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    Russlands Kriegsflotte zeigt Flagge im US-Hinterhof

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    MOSKAU, 24. September (Ilja Kramnik, RIA Novosti). Die Marineübung von Russland und Venezuela im Atlantik verspricht zu einem großen Schlagzeilenmacher zu werden.

    Allein schon das Eintreffen der russischen Kriegsschiffe in der Karibik löst heftige Diskussionen aus, während die derzeitigen internationalen Spannungen das Gespenst des Kalten Krieges wieder erwachen lassen.

    Das, was Russlands Marine im Atlantik macht, nennt man im Militärjargon „Flagge zeigen“. Das Ziel einer solchen Aktion besteht in der Regel darin, das Interesse an der Region zu bekräftigen und dem potentiellen Feind zu zeigen, dass er in dieser kritisch wichtigen Region angegriffen werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen nicht unbedingt schwere Schiffe entsandt werden. Seinerzeit wurden hierfür kleine Kanonenboote erfolgreich eingesetzt.

    Die „Pjotr Weliki“ und das U-Boot-Abwehrschiff „Admiral Tschabanenko“, die bereits auf dem Weg zu Venezuelas Küste sind, sind die jüngsten und größten Überwasserschiffe der russischen Marine. Mit ihrer Entsendung will Russland nicht nur die Flagge hissen, sondern auch die Fähigkeit zeigen, seine Flagge zu schützen.

    Wenn man die russische Marine mit der amerikanischen und der der Nato vergleicht, verweist man oft auf die kolossale zahlenmäßige Überlegenheit der Nato, gegen die die russische Flotte keine Chancen zu haben scheint. Die Stärke der US-Marine ist nicht bestreitbar. Doch man kann nicht überall stark sein. Ein unerwartetes Auftauchen von zwei schweren russischen Kriegsschiffen in der Karibik würde den USA um so mehr Sorgen machen, weil diese Region seit langem als ihr Hinterhof gilt.

    Bei der „Pjotr Weliki“ und der „Admiral Tschabanenko“ handelt es sich um Mehrzweckschiffe. Die 25.000 Tonnen schwere „Pjotr Weliki“ ist mit dem Raketensystem P-700 Granit (20 Überschallraketen für die Bekämpfung von Schiffen) bewaffnet und in der Lage, alle Schiffstypen zu bekämpfen. An Bord des Raketenkreuzers befinden sich zudem Waffen für die U-Boot- und Luftabwehr.

    Auch die „Admiral Tschabanenko“, die mit acht Anti-U-Boot-Raketen „Moskit“ sowie mit einem Flugabwehrsystem ausgerüstet ist, ist für die U-Boot-Jagd bestimmt. Die beiden Schiffe ergänzen sich und können dem Feind einen bedeutenden Schaden hinzufügen und dabei lange Zeit unversehrt bleiben.

    Bei der jetzigen Atlantik-Reise kommt es wohl nicht auf die Feuerkraft der russischen Schiffe, sondern auf den Zweck ihrer Fahrt an. Die russische Regierung nutzt die Flotte zunehmend als politisches Instrument: Zuerst die Friedensoperation in Georgien, nun die Machtdemonstration vor der US-Küste.

    Um auch weiterhin zu politischen Zwecken genutzt zu werden, muss die Marine aber modernisiert und mit neuen Waffen ausgestattet werden. Andernfalls können solche Machtdemonstrationen bald unwirksam werden.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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