20:38 15 Dezember 2017
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    Deutschland dient Russland bei Energieeffizienz als Vorbild

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    MOSKAU, 24. Juni (Tatjana Sinizyna, RIA Novosti). Die Energieminister der G8-Staaten haben vom 7. bis 8. Juni in der japanischen Stadt Aomori über Energiesicherheit und Klimawandel diskutiert.

    Im Anschluss gaben sie Empfehlungen zur Entwicklung der globalen Energiewirtschaft bis 2050 ab.

    Die Empfehlungen wurden von der Internationalen Energiebehörde ausgearbeitet und enthalten die gleichen Schwerpunkte: Suche nach erneuerbaren Energiequellen, Entwicklung der Atomenergie, Energieeinsparung und Reduzierung der CO2-Emissionen.

    Die zwei letzten Punkte werden in verschiedenen Ländern, darunter in Russland, aktiv verwirklicht, da sie am wenigsten kosten und sich am besten realisieren lassen. Ein Beispiel dafür bietet die russisch-deutsche Zusammenarbeit. Am 10. Juni wurden weitere zwölf Millionen Euro in energiesparenden Technologien in Südrussland investiert. Das Projekt, das binnen fünf Jahren realisiert werden soll, wird den Unternehmen und den Menschen in der Region erlauben, die Energiekosten bei den ständig wachsenden Tarifen zu senken.

    Der Kredit für das Projekt wurde von zwei Banken, der russischen Zentr-Invest und der deutschen KFW-Bank, vergeben. Das ist nicht das erste Beispiel von Zusammenarbeit mit internationalen Finanzinstituten. Laut Professor Wassili Wyssokow, Präsident von Zentr-Invest, konnten mit den Krediten die Energieausgaben in der südrussischen Region um 40 bis 70 Prozent gesenkt werden. So ein Ergebnis konnte dank deutscher Ingenieurleistung und High-Tech erreicht werden. In den Häusern und Wohnungen von Taganrog, einer Großstadt am Asowschen Meer, wurden energieeinsparende Anlagen installiert, in Unternehmen sowie Kommunalämtern wurden Kessel und Pumpen ersetzt. Als Ergebnis wurden die C02-Emissionen um 300 Tonnen reduziert. Laut dem neuen Abkommen soll diese Zahl auf 400 Tonnen erhöht werden.

    Das Dokument zwischen den zuständigen Behörden wurde in Moskau in Anwesenheit des russischen Ministers für Naturressourcen, Juri Trutnew, und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel unterzeichnet. Die beiden sind für die Realisierung des deutsch-russischen Abkommens über die Zusammenarbeit im Umweltschutz von 1992 verantwortlich.

    Zurzeit ist in der langjährigen Umweltpartnerschaft eine neue Richtung festzustellen, und zwar energieeinsparende Technologien. Zuvor wurden Programme für die Artenvielfalt und für die Sanierung der Ostsee ins Leben gerufen.

    Insgesamt sollen laut Gabriel für diese Zusammenarbeit Kredite für die Summe von etwa 100 Millionen Euro vergeben werden. Sein russischer Amtskollege Juri Trutnew machte keinen Hehl daraus, dass Russland die kolossalen Erfahrungen und Technologien Deutschlands übernehmen wolle, da es sich seit langem mit effizienter Energienutzung und Umweltschutz befasse und bereits viel erreicht habe.

    Die Einführung der deutschen Innovationstechnologien in Südrussland ist nicht das einzige Umweltprojekt der beiden Partner. Gabriel hatte gemeinsam mit 30 deutschen Unternehmern auch das Gebiet Swerdlowsk im Ural besucht, eine alte Industrieregion, in der die Umwelt- und Energiesparprobleme besonders akut sind. Die Behörden in Swerdlowsk und die deutsche Energiebehörde unterzeichneten ein Abkommen, auf dessen Grundlage ein Aktionsprogramm in Sachen Energiesparen, alternative Energiequellen und Müllverarbeitungstechnologien entwickelt werden soll.

    Gegenwärtig tritt der Umweltschutz in der russischen Politik immer stärker in den Vordergrund. Da Russland über reichlich Naturressourcen verfügt, erlaubt es sich noch einen unsorgfältigen Umgang damit. Erdöl, Erdgas, Wasser und Holz werden verschwendet, umweltgefährdende Lösungen sind bei ihrer Nutzung nicht ausgeschlossen. Darunter leidet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Produktion auf den Außenmärkten, vor allem weil die Produkte den äußerst umweltfreundlichen EU-Standards nicht entsprechen.

    Der Staat will nun die Situation verbessern und die Gesetze modernisieren. Einerseits gehen die Strafen gegen Umweltsünder in die Höhe, andererseits werden Maßnahmen zur Stimulation von sparsamen Technologien in der Industrie entwickelt. Umweltminister Juri Trutnew zeigte sich sicher, dass an der Lösung der Umweltfragen vor allem Mittelständler aus Russland und dem Ausland teilnehmen sollen.

    Die Regierung sei bereit, in Russland alle Bedingungen zu schaffen, damit sie komfortabel arbeiten können. Es gibt einfach keinen anderen Weg, da in den kommenden Jahrzehnten noch mehr Ressourcen verbraucht werden und die Rohstoffpreise steigen sollen.

    Die Meinung der Verfasserin muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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