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    Russlands Ölkonzerne hängen am Geldtropf des Westens - „Kommersant“

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    MOSKAU, 8. Oktober (RIA Novosti). Die großen russischen Erdöl- und Gasunternehmen bitten um die staatliche Unterstützung, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ vom Mittwoch.

    Die größten russischen Erdöl- und Gaskonzerne, darunter auch Gazprom, Lukoil, Rosneft und TNK-BP, haben erstmals zugegeben, dass sie finanzielle Schwierigkeiten haben. Sie besitzen zu wenig liquide Mittel, um die Kredite bei den westlichen Banken zu bezahlen. Diese Darlehen aber sind notwendig, um die Produktion aufrechtzuerhalten und die Senkung der Fördermengen abzuwenden. Aus diesem Grund haben sie den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin um Hilfe gebeten.

    Am 24. September hatten sich die vier russischen Energiekonzerne (sie alle fördern 70 Prozent des russischen Erdöls und 91 Prozent des Gases) in einem Bittschreiben an den Staat gewendet. In diesem Brief wird erwähnt, dass die russische Energiebranche bei den westlichen Banken insgesamt mit 80 Milliarden US-Dollar in der Kreide steht, man benötige das Geld jedoch nicht nur, um die Gläubiger auszahlen zu können.

    Die Erdöl- und Gasunternehmen bitten Putin „das Finanzministerium und die russische Zentralbank zu beauftragen, einen Mechanismus zur Finanzierung strategischer Projekte auszuarbeiten“. Man könnte dies „auf der Grundlage von staatlichen Zielkrediten tun, sowie von anderen Wertpapieren, die dabei als Deckung fungieren könnten“. Allerdings nannten die Konzerne die benötigte Summe nicht.

    Die Zeitung schreibt weiter, dass die Tatsache, dass Gazprom auch dabei sei, Befremden hervorruft. Bereits am 23. September sagte Gazprom-Chef Alexej Miller, der Gasmonopolist sei von der weltweiten Finanzkrise nicht betroffen, dass Gazprom genauso groß sei, wie vor der Krise. Gestern sagte eine Quelle im Konzern, man möchte sich absichern und man bittet um Geld nur „für den Fall des Falles“: „Es ist in einer Krisenzeit für unsere Aktionäre wichtig zu wissen, dass man nötigenfalls auf eine Notfinanzierung zurückgreifen kann“.

    Denis Borissow vom Investmentunternehmen Solid ist der Meinung, dass das in der Erdöl- und Erdgasbranche vorhandene Geld von den für die Aufrechterhaltung der geplanten Fördermengen nötigen Ausgaben aufgefressen werde. Die benötigte Geldmenge sei erst bei einem Erdölpreis von mindestens 100 US-Dollar je Barrel aus eigener Kraft zu gewährleisten. Für die Bedienung der Schulden bleibt kein Cent übrig, denn die Unternehmen wollten ursprünglich dieses Problem durch neue Kredite lösen. Doch nun sei es fast unmöglich, günstiges Geld auf dem Markt zu leihen.

    „Die meisten internationalen Investoren haben Russland von ihren Listen gestrichen“, meint Jewgeni Retjunski von der Expobank (Tochterbank der britischen Barclays Bank). Die meisten russischen Banken drehen ebenfalls jeden Cent zwei Mal um, bevor sie ein Darlehen gewähren. Der russische Markt für öffentliche Schulden sei mindestens bis zum Jahresende geschlossen, sagt Oleg Gordijenko von der Raiffeisenbank.

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