16:20 21 Oktober 2018
SNA Radio
    Meinungen

    Im Spiegel der Presse

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 01
    Moldawiens Präsident strebt Transnistrien-Lösung mit Russland an * Gasprom: Verlockendes Vorkommen in Aserbaidschan * Russische Bahn baut Streckennetz in Saudi-Arabien auf riskantem Sand * Gaz de France umwirbt Lukoil für Russland-Geschäft

    MOSKAU, 22. Januar (RIA Novosti)

    „Kommersant“: Moldawiens Präsident strebt Transnistrien-Lösung mit Russland an

    Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt am heutigen Dienstag seinen moldawischen Amtskollegen Vladimir Voronin, der darauf hofft, das Russland im Transnistrien-Konflikt vermittelt, schreibt die Moskauer Tageszeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Moskau ist seinerseits bereit, Moldawien zur Wiedererlangung von Transnistrien zu verhelfen, möchte jedoch im Gegenzug Chisinau wieder unter seinen Fittichen haben.

    Im Kreml wird an einem Dokument mit dem neutralen Arbeitstitel "Plan der politischen Konflikt-Regelung in Transnistrien" gearbeitet. Darin ist keine Rede von einem unitarischen Modell eines einheitlichen Moldawiens, das von Chisinau so fleißig lobbyiert wird. Zugleich handelt es sich auch nicht um eine Konföderation, die Transnistrien bevorzugen würde.

    Moskau schlägt den Seiten eine föderatives Modell vor und ist sogar bereit, die widerspenstige transnistrische Regierung von dessen Lebensfähigkeit zu überzeugen. Das kann jedoch nur dann geschehen, wenn Chisinau mehrere grundsätzliche Bedingungen erfüllt. Die wichtigste davon ist, wie eine den Verhandlungen nahe stehende Quelle zu berichten weiß, dass Moldawien seine Neutralität nicht nur in der Verfassung festschreibe, sondern auch in einem völkerrechtlichen Dokument, unter das neben Russland auch die USA und die EU ihre Unterschriften setzen würden. Dadurch hofft die russische Seite, Chisinau langfristig die Gedanken in Richtung Westen auszutreiben, vor allem aber von beliebigen Annäherungen zur NATO abzuhalten.

    Die zweite Forderung der russischen Seite ist der Verbleib der militärischen Präsenz in Moldawien. Chisinau betont zuweilen die Notwendigkeit, die Friedenstruppen in Transnistrien auszutauschen. Die russische Regierung zeigte sich dazu bereit, aber erst nach einer umfassenden politischen Regelung.

    Die dritte Bedingung von Moskau sind Garantien der Unantastbarkeit der Vermögenswerte in Transnistrien, die durch russische Unternehmer privatisiert wurden. Vorläufig hat Voronin solche Garantien nur mündlich abgegeben, doch gibt es in Moldawien ein Gesetz, das alle Privatisierungsgeschäfte, soweit sie nicht mit Chisinau abgestimmt waren, als ungesetzlich qualifiziert.

    Die Hinwendung von Chisinau nach Osten fällt mit der Verschlechterung seiner Beziehungen zu Europa zusammen. Im vorigen Jahr stand Moldawien am Rande des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zu Rumänien, dem es eine "imperiale" Politik und die Absicht vorwarf, alle Moldawier zu Rumänen zu machen.

    Der moldawische Präsident nannte die Lösung des Transnistrien-Problems wiederholt eine Sache der Ehre. Seine Amtszeit endet 2009, so dass er nicht mehr viel Zeit hat, in die Geschichte als Einiger des Landes einzugehen. Die Lösung der Transnistrien-Frage würde Putin in die Hände spielen: Er würde dann seinen Präsidentenposten als Friedensstifter verlassen.

    "Nesawissimaja Gaseta": Gasprom: Verlockendes Vorkommen in Aserbaidschan

    Der russische Energieriese Gasprom und der norwegische Konzern Statoil verhandeln über Gaslieferungen vom aserbaidschanischen Vorkommen Schachdenis, berichtet die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" vom Dienstag.

    In Baku beeilt man sich vorläufig nicht mit Kommentaren zu dieser Nachricht. Gasprom-Vertreter verneinen den Fakt der Verhandlungen zwar nicht, geben jedoch ebenfalls keine Erklärungen.

    Im vorigen Jahr schien eine solche Entwicklung vielen unvorstellbar, weil die USA und mehrere Länder der „Alten Welt“ beabsichtigen, die Gastransportwege nach Europa zu diversifizieren. Der Westen gibt diesen Gedanken auch jetzt nicht auf und schlägt mehrere Gasexport-Projekte in Umgehung Russlands vor. Doch wirkliche Schritte in diese Richtung wurden bisher nicht getan, einzige Ausnahme bildet die bereits betriebene Gasleitung Baku - Tiflis - Erzerum. Über diese Route wird in der ersten Förderphase Gas vom Vorkommen Schachdenis (geschätzte Vorräte: 1,2 Billionen Kubikmeter) an Georgien, die Türkei, Griechenland geliefert. In einigen Jahren soll auch nach Italien dazukommen.

    Derzeit kämpfen die potentiellen Käufer hauptsächlich um Gas, das schätzungsweise ab 2013 gewonnen werden soll. Das Vorkommen wird von einem internationalen Konsortium erschlossen, dessen Betreiber und Händler British Petroleum und Statoil sind.

    Ilcham Schaban, Leiter eines Ölforschungszentrums, ist der Ansicht, dass der Plan Gasproms, den Rohstoff in Aserbaidschan zu erwerben, mehr als logisch ist. Zieht man Russlands neue Pläne in Betracht, eine Gasleitung nach Bulgarien zu verlegen, die für ihre Auslastung zusätzliches Gas brauchen wird. Auch für Baku ist das wirtschaftlich günstig, denn "es gibt heute mehr als genug Firmen, die am Kaspi-Gas interessiert sind, aber bis zu konkreten Schritten gedeiht die Sache nicht".

    "Die Angebote von Gasprom können schon deshalb attraktiv sein, weil zwischen Aserbaidschan und Russland die Gasleitung Gadschikabul - Mosdok besteht, die heute im Grunde still steht. Ohne übermäßige Aufwendungen können über diese Leitung schon 2013 rund zehn Milliarden Kubikmeter Gas von Schachdenis exportiert werden", sagte Schaban. Seiner Ansicht nach ist das ein sehr verlockendes Projekt, das obendrein den Aktionären des Konsortiums langwierige Verhandlungen mit potentiellen Käufern ersparen wird.

    Die Vorteile für Gasprom seien ebenfalls offensichtlich. Erstens würden die Transportkosten des Gases aus Aserbaidschan weit geringer sein als etwa aus Turkmenien oder dem russischen Ostsibirien. Zweitens werde Gasprom durch den Gaskauf auf Schachdenis die Realisierung der Bau-Projekte wie die "Nabucco"-Pipeline überflüssig machen, sagt der Experte.

    "Kommersant": Russische Bahn baut Streckennetz in Saudi-Arabien auf riskantem Sand

    Die Russische Eisenbahnen AG (RZD) hat eine Ausschreibung über den Bau eines Streckennetzes in Saudi-Arabien gewonnen, berichtet die russische Tageszeitung „Kommersant“ vom Dienstag.

    Das ist das erste ausländische Großprojekt des russischen Bahnmonopolisten, dessen Wert sich auf rund 800 Millionen Dollar (1,34 Millionen Dollar je Kilometer) beläuft. Die RZD hofft, damit den Weg zu anderen Projekten in Saudi-Arabien und arabischen Ländern zu ebnen. Einer der wichtigsten Faktoren des Zuschlags war das Niedrigpreis-Angebot. Die Branchenexperten vermerken, dass die Russen versprochen haben, die Bahnstrecke nur für ein Viertel der Kosten zu bauen, die sie in Russland benötigen.

    Es handelt sich um das erste Auslandsprojekt der RZD in der postsowjetischen Zeit, wobei das russische Bahnunternehmen erstmals eine Bahn mit "europäischer" Spurbreite von 1435 Millimeter verlegen wird.

    Was der RZD bevorsteht, ist der Bau von rund 520 Kilometer Gleise, 621 Stück Wasserdurchlassrohre, 20 Übergängen für Kamele, 26 Überführungen an den Bahn- und Autostraßen und acht Eisenbahnbrücken. Der Umfang der Erdarbeiten: über 112 Millionen Kubikmeter.

    Dieser Vertrag unter der Bezeichnung CTW-400 ist Bestandteil des groß angelegten Projektes "Nord - Süd" mit einer Gesamtlänge von 2400 Kilometer und einem Wert von über zwei Milliarden Dollar. Der Bauabschluss ist für 2011 geplant.

    Experten wundern sich darüber, dass das Bahnnetz die saudischen Behörden weniger als ein Viertel der Kosten eines ähnlichen Projekts in Russland kosten wird. "Eine Analyse des strategischen RZD-Programms bis 2030 zeigt, dass der Durchschnittspreis eines Kilometers der neuen Eisenbahn in Russland 6,7 Millionen Dollar kostet", stellt Alexej Besborodow, Leiter der Forschungsagentur Infranews, fest. Nach Angaben der RZD kostet der Kilometer wegen der Umgehung des Kalibergwerks in Beresniki beinahe sieben Millionen Dollar, die Abzweigungen zum Flughafen Scheremetjewo kommen auf zehn Millionen Dollar pro Kilometer.

    RZD-Chef Wladimir Jakunin versicherte, dass die Bahnstrecken in Russland "sowohl billiger als auch teurer" gegenüber dem Preis von 1,54 Millionen Dollar je Kilometer gebaut werden: "je nach den Bedingungen und dem Geländebeschaffenheit". Aber die Analysten sind nicht damit einverstanden, dass die Bedingungen in Saudi-Arabien einfach seien. Michail Ljamin von der Bank Moskwy sagt, dass einen wesentlichen Teil der Ausgaben die Landschaftsarbeiten für die Verlegung der Gleise ausmache. Zudem erklärt er, dass die Fundamente in der Wüste beträchtliche Erdarbeiten erfordern werde. Alexej Besborodow ist ebenfalls der Meinung, dass der Streckenbau auf dem Sand bedeutend komplizierter und teurer sein werde als in der russischen Taiga oder Tundra.

    "Business & Financial Markets": Gaz de France umwirbt Lukoil für Russland-Geschäft

    Der französische Gasversorger Gaz de France hat seinen Wunsch kundgetan, zusammen mit Lukoil die zusätzlich emittierten Aktien des territorialen Stromerzeugungsunternehmens TGK-10 (Westsibirien) aufzukaufen.

    Das berichtet das russische Wirtschaftsblatt „Business & Financial Markets" am Dienstag.

    Analysten sehen in diesem Tandem nichts Ungewöhnliches, weil der Preis des angebotenen Pakets recht beeindruckend ist: drei Milliarden Dollar. Ob Lukoil selbst dieses Angebot lohnend finden wird, ist vorläufig unbekannt.

    Wie Quellen mitteilen, hat Lukoil noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Im russischen Ölkonzern wird diese Information bislang nicht kommentiert.

    "Die Frage ist, inwiefern die Gesellschaft für Lukoil interessant ist", sagt Irina Filatowa, Analystin von Brokerkreditservice. Die Erdölgesellschaft hat bereits unter Vermittlung der Finanzgruppe IFD Capital Stromunternehmen in Südrussland an sich gebracht, und zwar durch den Kauf des Mehrheitsanteils an der TGK-8. Der Erwerb von TGK-10 würde es Lukoil erlauben, die Kosten für den Gas- und Öltransport beträchtlich zu senken, weil die TGK-Kraftwerke in den wichtigsten Gebieten der Öl- und Gasvorkommen liegen: in den Gebieten Tjumen und Tscheljabinsk sowie in den Autonomen Bezirken der Chanten und Mansen und der Jamal-Nenzen.

    Filatowa schätzt die Marktkapitalisierung der TGK-10 unter Berücksichtigung der noch nicht abgeschlossenen Konsolidierung des Stromerzeugungsunternehmens Kurgan auf 1,8 Milliarden US-Dollar. Der Experte der Finanzgesellschaft "Otkrytije", Wassili Saposchnikow, schätzt sie auf 1,6 Milliarden Dollar. Diese Schätzungen entsprechen 612 bis 613 Dollar je ein Kilowatt der installierten Leistung von TGK-10. Das ist im Vergleich zu dem gesamten TGK-Segment teuer. Für das ganze Paket von TGK-10 werden die Franzosen drei Milliarden Dollar hinblättern müssen (staatliches Paket: 23 Prozent; Zusatzemission: 53,6 Prozent). Deshalb ist die Suche von Gaz de France nach einem Partner durchaus begründet.

    Schon allein das Auftauchen eines neuen Mitbewerbers im Format der Gaz de France verschärft die Konkurrenz. Früher gaben Rosneft, das finnische Unternehmen Fortum und der Metallproduzent Norilsk Nickel ihre Interesse bekannt. Nach Saposchnikows Ansicht zieht die Investoren der Umstand an, dass man, den Kauf der Zusatzaktien mitgerechnet, die Kontrolle des Unternehmens ohne das staatliche Paket erlangen könne. "Attraktiv am Stromerzeugungsunternehmen ist auch, dass sie kein Aktionär mit Sperrminorität beteiligt ist, der jederzeit die Realisierung des Vorrechts beantragen und die Kontrolle beibehalten könnte", sagt der Experte.

    Die Platzierung der Zusatzemission und der Verkauf des staatlichen Anteils an TGK-10 sollen im Februar/März stattfinden. Gestern fielen die Aktien von TGK-10 an der Moskauer MICEX-Börse lediglich um 1,31 Prozent, was weit besser ist als die Marktsituation angesichts der weltweiten Börsenkrise.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren