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    Neue US-Kriegsschiffe im Mittelmeer sorgen für Unruhe in Russland

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    MOSKAU, 13. März (Ilja Kramnik, RIA Novosti). Die verstärkte Präsenz der US-Kriegsmarine im Mittelmeer hat in Russland und einigen Anrainerstaaten Besorgnis erregt.

    Experten nehmen an, dass das Auftauchen der US-Kriegsschiffe an der Küste von Syrien und Libanon ein Anzeichen der Vorbereitung eines US-Militäreinsatzes in der Region sei.

    Als vor kurzem an der Küste Libanons der US-Zerstörer DDG 67 "Cole" erschien, der, wie mitgeteilt wurde, an die Küste "zwecks Unterstützung der Regierungskoalition" entsandt worden sei, löste das die Entrüstung der Opposition aus, woraufhin der libanesische Abgeordnete Hussein Fadlallah von der radikalen Hisbollah den USA einen Aggressionsakt gegen Libanon vorwarf.

    Sind solche Befürchtungen begründet?

    Anfang März wurde die "Cole" durch den neuen Zerstörer DDG-71 "Ross" und den Kreuzer CG 58 "Philippine Sea" abgelöst. All diese Schiffe sind mit dem AEGIS-System und etlichen Raketenwaffen, darunter den Flügelraketen "Tomahawk" und Fla-Raketen "Standard SM-2", ausgerüstet. Im Unterschied zu den vierstufigen SM-3, die zum US-amerikanischen Raketenabwehrsystem gehören, haben die "Standard SM-2" weit geringere Möglichkeiten zum Abfangen ballistischer Raketen. Aber sie können in einer Entfernung von mehr als 300 Kilometer aerodynamische Ziele - Flugzeuge, Flügelraketen, unbemannte Flugapparate - abfangen.

    Doch bei all ihren Möglichkeiten sind der Zerstörer und der Raketenkreuzer an sich nicht so sehr gefährlich als vielmehr als Bestandteil eines Verbandes. Die "Ross" und die "Philippine Sea" gehören zur Expeditions-Eingreifgruppe "Nassau" der US-Kriegsmarine mit dem gleichnamigen Hubschrauberträger an der Spitze. Die Gruppe ist in die Verantwortungszonen der fünften und der sechsten operativen Flotte der US-Kriegsmarine zu langfristigen Patrouillenfahrten entsandt worden. Diese Zonen, die den Indischen beziehungsweise den Atlantischen Ozean umfassen, kreuzen sich im Nahen Osten und in den an der Region angrenzenden Meeren. Diese letzteren sollen denn auch der wichtigste Patrouillenraum der Schlaggruppe sein.

    Neben LHA 4 "Nassau", "Ross" und "Philippine Sea" gehören zum Verband das Landungs- und Transportschiff LPD 13 "Nashville", das Landungsschiff LSD 48 "Ashland", der Zerstörer DDG 84 "Bulkley" und das atomgetriebene Mehrzweck-U-Boot SSN 753 "Albany". An Bord der Landungsschiffe befinden sich Einheiten der 22. Expeditionsgruppe der Marineinfanterie, die auch auf Spezialeinsätze trainiert sind. Besagter Verband kann sowohl für Einzeloperationen als auch als Voraustruppe in einem großen militärischen Konflikt eingesetzt werden. Zur Beförderung der Marineinfanterie werden auf den Landungsschiffen untergebrachte Luftkissenboote, Hubschrauber und Convertiplanes (Wandelflugzeuge) eingesetzt. Die Kampfkraft der Expeditions-Eingreifgruppe kann durch die Luftunterstützung von den Flugzeugträgern der fünften und sechsten operativen Flottengruppe aus sowie von Stützpunkten der US-Luftwaffe in der Region beträchtlich verstärkt werden.

    Die Besatzungen und die Marineinfanteristen der Expeditions-Eingreifgruppe werden während der Fahrten speziell für die Handlungen auf dem nahöstlichen Kriegsschauplatz ausgebildet; unter anderem lernen sie Arabisch.

    Das Patrouillieren der Schlaggruppe wird mehrere Monate dauern. Anfang April wird sie das Mittelmeer über den Suezkanal verlassen und Kurs auf den Persischen Golf nehmen. In dieser ganzen Zeit wird sie in ständiger Einsatzbereitschaft sein.

    Die Expeditions-Eingreifgruppen geben dem US-Verteidigungsministerium die Möglichkeit, in Kombination mit anderen Faktoren - vor allem den Transportfliegern und den Flugzeugträger-Eingreifverbänden - schnell Kräfte in den Schlüsselregionen zu bündeln und notfalls die Kampfhandlungen unter Einsatz aller Waffengattungen zu führen - und zwar nach einer kurzen Vorbereitung, die dem potentiellen Gegner, besonders einem Land der Dritten Welt ohne viele Möglichkeiten für Aufklärung über dem Ozean, keine Zeit für eine adäquate Reaktion übrig lässt.

    Aufgrund dieser Tatsachen ist die Besorgnis der Nahostländer und Russlands über das Aufkommen von Kriegsschiffen der Expeditions-Eingreifgruppe in Küstenähe von Libanon und Syrien durchaus begründet: In der Region ist eine beträchtliche mobile Kraft aufgekommen, fähig, in kurzer Zeit Kampfhandlungen einzuleiten. Die vertröstenden Versicherungen der US-Seite, der Zerstörer und der Kreuzer "werden von der Küste aus nicht einmal zu sehen sein", verfehlen ihre Wirkung. Die auf den Schiffen der Expeditions-Eingreifgruppe untergebrachten Landungs- beziehungsweise Anlandungsmittel ermöglichen es, Marineinfanteristen notfalls in weniger als einer halben Stunde sicher an Land zu bringen, ohne dass sich auch nur ein einziges Schiff der Küste auf eine Entfernung annähert, aus der es mit unbewaffnetem Auge zu sehen wäre.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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