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    Putin kürt Medwedew zu seinem Nachfolger

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    Am Montag ist Russlands Erster Vizepremier Dmitri Medwedew als Kandidat für das Präsidentenamt nominiert worden.

    MOSKAU, 11. Dezember (RIA Novosti). Am Montag ist Russlands Erster Vizepremier Dmitri Medwedew als Kandidat für das Präsidentenamt nominiert worden.

    Er gilt als ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin und wird nicht zu den sogenannten "Silowiki" (Hardliner aus Militär und Geheimdienst) gezählt.

    Vier Parteien, darunter die bei der Parlamentswahl siegreiche Partei Geeintes Russland, haben am Montag Putin Medwedew als Präsidentenkandidaten vorgeschlagen. Putin, der im Frühjahr kommenden Jahres nach Beendigung der zweiten Amtszeit seinen Präsidentenposten verlassen wird, hat Medwedew seine volle Unterstützung zugesichert.

    Enges Verhältnis zu Putin

    Medwedew, den Putin bereits vor seiner Wahl zum Präsidenten zu den Menschen gezählt hat, mit denen er eine enge Beziehung pflegt, hat den größten Teil seines Berufslebens an der Seite des Kreml-Chefs verbracht: zuerst im Bürgermeisteramt von Sankt Petersburg und dann in der Präsidialverwaltung.

    Anfangs wurde nicht erwartet, dass der Jurist mit einer Stimme "auf Zimmerlautstärke" und sanfter Art eine dermaßen atemberaubende Karriere machen werde.

    In seinem Buch "Aus erster Hand" schrieb Putin, dass er Medwedew als Mann für die Zukunft zum stellvertretenden Leiter der Präsidialverwaltung ernannte.

    "Eigentlich hatte ich mit Dmitri etwas anderes im Sinn. Ich wollte, dass er an die Spitze der Föderalen Wertpapierkommission tritt - er ist Börsenfachmann. Anscheinend gefällt ihm die Arbeit in unserem Team, aber wo es konkret sein wird, sehen wir später", schrieb Putin in dem Buch, das während des Wahlkampfes im Jahr 2000 erschien.

    Politiker und Beamter

    Die Möglichkeit, sich mit Wertpapieren zu befassen, hatte Medwedew hauptsächlich als Aufsichtsratsvorsitzender von Gasprom. Mit seinem Namen werden Erfolge bei der Liberalisierung des Aktienmarktes von Gasprom und das explosionsartige Wachstum dessen Marktkapitalisierung verbunden.

    Nach seiner Zeit als stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung trat Medwedew Ende 2003 an die Spitze der Verwaltung. Das geschah kurz nach der Festnahme des Yukos-Chefs Michail Chodorkowski. In der Presse hieß es, der ehemalige Verwaltungschef Woloschin sei gegangen, weil er mit der Verfolgung des Yukos-Chefs nicht einverstanden sei, was offiziell jedoch nicht bestätigt wurde.

    In die öffentliche Politik ging Medwedew im November 2005, als er aus dem Kreml ins Regierungshaus überwechselte und zuerst Stellvertreter des Ministerpräsidenten und dann zum Ersten Vizepremier ernannt wurde. Dabei trug er die Verantwortung für die Nationalprojekte. Dazu zählte das Programm für die Konsolidierung der Haushalts zwecks der Entwicklung von vier Branchen (Landwirtschaft, Bildungs-, Gesundheitswesen und Wohnungsbau).

    Auf diesem Posten führte er nicht nur Beratungen durch, sondern besuchte auch Kuhställe, stand in Kontakt mit Bauern, briet ein Omelett in einem Dorf, das kurz zuvor ans Gasnetz angeschlossen worden war, stattete Schulen mit Internetanschlüssen und Krankenhäuser mit Notarztwagen aus.

    Medwedew gehörte in den Nachrichten zu den Top-Beamten, die auf dem Bildschirm am häufigsten auftauchten.

    Sein "Konkurrent" im Kampf um die Aufmerksamkeit des Volkes wurde der Erste Vizepremier Sergej Iwanow, der in der Regierung für die Industriepolitik und den Militär-Industrie-Komplex verantwortlich war.

    Nach Angaben einer Befragung des "Lewada-Zentrums" hätten im November für Medwedew 24 Prozent der Wähler gestimmt - gegenüber 25 Prozent für Iwanow. Im August hatte er ein Rating von 34 Prozent gegenüber 36 Prozent von Iwanow.

    Die Ratings beider Politiker begannen nach dem Rücktritt der Regierung Fradkow und wegen der Zweifel zu sinken, dass einer der beiden Vizepremiers als Kandidat der "Partei der Macht" vorgeschlagen sein werde.

    Die meisten Politologen sind der Ansicht, dass Medwedew alle Chancen hat, die Wahl bereits in der ersten Runde zu gewinnen und die Politik Putins fortzusetzen, der nach wie vor der populärste russische Politiker ist.

    Putins Kommentar zu Medwedews Kandidatur: "Wir haben eine Chance, in Russland nach der Wahl im März eine stabile Macht zu formen, eine Macht, die den Kurs einhalten wird, der in den letzten acht Jahren Ergebnisse hervorgebracht hat."

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