fall würde aber der russische Gasmonopolist beträchtliche Einnahmenverluste einstecken müssen.

    Natalja Miltschakowa von der Finanzgesellschaft Otkrytije teilt die Auffassung, dass die bevorstehenden bilateralen Beziehungen im Gasbereich von der politischen Entwicklung in der Ukraine abhängen werden. "Die ukrainische Seite betrachtet einen Preis von 150 bis 160 Dollar pro 1000 Kubikmeter als fair", stellt sie fest. "Außerdem verweist die Ukraine darauf, dass gerade über ihr Territorium der Transitweg nach Europa verläuft, weswegen sie mit bestimmten Präferenzen rechnet."

    Nach dem heutigen Stand liegt der Gasprom-Preis für die Ukraine bei 130 Dollar pro 1000 Kubikmeter. Laut Prognosen könnte der Preis im kommenden Jahr auf 180 Dollar steigen. Gasprom verweigerte jeden Kommentar zum Streit um den Gaspreis.

    "Kommersant": Russischer Rechtsspruch über Yukos-Bankrott in Niederlanden als gesetzwidrig befunden

    Das Amsterdamer Gericht hat den russischen Rechtsspruch über die Insolvenz des Ölunternehmens Yukos nicht anerkannt. Damit wurde der Wechsel an der Spitze von Yukos Finance B. V. als rechtswidrig bewertet, berichtet die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Eduard Rebgun, Konkursverwalter von Yukos, bewertete diesen Beschluss des Amsterdamer Gerichts als "odiös". "Bei einem ähnlichen vorangegangenen Prozess im August 2006 in den Niederlanden wurden meine Vollmachten anerkannt", stellte er fest. "Auch das US-Bundesgericht in New York und die internationale Geschäftsarbitrage in London taten das Gleiche. Ich habe strikt im Rahmen des russischen Rechts gehandelt, auf dessen Grundlage Yukos bankrott erklärt worden war."

    Die größten Aktiva von Yukos Finance sind die 1,492 Milliarden Dollar aus dem Verkauf des 53,7-prozentigen Anteils an der litauischen Raffinerie Mazeikiu Nafta im vergangenen Jahr und des 49-prozentigen Anteils an der slowakischen Pipeline-Gesellschaft Transpetrol. Nach Angaben ehemaliger Yukos-Mitarbeiter belaufen sich die Gesamtaktiva von Yukos Finance insgesamt auf mehr als 2,7 Milliarden Dollar. Am 15. August wurde Yukos Finance für 308 Millionen Dollar an das Unternehmen Promneftstroy verkauft worden.

    Die Niederlande haben als erstes Land die Anerkennung des Yukos-Bankrotts verweigert, was im Vorfeld der Behandlung des Falls im Europäischen Menschenrechtsgericht besonders aktuell erscheinen dürfte. Ein Termin für die Gerichtsverhandlung steht zwar noch nicht fest, das Menschenrechtsgericht hat allerdings bereits mehrmals ihr Misstrauen gegenüber den russischen Gerichtsbeschlüssen zum Fall Yukos bekundet.

    Anwalt Dmitri Stepanow ist jedoch nicht der Ansicht, dass sich der Beschluss des niederländischen Gerichts auf die Haltung des Gerichts in Strassburg auswirken würde. "Das Europäische Menschenrechtsgericht ist in keiner Weise mit den Gerichtsbeschlüssen in Westeuropa verbunden", meint er. "So hatte die Gesellschaft SPI von Juri Schefler, die Warenzeichen für einige Wodka-Sorten für sich erkämpfen wollte, mehrere positive Entscheidungen von westeuropäischen, darunter auch niederländischen, Gerichten bekommen, was das Gericht in Strassburg dennoch nicht daran hinderte, einen Beschluss zu Gunsten des russischen Staates und gegen Schefler zu fassen."

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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